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Patientenvorbereitung CT

Jodhaltiges Kontrastmittel und Niereninsuffizienz

Vorgehen für die Berechnung der GFR (Glomuläre Filterationsrate) anhand von Kreatininwert oder Cystatin C-Wert

  • Bei Fussgänger: Wenn der Kreatinin-Wert innerhalb der Referenzwerte liegt dar ohne weitere Abklärungen KM gegeben werden. Wenn die WErte ausserhalb der Referenzwerte liegen muss zusätzlich die GFR (Kreatininclearance-Wert berechnet werden - z.B. auf - www.tellmed.ch
  • Bei Plegiker: Auch bei normale Kreatinin-Werte sind weitere Abklärungen nötig. Cystatin C-Wert berechnen lassen und anschliessend die GFR berechnen lassen - über das Labor SPZ oder eventuell auf: www.labor-limbach.de - Rechenprogramme - Niere - GFR aus der Cystatin C.

Jodhaltige Kontrastmittel:

  • Bei Patienten mit einer GFR <60 ml/min. besteht das Risiko eines akuten Nierenversagens durch die systemische Verabreichung von jodhaltigen Kontrastmitteln, speziell bei Vorliegen von weiteren Risikofaktoren (Herzinsuffizienz, Alter >75 Jahre, Anämie, Diabetes mellitus, Hypotonie, Multiples Myelom. Generell muss bei diesen Patienten die Indikation zur intravenösen KM-Verabreichung besonders streng gestellt werden. Folgende Punkte sollen beatet werden:
  • GFR < 60 ml/min. - keine spezielle Vorbereitung notwendig (ausser gute Hydrierung)
  • GFR 30-60 ml/min. - Kontrastmittelmenge so gering wie möglich halten, in Absprache mit den zuständigen Ärzte der Radiologie.
  • 3-12stündige Vorbereitung notwendig:
  • Hydrierung mit NaCI 0.9% i.v (1 - 1.5 ml/kg/h) bis 24h nach KM-Verabreichung
  • Sistieren von nepharotoxischen Substanzen (NSAR)
  • Pausieren von Diuretika und evtl. ACE-Hemmer/AT2-Antagonisten am Vortag, Untersuchungstag und Tag nach Untersuchung
  • N-Acetylcystein 2 x täglich 1200 mg per os oder i.v. am Vortag und Untersuhcungstag, Kontrolle von Urinausscheidung und Nierenfunktion (Serumkreatinin, Klinik, Gewicht) bis 48h nach Kontrastmittelverabreichung
  • Patient bzw. Angehörige über Risiken aufklären
  • GFR < 30 ml/min. - KM-Vrabreichung i.v. nur bei vitaler Indikation und in Absprache mit den zuständigen Ärzten der Radiologie (KM-Menge so gering wie möglich halten). Vorbereitung wie ober: Patien bzw. Angehörige über Risiken aufklären
  • Dialysepatienten - KM-Verabreichung (i.v. und per os) in Absprache mit den Ärzten der Nephrologie möglich. Bei erhaltener Nierenrestfunktion sollte die KM-Verabreichung direkt vor einer geplanten Dialyse erfolgen. Oben aufgeführte Vorsichtsmassnahmen beachten

Spezialfall: Jodhaltige Kontrastmittel und Metformin

  • Metformin kann bei Niereninsuffizienz akkumulieren und zur Laktatazidose führen.
  • GFR < 60 ml/min - Metformin 48h vor KM-Verabreichung absetzen
  • GFR > 60 ml/min - Metformin idealerweise vor, ansonsten nach der KM-Verabreichung für 48h pausieren. Metformin erst nach Kontrolle der Nierenfunktion wieder verabreichen.

Jodahltige Kontrasmittel bei Diabetikern & Biguaniden

(Empfehlung gemäss den ESUR guidelines on Contrast Media, Aug 2011)

  • Oral verabreichte Biguanide werden über die Niere ausgeschieden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kommt es daher zur Akkumulation dieser Medikamente im Blut mit dem erhöhten Risiko einer Laktatazidose. Eine Kreatininclearance < 60 ml/min (eGFR < 45 ml/min/1.73 m2) ist in der Schweiz eine formelle Kontraindikation für diese Medikamente.
  • Jodhaltige Kontrastmittel können zu einer akuten Einschränkung der Nierenfinktion führen. Daher ist vor einer intravenösen Gabe von jodhaltigen KM abzukllären, ob der Patient biguanidhaltige Medikanmente einnimmt.
  • Orale Antidiabedika, welche Biguanide (Metformin/Buformin) enthalten, sind aktuell:
  • Glucophage / Metfin / Metformin Helvepharm /-Mapha /-Streuli /-Teva
  • Competact / Galvumet / Glucovance / Janumet / Velmetia

Unterscheidung der beabsichtigten Kontrastmittelkategorie

  • Unproblematisch aus renaler Sicht gelten oral applizierte Kontrastmittel, Radionuklide wie auch intravenös applizierte Kontrastmittel zur Sonografie
  • Strenge Indikationsstellung für Gadolinium-haltige Kontrastmittel bei höhergradiger Einschränkung der eGFR (d.h. unter 30 ml/ min) sowie auch die Röntgenkontrastmittel bei einer eGFR von 10-60 ml/ min
  • Kontraindikation für Gadolinium-haltie Kontrastmittel bei einer Einschränkung der eGFR unter 15 ml/ min bzw. für dialysepflichtige Patienten

Nephroprotektion vor Gabe von Röntgenkontrastmitteln

  • NaCI 0,9%: Infusion 1ml/(kg*h) - 12 Stunden vor - 12 Stunden nach KM
  • ACC: 1200 mg p.o. - 1 Tag vor - 1 Tag nach KM

Link: http://www.esur.org/ (European Society of Urogenital Radiology)

Literatur:

  • Stacul F et al. Strategies to Reduce the Risk of Contrast-Induced Nephropathy. Am J Cardiol. 2006 Sep 18;98 (6A):59K-77K
  • Grobner T. Gadolinium - a specific trigger for the development of nephrogenic fibrosing dermopathy and nephrogenic systemic fibrosis? Nephrol Dial Transplant. 2006;21:1104-8.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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