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9. Tumorerkrankungen der Wirbelsäule

Spinale Tumoren
Spinale Tumoren sind Geschwülste, die im Bereich der Wirbelsäule und des Rückenmarks auftreten. Sie sind relativ selten und zumeist gutartig. Am häufigsten sind Neurinome (ausgehend von Nervenscheiden) und Meningeome (ausgehend vom Rückenmark). Diese Tumoren üben Druck auf das Rückenmark und die davon ausgehenden Nervenwurzeln aus. Zudem gibt es Tumoren, die im Rückenmark selbst wachsen. Aufgrund der Häufigkeit können Tumorerkrankungen folgendermas-sen unterschieden werden: Metastasen (Ableger von Tumoren) sind die häufigste Form von Tumoren in der Wirbelsäule. Die meisten befinden sich in den Wirbelkörpern. Diese sind gut behandelbar, auch an der Wirbelsäule selber (durch Operationen können ganze Metastasen an der Wirbelsäule entfernt und die Wirbelsäule entsprechend rekonstruiert werden). Ferner wird unterschieden zwi-schen primären Knochentumoren der Wirbelsäule, die relativ selten sind (in der Schweiz gibt es rund 40-60 Fälle pro Jahr, davon sind maximal 50 Prozent an der Wirbelsäule) und Rückenmarkstumoren. Diese kommen etwa gleich häufig vor wie die primären Knochentumoren.

Knochen-/Knorpeltumoren
Knochentumoren können gutartig oder bösartig sein. Sie können direkt vom Knochen ausgehen (Primärtumor) oder als Tochtergeschwülst (Metastase, Sekundärtumor) auftreten. Knochenmetastasen haben häufig ihren Ursprung in der Brustdrüse, der Prostata, der Lunge, der Schilddrüse oder der Niere. Generell können Knochentu-moren in Knochen oder knorpelbildende Tumoren sowie Knochenmarktumoren unterschieden werden. Knochenkrebs betrifft meist junge Menschen, in der Altersgruppe der 15- bis 20-Jährigen gehört er zu den häufigsten Krebsarten. Eine genaue Ursache konnte bis anhin nicht gefunden werden. Gutartige Knochentumoren können erblich bedingt sein, die Entstehung bösartiger Tumoren kann durch verschiedene Faktoren (z.B. Bestrahlung oder Knochenbrüche) gefördert werden.

Langerhanszell-Histiozytose (Eosinophiles Granulom)
Histiozytosen sind Erkrankungen des Monozyten-/Makrophagensystems. Diese Zellen entstehen im Knochenmark, kommen in allen Organen vor und dienen der Abwehr körperfremder Substanzen (sog. «Fresszellen»). Bei den Histiozytosen kommt es zur krankhaften Vermehrung von Histiozyten in einzelnen oder mehreren Organsystemen. Die häufigste Histiozytose ist die Langerhanszell-Histiozytose (LCH). Die LCH ist eine seltene, nicht vererbte, nicht ansteckende und reaktive Er-krankung, die überwiegend im Kindesalter auftritt und deren Ursache nicht bekannt ist.

Chordom
Chordome sind langsam und destruktiv wachsende Geschwülste der Wirbelsäule, die in etwa 10 Prozent der Fälle Metastasen bilden. Eine Metastasierung ist möglich in Lymphknoten, Lungen, Leber und Knochen. Chordome werden zu den Knochentumoren gezählt, obwohl sie nicht aus Knochengewebe stammen. Sie werden hauptsächlich an der Schädelbasis und am Steissbein lokalisiert. Der Tumor ist normalerweise gutartig, befällt aber häufig die umliegenden Knochen und breitet sich in angrenzende Weichteile aus. Chordome machen rund ein Prozent aller Knochentumoren aus und treten meist erst ab dem 30. Lebensjahr auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, das Verhältnis beträgt 2:1 (Männer: Frauen).

Knochenzyste
Eine Knochenzyste ist eine gutartige, tumorähnliche Knochenläsion, welche einen flüssigkeitsgefüllten Hohlraum im Knochen darstellt. Es wird unterschieden zwischen einfachen und aneursymatischen Knochenzysten. Erstere bezeichnet eine gutartige, flüssigkeitsgefüllte Höhle, meist im metaphysären Markraum. Die aneursymatische Knochenzyste befällt die Metaphysen der Röhrenknochen - insbesondere der unteren Extremitäten - die platten Knochen und die Wirbel und tritt am häufigsten bei Personen unter 25 Jahren auf.

Operative Massnahmen
Bildgesteuerte Biopsien, Curative en-bloc-Entfernungen oder palliative mikrochirurgische Dekom-pressionen, Stabilisationen und Rekonstruktionen, Wirbelkörperersatz durch Knochen und/oder Cages oder Zement.

 

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Schweizer Paraplegiker Zentrum
Wirbelsäulenchirurgie / Orthopädie
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