Gesundheitskommunikation

Kommunikation ist in der Gesundheitsversorgung von zentraler Bedeutung. Mit Hilfe von Kommunikation werden Gesundheitsinformationen zwischen Fachleuten der Gesundheitsberufe und Patienten sowie zwischen den Experten untereinander vermittelt. Kommunikation bildet die Grundlage für Patientenaufklärung und Gesundheitskampagnen, mit dem Ziel, bei Gesundheitsproblemen den Entscheidungsprozess der Verbraucher zu unterstützen. Zusätzlich ist Kommunikation unter Stakeholdern ein wesentlicher Faktor, um Forschungsergebnisse zur Verbesserung der Gesundheitspolitik und der Gesundheitsversorgung erfolgreich umzusetzen und anwenden zu können.

Kommunikation erfolgt täglich. Eine effektive Kommunikation setzt jedoch Wissen, Fähigkeiten und strategisches Vorgehen voraus. Deshalb konzentriert sich Kommunikation im Gesundheitswesen als wissenschaftliche Disziplin auf die folgenden Fragen: Wie interagiert man erfolgreich in der zwischenmenschlichen Gesundheitskommunikation; wie werden geeignete Programme zur Patienten- und Verbraucheraufklärung entwickelt, implementiert und evaluiert; und wie kann durch interdisziplinäre Kommunikation eine integrierte Versorgung realisiert werden?

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  • Die Kommunikation zwischen Leistungserbringer und Patient ist zentral, um die Perspektive der Patienten, d. h. ihre Ansichten, Emotionen, Bedürfnisse und Erwartungen zu identifizieren und zu verstehen. Wichtig ist der Prozess, der einer gemeinsamen Entscheidungsfindung zugrunde liegt: Gesundheitsfachpersonen, Patienten und ihre Familien erlangen ein gemeinsames Verständnis zu den Problemen des Patienten und entscheiden gemeinsam über das am besten geeignete weitere Vorgehen. Die Fähigkeit einer Gesundheitsfachkraft, ihren Patienten und Familien zuzuhören, umfassend zu erklären und auf Fragen genau einzugehen kann weitreichende Auswirkungen auf die Behandlungsergebnisse sowie auf die Zufriedenheit der Patienten und die Versorgungserfahrung haben.

    Innerhalb dieses Schwerpunkts werden Schulungen in Gesundheitskommunikation für Gesundheitsfachpersonen konzipiert, durchgeführt und evaluiert. Wir konzentrieren uns auf die Herausforderungen, die durch die sehr grosse und vielfältige Verfügbarkeit von Gesundheitsinformationen, insbesondere im Internet aber auch bei der herkömmlichen Kommunikation zwischen Gesundheitsfachkraft und Patient entstehen. Die Schulungen basieren auf theoretischen Modellen und Übungen mit Fallstudien. Gesundheitsfachpersonen lernen ihre eigenen Ansätze in Bezug auf Autonomie und Selbstbestimmung des Patienten überzeugend zu vermitteln. Ausserdem konzentrieren wir uns auf Schulungen zur Verbesserung der Kommunikationsfähigkeiten von Gesundheitsfachpersonen für den Austausch innerhalb des eigenen Teams und mit anderen Teams.

  • Gesundheitskampagnen sind ein Mittel der Intervention durch Massenkommunikation mit dem Ziel, das Bewusstsein über aktuelle Gesundheitsprobleme und geeignete Veränderungen des Gesundheitsverhaltens zu fördern. Bei der Entwicklung einer Gesundheitskampagne fallen verschiedene Aufgaben an:

    • Identifizieren des Kampagnenziels und der Zielgruppe
    • Formulieren einer überzeugenden Botschaft
    • Auswählen geeigneter Medienkanäle
    • Auswertung der Kampagne

    Gesundheitskampagnen sind ein wirkungsvolles Mittel zur Förderung der Patienten- und Verbraucheraufklärung. Das Verhalten soll so geändert werden, dass es sich positiv auf Gesundheit und Wohlergehen auswirkt. Wir entwickeln dabei zielgerichtete Gesundheitskampagnen, die sich auf die Theorien und Modelle des Social Marketing stützen.

  • Selbstmanagement bezieht sich auf alltägliche Aufgaben, die eine Person erledigen muss, um die Auswirkungen einer Krankheit auf den eigenen physischen und psychischen Gesundheitszustand sowie das Leben im Allgemeinen zu kontrollieren oder zu verbessern. Gemäss der Definition der Weltgesundheitsorganisation werden Gesundheitskompetenzen als diejenigen kognitiven und sozialen Fähigkeiten beschrieben, die es dem Einzelnen ermöglichen, Zugang zu relevanten Informationen zu erhalten, diese zu verstehen und zum Wohle der eignen Gesundheit zu nutzen (World Health Organization, 1998). Gesundheitskompetenz besteht aus einer Zusammensetzung von Wissen und Fähigkeiten, die Patienten und Verbraucher für das erfolgreiche Selbstmanagement von Gesundheit und Krankheiten benötigen.

    In diesem Forschungsbereich entwickeln, implementieren und bewerten wir Interventionen, die die Gesundheitskompetenz in Bezug auf das Selbstmanagement stärken sollen. Wir arbeiten an der Entwicklung von Rahmenkonzepten für Selbstmanagement und Gesundheitskompetenz im Zusammenhang mit komplexen chronischen Gesundheitsproblemen und zur Prävention von Krankheiten. Des Weiteren entwickeln, prüfen und beurteilen wir Interventionen zur Förderung von Gesundheitskompetenz und Selbstmanagement mit Hilfe von Technologien - insbesondere nutzerorientierten und interaktiven Webseiten sowie mHealth («Apps»).

    Link: https://community.paraplegie.ch

  • Der Brückenschlag zwischen Forschung, Politik und Praxis ist kein linearer Prozess. Es kommt nicht nur darauf an, dass der wissenschaftliche Inhalt in relevante Massnahmen umgesetzt wird. Der tatsächliche Evidenztransfer wird durch die beteiligten Akteure (Stakeholder) stark beeinflusst. Das geschieht durch ihr Denken und ihre Einstellung sowie die Rahmenbedingungen in der Gesundheitspolitik und im spezifischen institutionellen Kontext. Darüber hinaus macht es die Verbreitung grosser Mengen wissenschaftlicher Gesundheitsinformationen schwierig, für spezifische Fragestellungen und Themen die relevante Evidenz zu kennen und sich bei Entscheidungen darauf stützen zu können.

    Wir erforschen hierfür den Kommunikationsprozess hinter Stakeholder Dialogen. Der Stakeholder-Dialog ist ein strukturierter Austausch, bei dem Stakeholder zusammen für ein gemeinsames Verständnis und für die Vereinbarung einer Lösung zum bestehenden Problem hinarbeiten. Speziell dafür haben wir eine Vorgehensweise zur Durchführung von Stakeholder Dialogen entwickelt. Diese Vorgehensweise stützt sich auf die Inhalte der Argumentationstheorie.

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