Rang 4 Badeunfall Blog - Schweizer Paraplegiker Stiftung

Der Sprung ins kühle Nass ist nicht ungefährlich

Badeunfälle sind bei den Patienten im Schweizer Paraplegiker-Zentrum im Sommer seit Jahren eine der häufigsten Ursachen für eine unfallbedingte Querschnittlähmung.

Die Sonne scheint, die Temperaturen bleiben hoch und die Ferien sind in vollem Gange: Draussen locken jetzt Seen, Flüsse und Freibäder zur Erfrischung. Doch Achtung: Der Sprung ins kühle Nass ist nicht ungefährlich: Jedes Jahr gibt es Unfälle bei denen Personen querschnittgelähmt werden. Da bei einem Kopfsprung oftmals die Halswirbelsäule schwer verletzt wird, werden viele Betroffene gar Tetraplegiker. Konkret heisst das: Bei ihnen bleiben nicht nur die Beine gelähmt, sondern sie können im Gegensatz zu Paraplegikern auch ihre Hände und Arme nicht mehr oder nur noch teilweise bewegen.
 

Text: Elias Bricker
Bilder: Schweizer Paraplegiker-Stiftung

4. Häufigste Unfallursache

Zwar gibt es keine schweizweiten Zahlen. Doch Badeunfälle sind bei den Patienten im Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil im Sommer seit Jahren eine der häufigsten Ursachen für eine unfallbedingte Querschnittlähmung. Nur wegen Auto-, Töff-, Ski- und Haushaltsunfällen landen Personen öfter unfallbedingt im Rollstuhl. Vor allem Junge sind betroffen: 56 Prozent aller Badeunfälle, die eine Querschnittlähmung zur Folge haben, passieren bei den 16- bis 30-Jährigen. Zudem triff es viel häufiger Männer als Frauen. Tetraplegiker verbringen oft länger als ein Jahr in der Rehabilitation, Jeder Badeunfall ist einer zu viel. Denn sie wären grösstenteils vermeidbar. 

 

Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung empfiehlt Badenden daher folgende Verhaltensregeln zu beachten:

  1. Nie in unbekanntes und unklares Wasser springen. 
  2. Keine Kopfsprünge in flaches Wasser machen. 
  3. Keine Mutproben riskieren. 
  4. Beim Baden keinen Alkohol und keine Drogen zu sich nehmen. 
  5. Warnhinweise und Verbotstafeln (zum Beispiel bei Schiffslandestegen oder Schwimmbecken) beachten.
Badeunfall als häufige Ursache für Querschnittlähmung - Schweizer Paraplegiker Stiftung

Personen, die wegen Badeunfällen Paraplegiker werden, verbringen in der Regel rund ein halbes Jahr in Rehabilitation im Schweizer Paraplegiker-Zentrum, wo sie bestmögliche medizinische Behandlung durch anerkannte Spezialisten erhalten. Tetraplegiker bleiben teilweise sogar mehr als ein Jahr in Nottwil, ehe sie für den Alltag gerüstet sind. Neben einer lebenslangen ambulanten Nachbetreuung sorgt die Schweizer Paraplegiker-Stiftung für eine erfolgreiche Rückkehr in Familie, Beruf und Gesellschaft. Eine Querschnittlähmung führt jedoch zu hohen Folgekosten für die Betroffenen – sei es für individuelle Rollstuhlanpassungen, den Umbau von Wohnung, Auto und Arbeitsplatz sowie Spezialtransporte. 

Damit sich die Leidtragenden nicht zusätzlich um finanzielle Belastungen sorgen müssen, erhalten Mitglieder der Gönner-Vereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung bei einer unfallbedingten Querschnittlähmung mit permanenter Rollstuhlabhängigkeit eine einmalige Unterstützung von 250‘000 Franken. In der Schweiz sind insgesamt 1,8 Millionen Personen Mitglied bei der Gönner Vereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung.

Video-Beitrag über Badeunfälle

Michael Baumberger, Chefarzt Paraplegiologie und Rehabiliationsmedizin vom Schweizer Paraplegiker-Zentrum, spricht über Badeunfälle auf Tele 1.

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