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Geschichte des Schweizer Paraplegiker-Zentrums

Mit eisernem Willen
Eine Spezialklinik zur medizinisch-therapeutischen Behandlung und ganzheitlichen
Rehabilitation von querschnittgelähmten Menschen – von der Idee bis zur Wirklichkeit braucht es grundlegende Überzeugungsarbeit, viel Zeit und noch mehr Nerven. Ohne den unermüdlichen Einsatz und den eisernen Willen von Dr. Guido A. Zäch wäre das Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil wohl nie gebaut worden.

In den 70er-Jahren arbeitet er als Chefarzt des Paraplegikerzentrums in Basel. Die Platzverhältnisse dort sind eng, die Betreuung ist teils unbefriedigend, und Betten gibts kaum genug. Diese Notlage Tag für Tag vor Augen, handelt Zäch: Er gründet 1975 die Schweizer Paraplegiker-Stiftung, unter anderem mit dem Ziel, ein Zentrum für Para- und Tetraplegiker zu bauen.

Ein erster Anlauf in der Gemeinde Risch ZG scheitert 1984 am Nein der Bevölkerung. Die Suche nach einem idealen Areal geht jedoch weiter und endet schliesslich in Nottwil LU: Zwischen dem Sempachersee und der Kantonsstrasse steht ein Stück Land zur Verfügung, das der Brauerei Eichhof Luzern gehört. Die Gemeinde, die Stiftung und der Verkäufer werden sich rasch einig. Am 5. Juli 1985 sagt auch die Gemeindeversammlung Ja zum Bauvorhaben.

104 Betten und 250 Arbeitsplätze
Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit erfolgt am 12. März 1987 der Spatenstich für das SPZ. 100’000 Kubikmeter Erde müssen ausgehoben und der Baugrund gepfählt werden. Bereits sieben Monate später legt Dr. Guido A. Zäch mit Weggefährten den Grundstein für die Hochbauten.

Die Bauarbeiten kommen gut voran. Gleichzeitig erstellen die Verantwortlichen ein Betriebskonzept samt Leitbild und Leistungsauftrag in allen Bereichen. Dieses dient als Grundlage für das Betriebsbewilligungs-Verfahren beim Kanton Luzern. Am 17. April 1989 gibt Regierungsrat Klaus Fellmann grünes Licht. Dann geht’s ans Einrichten und Aufbauen: 104 Betten erhält die Klinik vorerst, und es entstehen 250 Vollzeitstellen. Das Personal nimmt seine Arbeit ab Frühling 1990 schrittweise auf.

Unter dem Motto «Zäme dur’s Läbe» öffnet das Schweizer Paraplegiker-Zentrum am 8. und 9. September 1990 erstmals seine Türen für die Bevölkerung. Rund 100’000 Besucher sind beim Einweihungsfest dabei. Die ersten Patienten treffen am 1. Oktober 1990 ein.

Das SPZ braucht mehr Platz
Die Nachfrage nach den Angeboten für Para- und Tetraplegiker im SPZ Nottwil
steigt ab dem ersten Tag stetig. Es entstehen bald Kapazitätsengpässe, die einen
Ausbau nötig machen. In einem ersten Schritt wird 1998 der Pflegetrakt aufgestockt. Dank zwei neuen Stationen steigt die Bettenzahl von 104 auf 140. Weiter entstehen neue Räume für Therapien.

Knapp vier Jahre später fahren die Bagger erneut auf. Im Nordwesttrakt, einem Anbau mit drei Geschossen von je 800 Quadratmetern, wird mehr Platz für die Schmerzklinik, die orthopädische Werkstatt und die Rollstuhlmechanik, die Informatik und Beratungsdienste geschaffen. In der ebenfalls neuen Verbindungsbrücke zwischen den beiden Behandlungstrakten werden – zu jener Zeit – die ambulante Chirurgie, die Physiotherapie, diverse Untersuchungszimmer und Räume für die Intensivpflege untergebracht. Schliesslich wird im Zuge der zweiten Etappe auch das Parkhaus auf 600 Plätze erweitert.

Ein Zuhause für die Forschung
Um die bestmögliche Wiedereingliederung von Querschnittgelähmten zu sichern und deren Lebensqualität zu optimieren, ist die Forschung ein Muss. In unmittelbarer Nachbarschaft zum SPZ wird im Oktober 2005 das Guido A. Zäch Institut (GZI) eröffnet. Das moderne, multifunktionale Gebäude mit einem Längs- und zwei Seitentrakten umfasst Werkstätten, Labors und Büros für die Forschung, aber auch einen Kongress- und Hotelkomplex mit rollstuhlgängigen Zimmern und Studios. Die Einrichtungen für die Sportmedizin Nottwil-Luzern, das Swiss Prevention Center und die Bibliothek befinden sich ebenfalls hier.

Weltweit einzigartig
Das SPZ Nottwil gilt heute als international anerkanntes Kompetenz-Zentrum für
Para- und Tetraplegiker – und gehört zu den Pfeilern eines weltweit einzigartigen
Leistungsnetzes für die ganzheitliche Rehabilitation und lebenslange Betreuung
von Menschen mit Querschnittlähmung. Trägerin ist die Schweizer Paraplegiker-
Stiftung (SPS). Sie hat auf dem rund 75’000 Quadratmeter grossen Areal am Sempachersee bisher rund 500 Millionen Franken investiert und beschäftigt fast 1200 Mitarbeitende in der Gruppe.

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