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«Ist es gut für mich, ist es auch gut für die anderen. Das ist mein Antrieb.»

Das Internet wurde erfunden, um die Kommunikation zu vereinfachen; Carl Benz baute sein Automobil, um Fortbewegung zu erleichtern; und Sebastian Tobler baut Trikes um Querschnittgelähmten im Alltag Mobilität zu schenken. 2013 verunfallte der Fachhochschullehrer für Fahrzeugbau bei einem Mountainbikesturz und wurde zum Tetraplegiker. Seitdem entwickelt und verbessert der 45-Jährige Trainingsgeräte und Fahrzeuge für Para- und Tetraplegiker. «Ist es gut für mich, ist es auch gut für die anderen. Das ist mein Antrieb.», erklärt er seinen erweckten Erfindergeist.

Sebastian Tobler im Kreise seiner Kinder.

Sebastian Tobler umgeben von seinen Kindern.

Im Juli 2013 befindet sich Sebastian Tobler im Trainingslager seines Mountainbikeclubs. Während einer rasanten Abfahrt, wirft ihn eine ungewohnt kurze Bodenerhöhung aus dem Gleichgewicht. Er wird in die Luft geschleudert und landet kopfvoran auf dem Boden. Der Aufprall ist so heftig, dass zwei Halswirbel und sein linker Ellenbogen brechen. Selbst der Helm ist durch die grosse Wucht des Aufpralls in zwei Teile gebrochen.  Am Boden befühlt Sebastian mit der rechten Hand seinen Körper und spürt unterhalb des Schulterbereichs nichts mehr. Sofort denkt er an Querschnittlähmung.

Notfallmässig wird Sebastian mit dem Helikopter ins Schweizer Paraplegiker-Zentrum geflogen und noch am selben Tag neun Stunden lang von den dortigen Ärzten operiert. Die Ärzte sollten seinen Verdacht bestätigen: Sebastian wird mit einer inkompletten Tetraplegie leben müssen. Eine inkomplette Querschnittlähmung bedeutet, dass nicht alle Nerven in seinem Rückenmark durchtrennt wurden, sondern einige nur gequetscht. Mit der Zeit erlangte Sebastian somit Teile seiner früheren Fertigkeiten zurück. Nichtsdestotrotz ist der Familienvater seit diesem Tag auf den Rollstuhl angewiesen.

«Meine Umgebung nahm mich als verletzten Menschen wahr»
Speziell der Beginn seiner Behandlung im Schweizer Paraplegiker-Zentrum war schmerzhaft, sowohl für seinen Körper, wie auch für seinen Geist. «Meine Umgebung nahm mich als verletzten Menschen wahr, und auch ich sah, wie verletzt die Menschen waren, die ich lieb hatte.», berichtet er mit schwerem Herzen. Anstatt zu resignieren, zeigte er jedoch grosse Stärke und die Herausforderung Rehabilitation weckte seinen Ehrgeiz. Der begeisterte Sportler wollte möglichst schnell zu alter Stärke zurückfinden und nutze die Angebote der Rehabilitation, um seinen Sportsgeist auszuleben. Ob Physiotherapie, Ergotherapie, Hippotherapie, Wassertherapie, Pingpong, Handbiken, Schwimmen, Sauna oder Töpfern; alles was ihm half, Fortschritte zu erlangen, wurde in seinen Tagesplan gestopft. «Ich habe alles gemacht.», erinnert er sich lachend. Sein intensives Rehaprogramm hat es ihm ermöglicht, knapp ein Jahr nach seinem Unfall schon wieder zu 30% in den Arbeitsalltag einzusteigen. Seit Sommer 2014 ist er zurück als Lehrer an der Berner Fachhochschule (BFH) in Biel. Auch heute zieht Sebastian noch ein striktes Trainingsprogramm durch. 25 Stunden pro Woche verbringt er mit Übungen; das heisst sechs Tage die Woche mehr als vier Stunden pro Tag.
 

Ein Trike für Querschnittgelähmte

Der Prototyp des Trikes, das Sebastian Tobler entwickelte.

Tüfteln für einen besseren Alltag
Schon Daniel Düsentrieb aus den Walt Disney Comics wusste, «dem Ingenieur ist nichts zu schwör» und so gibt sich Sebastian nicht mit Problemen ab, sondern löst sie. Die Erfahrung, die er sich während der Rehabilitation erarbeitet hat und sein technisches Hintergrundwissen als Ingenieur kombiniert er heute, um die Welt der Para- und Tetraplegiker ein bisschen besser zu machen. Er konstruiert Trainingsgeräte und ist besonders stolz auf sein «Trike».

Schon während dem Handbikefahren im SPZ fiel ihm auf, dass die Velos nicht so funktionieren, wie er es sich wünschte: Auf einem Handbike bewegen sich die Beine nämlich nicht. Anstatt seine Kritik für sich zu behalten, klemmte er sich nach seiner Heimkehr vor den Computer, um sein Trike zu entwerfen und begann mit Freunden, sein eigenes Handbike zu konstruieren.
 

Ansteckendes Engagement
Guido A. Zäch, der Gründer der Schweizer Paraplegiker-Stiftung, hat es geschafft mit Engagement, Innovation und viel Ausdauer das Leben der Querschnittgelähmten in vielen Bereichen ein grosses Stück besser zu machen. Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum ist heute Ort der Rehabilitation für 150 Menschen und baut bis 2019 seine Kapazitäten auf 175 Betten aus.

In der Tradition Dr. Zächs nutzt Sebastian seine eigenen Fähigkeiten, um den Menschen, die ihn umgeben, ein wenig den Alltag zu verbessern. Seine Trainingsgeräte helfen Querschnittgelähmten den Körper zu stärken und sein Trike ist ein innovativer Beitrag zur Mobilität von Para- und Tetraplegikern.

Die Gönnerunterstützung von CHF 200‘000, die ihm nach seinem Unfall von der Gönner-Vereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung ausbezahlt wurde, ermöglichten es ihm erst seine Pläne zu verwirklichen. Mit diesem Geld konnte Familie Tobler ihr Haus rollstuhlgängig ausbauen und die ersten Trainingsgeräte anschaffen, die Sebastian dann zu verbessern begann.
 

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Werden auch Sie Mitglied der Gönner-Vereinigung, Denn es ist eine Tatsache, dass jeden zweiten Tag ein Mensch in der Schweiz durch Unachtsamkeit oder einen unverschuldeten Unfall querschnittgelähmt wird. Die folgenschweren Auswirkungen betreffen jeden Bereich des Lebens. Durch die Gönner-Unterstützung fallen zumindest die finanziellen Sorgen weg.

Zudem unterstützen Sie mit Ihrer Beitragszahlung ein herausragendes Solidarwerk mit einem einzigartigen Leistungsnetz für Querschnittgelähmte, das auch Sebastian während seiner Zeit in Nottwil enorm geholfen hat.

Jeder Beitrag hilft mit, Querschnittgelähmten die Rückkehr in Beruf, Familie und Alltag zu ermöglichen.

Traurig, aber wahr: Jeden zweiten Tag endet eine Unachtsamkeit mit einer Querschnittlähmung. Als Mitglied der Gönner-Vereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung erhalten Sie bei einer unfallbedingten Querschnittlähmung mit permanenter Rollstuhlabhängigkeit eine einmalige Zahlung von 200 000 Franken. Das gilt weltweit, unabhängig vom Unfall- oder Behandlungsort.

Werden Sie noch heute Mitglied unserer Gönner-Vereinigung und erhalten Sie ab sofort 200 000 Franken Unterstützung im Ernstfall.

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