Biologie des Alterns

Von einer Querschnittlähmung (QSL) sind viele Organe und Systeme betroffen. Durch das Zusammenwirken von Alter, Umgebung und persönlichen Faktoren können verschiedene Gesundheitsprobleme entstehen. Unsere Gruppe untersucht die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen solcher Probleme und die Möglichkeiten neuer Therapien. Wir betreiben biologische Forschung für die Gesunderhaltung von Personen mit QSL. Die Biologie des Alterns bildet dabei unseren Kern-Forschungsansatz. Wir betreiben translationale und klinisch orientierte, biologische Forschung in verschiedenen QSL-relevanten Bereichen:

  • Aufbau einer landesweiten Biobank für QSL, die mit allen Paraplegie-Zentren der Schweiz zusammenarbeitet
  • Infektion und Immunität von Personen mit einer QSL
  • Biologie von Rückenschmerzen und regenerative Medizin der Bandscheibe
  • kollaborative Forschung zusammen mit Psychologen zur Biologie von Schmerz und Stress

Unser Schwerpunkt Biologie des Alterns zur Gesunderhaltung wird in verschiedenen Lehrveranstaltungen sowie in der Betreuung von Studenten der Universitäten Luzern und Bern aufgegriffen.

Biologie des Alterns Schweizer Paraplegiker-Forschung

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Forschungsprojekte

  • Eine Querschnittlähmung (QSL) kann das Auftreten von verbreiteten multifaktoriellen Erkrankungen beschleunigen. Die Überlebensrate von Personen mit QSL ist immer noch niedriger als bei der Allgemeinbevölkerung. Der Grund dafür könnte beschleunigtes Altern sein – um dies herauszufinden, müssen wir die Physiologie des Alterns bei Personen mit QSL besser verstehen. Dieses Wissen wird uns helfen, die Wirksamkeit von Interventionen und möglichen Präventionsmassnahmen zu steigern.

    Da das Leistungsvermögen der Analysetechniken stark ansteigt, haben wir erkannt, dass es für aktuelle biomedizinische Forschung im Bereich QSL an der Zeit ist, prospektiv Bioproben zu sammeln. So schaffen wir für die Zukunft die Möglichkeit für bahnbrechende Forschung, die für die klinische Praxis hochgradig relevant ist. Die seit 2016 bestehende SwiSCI-Biobank in Nottwil ist die erste Biobank in der Schweiz und weltweit, welche der Sammlung von biologischem Material (derzeit Blut und Urin) von der Bevölkerung mit QSL dient. Derzeit sammeln wir Proben des Schweizer Paraplegiker-Zentrums (SPZ) in Nottwil und es laufen logistische Pilotstudien mit den Paraplegie-Zentren in Sion, Basel und Zürich.

    Das Endziel der Biobank ist es, die Lebenserwartung und Lebensqualität von Personen mit QSL zu steigern. Wir erwarten, dass die SwiSCI-Biobank als strategische Ressource für kollaborative interdisziplinäre Forschung im Bereich QSL dienen wird, wie auch für die Entwicklung adäquater Präventionsstrategien und zukünftiger Therapien. Wir sind Mitglied der Swiss Biobanking Platform (SBP) und sind stets auf dem neuesten Stand der schweizerischen, europäischen und internationalen Standards, um die hohe Qualität der Proben in unserer Biobank zu gewährleisten.

  • Die Unfall bedingte Querschnittlähmung (QSL) tritt häufiger bei jüngeren Menschen auf, während die nicht traumatisch bedingte QSL eher bei älteren Menschen vorkommt. Nahezu alle Patienten leiden unter neurogenen Blasenfunktionsstörungen. Als Konsequenz treten wiederkehrende Harnwegsinfektionen (HWI) sowie Bakteriurien (Vorhandensein von Bakterien im Urin ohne Symptome) bei dieser Gruppe häufiger auf als in der Gesamtbevölkerung. Ein bakterieller Befall hat die Ausscheidung von entzündungsfördernden Molekülen zur Folge, welche das Immunsystem fortwährend stimulieren und möglicherweise zu entzündungsbedingtem Altern beitragen.

    Wir möchten herausfinden, ob eine wiederkehrende HWI das Immunsystem von Personen mit QSL beeinträchtigt und dadurch ein Teufelskreis zwischen Infektion und Altern entsteht. Ausserdem ist es unser Ziel herauszufinden, ob vorbeugende neue Behandlungsmethoden von HWI und Bakteriurie – wie z. B. Behandlung durch Impfung oder Veränderung des Immunsystems – angewandt werden sollten.

  • Ein Wirbelsäulentrauma kann zu degenerativen Veränderungen der Rückenwirbel und der Bandscheiben führen, die als Polster fungieren und die Wirbelsäule beweglich machen sowie eine kräfteverteilende Wirkung haben.

    Unsere Hypothese ist, dass eine mesenchymale Stammzellentherapie zur Regeneration von Bandscheiben entwickelt werden kann, jedoch ist dafür ein interdisziplinärer Ansatz nötig. Wir verfolgen einen solchen Ansatz zur Schliessung der Lücke zwischen Grundlagenforschung und den Anwendungen, die eine Wiederherstellung degenerierter Bandscheiben zum Ziel haben, durch die Untersuchung

    • der Biologie der Bandscheibe
    • von Tissue Engineering (engl. für Gewebekonstruktion) mit mesenchymalen Stammzellen,
    • der Biomechanik der Bandscheiben, sowie
    • der Übertragung der neuesten Fortschritte in diesen Bereichen in neue klinische Anwendungen.

    Durch eine enge Zusammenarbeit von Experten in den Bereichen Biologie, Tissue Engineering und Chirurgie werden die Hürden überwunden, die der klinischen Umsetzung der Fortschritte im Bereich der Bandscheiben-Grundlagenforschung im Wege stehen.

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