sirmed_herzdruckmassage

BLS-AED SRC

Jeder kann helfen

Wenn Sie Zeuge eines Kreislaufstillstands sind: alarmieren Sie sofort den Rettungsdienst über die Notrufnummer 144 und beginnen Sie mit der Herzmassage. Halten Sie sich nicht damit auf, die folgenden Informationen zu lesen, die als Kursmaterial konzipiert sind.

144 für alle medizinischen Notfälle 

Die folgenden Ausführungen dienen als Begleitmaterial zu unseren BLS-AED-Kursen sowie als spätere Nachschlaghilfe. Sie werden jeweils nach Publikation der neuen internationalen Leitlinien, sowie bei zusätzlichem Bedarf aktualisiert. Trotz sorgfältiger Ausarbeitung und Redaktion kann für die Richtigkeit der Angaben keine Haftung übernommen werden.

Sirmed Beatmung

Das Wichtigste zu Beginn
Ein Herzstillstand endet ohne Hilfe schnell und in jedem Fall tödlich. Durch die unmittelbare Hilfe von Anwesenden können die Überlebenschancen verbessert werden. Die lebensrettenden Basismassnahmen sind einfach zu erlernen und anzuwenden. Herzmassage hat dabei höchste Priorität. Das bedeutet:

  • 30 Kompressionen abwechselnd mit 2 Beatmungen
  • 100 bis 120 Kompressionen pro Minute,
  • 5 bis 6 cm tief
  • eine Defibrillation kann lebensrettend sein.
  • Dabei steht Selbstschutz des Helfers über allem!

Allgemeines

  • Information

    • Ein Kreislaufstillstand tritt oft völlig unerwartet ein und erfordert sofortige Wiederbelebungsmassnahmen.
    • Für Ersthelfer steht die eigene Sicherheit an erster Stelle. Eine Annäherung an den Patienten darf erst erfolgen, wenn klar ist, dass keine Gefahr droht (Strom, Gas, Verkehr, etc.)
    • Im Zweifelsfall muss auf das Eintreffen professioneller Retter gewartet werden.
  • Information

     

    • Erste Hilfe beginnt immer mit einer Beurteilung der Situation und des Patienten.
    • Es geht darum zu erkennen, ob der Patient akut bedroht ist und lebensrettende Sofortmassnahmen benötigt.
    • Betroffene lassen sich in drei Gruppen einteilen:

    Ansprechbarer Patient

    • Wach, ansprechbar und in der Lage, zu antworten. Bedürfnisse können geäussert werden.
    • Die Erste Hilfe kann mit dem Betroffenen abgestimmt werden.
    • Meist keine unmittelbare Lebensbedrohung.

    Bewusstloser Patient

    • Bewusstlos ohne Reaktion auf Berührung und lautes Ansprechen, aber mit normaler Atmung.
    • Potenziell lebensbedrohlich.
    • Eine Bewusstlosenlagerung kann lebensrettend sein. Da die Lebensbedrohung Vorrang hat, gilt dies auch bei vermuteter Rückenverletzung. Ziel ist es, die Atemwege frei zu halten. 
    • Der Patient soll bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes betreut und die Atmung immer wieder geprüft werden.

    Patient im Kreislaufstillstand

    • Bewusstlos ohne Reaktion auf Berührung und lautes Ansprechen.
    • Zudem keine, oder keine normale Atmung erkennbar.
    • Akute Lebensgefahr erfordert sofortige Wiederbelebungsmassnahmen.
    • Alarmierung, Herzmassage, Beatmung und Defibrillation erforderlich.
    • Bei schweren medizinischen Notfällen soll sofort via Telefon 144 der Rettungsdienst aufgeboten werden.
    • Die Zeit vom Beginn der Symptome bis zur medizinischen Hilfe soll so kurz wie möglich sein!
    • Weitere Notrufnummern:
      117     Polizei
      118     Feuerwehr
      145     Giftnotruf
      1414     Rega
      112     Europäische Notrufnummer
  • Information 

    • Es gibt viele Ursachen für einen Kreislaufstillstand. Zu den häufigsten gehören: Herz- oder Lungeninfarkt, Ersticken, Schlaganfall, schwere Verletzungen u.a.
    • Einige Risikofaktoren begünstigen Herzinfarkt und Schlaganfall. Manche davon sind beeinflussbar. Das bedeutet, dass sich diesen Krankheiten in gewissem Masse vorbeugen lässt.
    • Gegen erhöhte Blutfette, Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht, Zuckerkrankheit und Bewegungsmangel kann man meist etwas tun und bis zu einem gewissen Grad das persönliche Risiko reduzieren.
       

Notfallsituationen

  • Information
    Der Herzinfarkt gehört zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Meistens kommt es dabei zu einer Unterbrechung der Blutversorgung des Herzens.

    Erkennen
    Typische Zeichen des Herzinfarkts sind

    • Heftige Brustschmerzen, Druck oder Brennen
    • Atemnot
    • Blauverfärbung der Lippen
    • Angst
    • Vernichtungsgefühl
    • Unruhe
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Schweissausbruch

    Handeln

    • Für Ersthelfende ist Erkennen und Alarmieren bereits das Wichtigste. Verlieren Sie keine Zeit!
    • Darüber hinaus sollen Betroffene bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes betreut werden.
  • Information 
    Schlaganfälle enden oft tödlich oder verursachen lebenslange Behinderung. Eine frühzeitige Erkennung und Hospitalisierung kann lebensrettend sein.


    Erkennen
    Typische Zeichen des Schlaganfalls sind

    • Gesichtslähmungen (der Betroffene kann z.B. nicht pfeifen)
    • Halbseitenlähmung (der Betroffene kann die Arme nicht seitengleich ausgestreckt halten)
    • Sprachstörungen (der Betroffene kann nicht reden oder spricht unklar/verwaschen)

    Handeln

    • Für Ersthelfende ist Erkennen und Alarmieren bereits das Wichtigste. Verlieren Sie keine Zeit!!
    • Darüber hinaus sollen Betroffene bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes betreut werden.
  • Information

    • Zu Bewusstseinsstörungen kann es durch Verletzung, Erkrankung oder Vergiftung kommen. 
    • Die grösste Gefahr liegt im Ersticken, wenn in Rückenlage die Zunge zurücksinkt und die Atemwege blockiert oder wenn in die Lunge gelangt.

    Erkennen

    • Person liegt regungslos am Boden
    • Reagiert nicht auf Ansprache
    • Kein Öffnen der Augen
    • Keine sonstigen Bewegungen
    • Normale Atmung ist erkennbar

    Handeln

    • Alarmierung des Rettungsdienstes via Notrufnummer 144
    • Bewusstlosenlagerung: um die Atemwege in Seitenlage freizuhalten
    • Wärmeerhalt, zum Beispiel mittels Rettungsdecke (Gold-Silber-Folie)
    • Bleiben Sie danach am Kopf des Patienten und beurteilen Sie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, ob die Atmung normal bleibt.
  • Information
    Zu einer Verlegung der Atemwege kann es durch jegliche Art von Fremdkörpern, insbesondere Esswaren, aber v.a. bei Kleinkindern auch Spielsachen kommen.


    Erkennen

    • Plötzlich auftretende Atemnot oder Husten
    • Ggf. Atemstillstand
    • Erstickungsangst
    • Bläuliche Hautverfärbung

    Handeln
    Kinder unter 1 Jahr

    • 5 Schläge auf den Rücken
    • 5 Thoraxkompressionen im Wechsel

    Kinder über 1 Jahr und Erwachsene

    • Schläge auf den Rücken
    • wenn erfolglos: Heimlichmanöver
    • wenn weiter erfolglos: Herzmassage
    • bei Bewusstlosigkeit: BLS
  • Information 

    • In der Schweiz kommt es jedes Jahr zu rund einem Kreislaufstillstand pro 1000 Einwohner 
    • Weltweit überleben nur rund 10% ein solches Ereignis.

    Wir wissen heute, dass:

    • eine sofortige Wiederbelebung (Reanimation) die Überlebenschancen verdoppelt;
    • Basismassnahmen inkl. Defibrillation innert 3 bis 5 Minuten Überlebenschancen von über 50 % ermöglichen;
    • jede Minute Verzögerung bei der Defibrillation die Überlebenschancen um rund 10 % reduziert.
    • Also verlieren Sie keine Zeit!
  • Information 

    • "Defibrillation bezeichnet eine Elektroschocktherapie. Diese hat das Ziel, die häufigste Herzrhythmusstörung bei Personen im Kreislaufstillstand zu beenden.
    • Es kommt auf Geschwindigkeit an: Pro Minute verzögerter Defibrillation sinken die Überlebenschancen um rund 10%.
    • Nach dem Einschalten werden die Handlungsschritte nach Sprachanweisung des Gerätes durchgeführt. Angewendet wird ein einzelner Schock, gefolgt von zwei Minuten CPR. Alle 2 Minuten wird der Herzrhythmus vom Gerät erneut überprüft und falls erforderlich, ein weiterer einzelner Schock abgegeben.


    Handeln

    • Zur Anwendung eines Defibrillators Patienten flach und trocken lagern.
    • Elektroden gemäss Abbildung auf dem Brustkorb aufkleben und festdrücken.
    • Sicherheitskontrolle und Warnung vor dem Schock.
    • Es darf niemand den Patienten berühren.
    • Es darf niemand den Patienten berühren.
    • Basismassnahmen durchführen, während die Defibrillation vorbereitet wird.
    • Die Unterbrechung für die Defibrillation muss kurz sein.
    • Nach der Defibrillation sofort mit 30 Herzmassagen fortfahren.


    Sicherheitshinweise

    • Um eine sichere Defibrillation zu gewährleisten, müssen einige Grundregeln eingehalten werden:
    • Anwendung nur am bewusstlosen Patienten mit Atemstillstand.
    • Nicht auf leitendem Untergrund oder in explosionsgefährdeter Umgebung.
    • Wenn der Patient im Nassen liegt oder schweissnass ist, ins Trockene ziehen und die Brust abtrocknen.
    • Defibrillation auf Schnee oder Eis ist ungefährlich.
    • Starke Brustbehaarung muss eventuell rasiert werden.
    • Hat der Patient erkennbar einen Herzschrittmacher – Elektroden daneben aufkleben.
    • Trägt der Patient Medikamentenpflaster auf der Brust – Pflaster entfernen und Haut abwischen.
    • Bei schwangeren Frauen sind dagegen keine Besonderheiten zu beachten. 
    • Zur Signalisation von AED-Standorten werden unterschiedliche Piktogramme verwendet. Das hier gezeigte wird für die Schweiz empfohlen.

    Die Reanimation wird so lange durchgeführt, bis

    • professionelle Retter die Massnahmen übernehmen;
    • der Patient wieder normal atmet; 
    • ein Arzt oder das Rettungsteam die Reanimation abbricht oder 
    • die eigene Leistungsgrenze erreicht ist.
  • Information

    • Auch wenn Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, werden lebensrettenden Basis-Massnahmen fast gleich durchgeführt. 

    Handeln

    • Ein reaktionsloses Kind ohne oder ohne normale Atmung mit Herzmassage und Beatmung wird im Verhältnis 30 Herzmassagen im Wechsel mit 2 Beatmungen versorgt. 
    • Die Massnahmen werden natürlich weniger kräftig als beim Erwachsenen ausgeführt. Die Tiefe der Herzmassage beträgt ein Drittel des Brustkorbdurchmessers. 
    • Die Beatmung hat bei der Wiederbelebung von Kindern einen höheren Stellenwert als beim Erwachsenen und soll, wenn möglich immer durchgeführt werden.
    • Wenn verfügbar, sollten bei der Defibrillation von Kindern möglichst spezielle Kinderelektroden eingesetzt werden. Sind solche nicht vorhanden, wird mit normalen Elektroden gearbeitet.
  • Information 

    • Art. 128 StGB stellt unterlassene Hilfeleistung bei Lebensgefahr unter Strafe.
    • Falsche oder nicht indizierte Massnahmen können den Betroffenen verletzen.

    Aber:

    • Keine Verletzung ist schwerwiegender als unterlassen Wiederbelebungsmassnahmen.
    • Bei BLS und AED nach bestem Wissen und Gewissen sind rechtliche Konsequenzen praktisch ausgeschlossen.

Kontaktperson Erste Hilfe

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