Disability Policy

«Disability Policy» betreibt Forschung im Bereich der Gesundheits- und gesundheitsbezogenen Politik, deren Ziel es ist, die gesellschaftliche Teilhabe von Personen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen zu optimieren und dabei von den Erfahrungen aus dem Bereich Querschnittlähmung (QSL) zu lernen. Dafür verwenden wir eine Vielzahl von sowohl quantitativen als auch qualitativen Forschungsansätzen und -methodologien. Wir untersuchen nicht nur die besten politischen Optionen, sondern suchen auch nach der effektivsten Möglichkeit, diese Optionen umzusetzen, damit der Nutzen aus fundierten Forschungsergebnissen das Leben von Personen mit Behinderungen messbar verbessern kann.

Unsere Forschung konzentriert sich auf Schweiz-spezifische Probleme. Ausserdem sind wir in europaweite Forschungsprojekte durch Fördermittel der Europäischen Kommission im Rahmen des Forschungsprogramms Horizon 2020 involviert. Unser besonderes Interesse gilt der Politik, die die Bereitstellung, Steuerung und Finanzierung von Rehabilitation innerhalb des Gesundheitssystems regelt. Wir sind auf die Entwicklung, Prüfung und Implementierung von Indikatoren für Gesundheitssystemforschung sowie auf kontinuierliches Qualitätsmanagement spezialisiert. Diese Indikatoren dienen auch als Basis für Forschung mit menschenrechtsbasiertem Ansatz, um so die Rehabilitation auszubauen.

Unsere Forschung basiert wissenschaftlich auf dem Konzeptmodell der Funktionsfähigkeit der «Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF)» der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die ICF liefert uns ein einzigartiges Verständnis der Erfahrung von Behinderung und wie dieses die Politik und politische Entscheidungen beeinflussen kann. Wir orientieren uns auch an den Zielsetzungen der «UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (BRK)», den «Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG)» der Vereinten Nationen sowie an anderen internationalen Abkommen.

Nicht zuletzt arbeiten wir auch (eng) mit dem Team für Behinderung und Rehabilitation der WHO zusammen. Indem wir dem Aktionsplan Behinderung 2014-2021 sowie Rehabilitation 2030 folgen, haben wir die Möglichkeit, eine Reihe von Themen der Forschung im Bereich Disability Policy zu untersuchen und auch dazu beizutragen - von der Reform der Zugänglichkeitsbestimmungen über die Verbesserung der Beurteilung von Behinderung, bis hin zur Betreuung von Behinderten und deren Leistungsanspruch.

Disability Policy Schweizer Paraplegiker-Forschung

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Forschungsprojekte

  • Ein von der EU finanziertes länderübergreifendes Projekt wird abgeschlossen. Ziel dieses Projekts ist es, Indikatoren im Bereich Menschenrechte für gesundheitsbezogene Rehabilitation zu entwickeln, um so die Implementierung von Artikel 25 der «UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (BRK)» sowie das Ziel Gesundheit und Wohlergehen der «Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG)» überwachen zu können. Auf der Basis dieser Arbeit werden wir das Spektrum der Rehabilitationsindikatoren auf weitere gesundheitliche und gesundheitsbezogene Politikbereiche ausweiten.

    Eine Richtung, die wir verfolgen, ist die Aussagekraft und Realisierbarkeit durch die Nutzung der Führungsrolle und des Vermögens professioneller Rehabilitationsorganisationen, viele Beteiligte an einen Tisch zu bringen, wie z. B. die Internationale Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation (ISPRM) und die International Spinal Cord Society (ISCoS), als «Verfechter» der Umsetzung von Menschenrechtszielen im Rahmen von politischen Reformen im Bereich Rehabilitation. 

    Des Weiteren soll unsere Forschung zur Implementierungsforschung beitragen und zwar durch die Verwendung unserer Indikatoren, sowohl als Richtlinien zur Erweiterung bewährter Rehabilitationsverfahren - in der Schweiz, in Europa und in anderen Ländern - als auch als Basis zur Bewertung der Erweiterungsaktivitäten. Diese Arbeit steht in Verbindung mit der fortlaufenden Implementierungsforschung der WHO gemäss ihres Aktionsplans Behinderung 2014-2021 sowie ihres Aktionsprogramms Rehabilitation 2030.

  • Mit Hilfe von Rehabilitationsdiensten für Personen mit Querschnittlähmung (QSL) als Beispiel, sowie InSCI (International Spinal Cord Injury Survey) als Basis für Langzeitdaten, der derzeit in 28 Ländern verwendet wird, werden wir Verknüpfungen zur Epidemiologie der Funktionsfähigkeit entwickeln. Genauer handelt es sich um a) allgemeine strukturelle Merkmale der «Antwort der Gesellschaft» auf die Bevölkerungsgesundheit und gesundheitsbezogene Bedürfnisse; und b) Eigenschaften der kontinuierlichen Qualitätsmanagementsysteme der nationalen Gesundheitssysteme.

    Für beide Teilprojekte ist es notwendig, die Vorgaben für einen neuen Ansatz in der Epidemiologie festzulegen. Dieser Ansatz basiert auf Funktionsfähigkeit als «dritter Gesundheitsindikator» und der Bestimmung der Grundlagen der sozialen Antwort einer gerechten Gesellschaft in Bezug auf die Deckung individueller Bedürfnisse. Dadurch werden wir zum Model Disability Survey der WHO beitragen - der ersten allgemeinen Bevölkerungsbefragung, die das Konzept der Funktionsfähigkeit zur Identifikation von Bevölkerungen mit Behinderungen unterschiedlicher Schweregrade verwendet.

    Wir werden auch mit dem klinischen Qualitätsmanagement und unter Verwendung von Funktionsfähigkeitsinformationen arbeiten, indem wir die Qualität der Rehabilitation und anderer Gesundheitsdienste überwachen. Ausserdem arbeiten wir mit der Plattform des «Swiss Learning Health System» (SLHS) zusammen, das von der Schweizer Regierung finanziert wird und an der Universität von Luzern ansässig ist.

  • Aufgrund der alternden Bevölkerung und der epidemiologischen Verschiebung hin zu einer zunehmenden weltweiten Prävalenz von nicht übertragbaren Krankheiten, wird Rehabilitation wahrscheinlich zur wichtigsten Gesundheitsstrategie des 21. Jahrhunderts werden. Politisch gesehen sind nur wenige Länder angemessen auf diese grundlegende Schwerpunktverschiebung des Gesundheitssystems vorbereitet und können damit umgehen. Unter anderem werden die Auswirkungen dieses Trends sein a) akkuratere und relevantere Ansätze zur Bestimmung von Behinderung für den Anspruch auf Unterstützung und Gesundheitsdienste; b) systemweite Koordinierung von Gesundheits- und Funktionsfähigkeitsinformationen zur besseren und patientenorientierteren Gesundheits- und gesundheitsbezogenen Politik; und c) eine kohärentere sozialpolitische Antwort auf die Bedürfnisse von Personen während sie mit Behinderungen altern oder Behinderungen im Alter entwickeln. Letzteres trifft besonders aufgrund der komplexen Bedürfnisse im Zusammenhang mit Mehrfacherkrankungen und Begleiterkrankungen bei nicht übertragbaren Krankheiten zu, hierzu zählen vor allem geistige Gesundheitsprobleme. Wir schlagen vor, in den nächsten Jahren mit vorbereitenden Arbeiten zur Erstellung einer Forschungsagenda einschliesslich dieser drei wichtigen wenig erforschten Bereiche der Gesundheits- und Sozialpolitikforschung zu beginnen.

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