Physiotherapie ist eine spezifische Trainingsform für Menschen mit eingeschränkter Bewegungs- oder Funktionsfähigkeit des Körpers. Das Ziel ist es nach Verletzungen oder Beeinträchtigungen des Körpers, die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit wiederherzustellen, zu verbessern oder zu erhalten, damit der Patient die grösstmögliche Selbstständigkeit im Alltag erreicht.
 

Interdisziplinäre Teams

Zu unserem Physiotherapieteam zählen rund 60 diplomierte Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten. Zur Sicherstellung eines vollumfänglichen Therapieangebotes bietet ein langjährig erfahrenes Team der physikalischen Therapie weitere vielfältige Behandlungsformen an. Ausserdem unterstützen Assistentinnen unsere Arbeit am Patienten.

Wir arbeiten in interdisziplinären Teams und betreuen Patienten mit einer traumatischen und krankheitsbedingten Querschnittslähmung sowohl im stationären wie auch im ambulanten Bereich. Unser Ziel ist die weitest gehende Wiedergewinnung der Selbstständigkeit und Mobilität, um eine Rückkehr ins soziokulturelle Umfeld zu ermöglichen.

Im Rahmen der Ausbildung bieten wir Ausbildungsplätze für angehende Physiotherapeuten- und Physiotherapeutinnen. Es ist auch möglich, das benötigte Vorpraktikum der Physiotherapieschule bei uns zu absolvieren. Für Anfragen können Sie sich gerne an den untenstehenden Kontakt wenden. 

Unsere Patienten

Nebst traumatischen oder krankheitsbedingten Querschnittlähmungen behandeln wir auch Patienten mit anderen neurologischen Erkrankungen, Patienten nach wirbelsäulenchirurgischen Operationen und Patienten zur Entwöhnung vom Beatmungsgerät.

Ziel ist immer, mit den Betroffenen die grösstmögliche Autonomie zu erarbeiten. Hierfür bedarf es individueller Therapiekonzepte, um das vorhandene Regenerationspotenzial bestmöglich auszuschöpfen. Die Methodenwahl diesbezüglich unterliegt einer ständigen Anpassung und richtet sich nach den neusten Erkenntnissen der Neurorehabilitation. So werden auch Behandlungsstrategien in den unterschiedlichen Phasen der Rehabilitation zielorientiert für jeden einzelnen Patienten angepasst.

Wir stellen eine qualitativ gute Nachbetreuung durch regelmässige Kontrollen nach dem Aufenthalt bei uns sicher.

Physiotherapie im Schweizer Paraplegiker Zentrum

Physiotherapie im Schweizer Paraplegiker-Zentrum

Unser Angebot

  • Behandlungsmethoden und Massnahmen

    In der stationären Physiotherapie des Schweizer Paraplegiker-Zentrums (SPZ) bieten wir Einzeltherapien, Gruppentherapien und spezifische Therapieformen an. Das Therapieprogramm stimmen wir individuell auf Sie ab. Gemeinsam mit Ihnen legen wir es fest.

    • Atemtherapie
    • Beckenbodentraining
    • Bewegungsschulung
    • Elektrotherapie
    • Ganganalyse
    • Geh- und Gangschule
    • Gruppentherapien und Sporttherapie
    • Handtherapie
    • Hilfsmittelversorgung und –schulung
    • Hippotherapie
    • Kinesiotape und Tape
    • Neurologische Therapieformen (Vojta, Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation, Bobath)
    • Physikalische Therapien
    • Physiotherapie im Schlingentisch
    • Robotics gestützte Therapie
    • Rollstuhlhandhabung
    • Schmerztherapie
    • Transfertraining
    • Triggerpunktbehandlung
    • Wärme- und Kälteanwendungen, Sauna
    • Wassertherapie

    Beckenbodentherapie nach Grosemans

    Das Grosemans-Konzept ist vom belgischen Physiotherapeuten und Osteopathen Phillip Grosemans entwickelt worden. Das Konzept ist eine physiotherapeutische osteopathische Therapie der Harninkontinenz.
     

    Elektrotherapie

    Unter Elektrotherapie wird das therapeutische Einsetzen von Strom zur Schmerzlinderung, Durchblutungsverbesserung oder zur Muskelstimulation verstanden. Wir bieten in diesem Zusammen­hang neben Elektrotherapie (Biofeedback und funktionelle Elektro­stimulation) auch Lasertherapie, Stosswellentherapie und Ultraschall an.
     

    Funktionelle Bewegungslehre

    In der Funktionelle Bewegungslehre gibt es viele Techniken und Übungen, mit deren Hilfe der Patient lernen kann, ein ökonomisches Bewegungsverhalten wiederzuerlangen oder mithilfe des Therapeuten den bestmöglichen Kompromiss zu finden.


    Gangschule

    Unter dem Begriff Gangschule versteht man das systematische Trainieren des Gangbildes mit dem Ziel, alle Gangabläufe möglichst physiologisch einzuüben. Dazu ist es erforderlich, dass das Gangbild an die körperlichen Voraussetzungen des Patienten angepasst wird. Abhängig von den Voraussetzungen, werden gegebenenfalls entsprechende Hilfsmittel eingesetzt.


    Kinesiotape und Tape

    Unter Kinesiotaping versteht man eine Behandlungstechnik, bei der hochelastische Klebestreifen auf die Haut aufgeklebt werden, um verschiedene Effekte zu erzielen. Bei einem herkömmlichen, konventionellen Tapeverband handelt es sich um einen festen, unelastischen Klebestreifen, der auf die Haut aufgeklebt wird.


    Manuelle Therapie

    Die manuelle Therapie ist eine Behandlungsform, die sowohl zur Diagnostik als auch zur Therapie von Störungen am Bewegungsapparat eingesetzt wird.

    Maitland

    Beim Maitland-Konzept werden neben den passiven Gelenkmobilisationen und -manipulationen an den Extremitäten und der Wirbelsäule auch neurodynamische Techniken, Muskeldehnungen, stabilisierende Übungen und individuell adaptierte Heimprogramme eingesetzt.

    Mulligan
    Zentraler Punkt beim Mulligan-Konzept ist die Mobilisation unter Bewegung. Anhand von schmerzfreien «Gelenk-Repositionstechniken» soll eine schmerzfreie Funktion wiedererlangt werden.

    SAMT
    Die «Schweizerische Arbeitsgruppe für Manuelle Therapie bietet eine manualtherapeutisch auf mehreren Konzepten basierende Ausbildung. Sie ist auf die manuelle Medizin abgestimmt.

     

    Neurologische Therapieformen

    Bobath
    Das Bobath-Konzept basiert auf neurophysiologischen und entwicklungsneurologischen Grundlagen und orientiert sich an den Ressourcen des Patienten. Insbesondere nach einem Schlaganfall kann das Konzept in der Rehabilitation angewendet werden.

    Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF)
    Das Ziel der PNF-Physiotherapie ist es, durch verstärkte Stimulation der Sensoren das Zusammen­spiel zwischen Nerven und Muskeln zu fördern und damit physiologische Bewegungs­muster zu erleichtern, die im Zentralnervensystem abgespeichert sind.

     

    Triggerpunkttherapie

    Die Triggerpunkttherapie hat zum Ziel Verhärtungen in der Skelettmuskulatur zu beheben. Typisch für diese sogenannten myofaszialen Triggerpunkte sind eine lokale Druckempfindlichkeit und aus­strahlende Schmerzen.

     

    Vojta

    Die Grundlage der Vojta-Therapie basiert auf der Reflexlokomotion. Durch therapeutische Anwendung der Reflexlokomotion können elementare Bewegungsmuster bei Patienten mit geschädigtem Zentralnervensystem und Bewegungsapparat – zumindest in Teilbereichen – wieder erreicht werden, d. h. sie werden wieder zugänglich. Die Reflexlokomotion wird auf «reflexogenem» Wege aktiviert. «Reflex» im Sinne der Reflexlokomotion steht für die von aussen therapeutisch gesetzten Reize und deren definierte und immer gleich «automatisch» vorhandenen Bewegungsantworten.


    Wärme- und Kälteanwendungen, Sauna

    Der Effekt von Wärme und Kälte wird zur Durchblutungsverbesserung, Muskelentspannung und Schmerzlinderung als Vor- oder Nachbehandlung einer Therapie angewandt.
     

    Wassertherapie

    Wasser ist das ideale Element für gelenkschonende Gymnastik, vor allem, wenn Sie das Gelenk nach einer Operation noch nicht voll belasten dürfen. Ein Ziel kann auch sein, das Schwimmen zu erlernen. Zudem ist es eine Möglichkeit bei neurologischen Erkrank­ungen Spastik zu reduzieren.

  • Die Organisation der ambulanten Physiotherapie im Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) gleicht der einer privaten physiotherapeutischen Praxis. Wir sind spezialisiert in den Bereichen Neurologie, Orthopädie, Sportmedizin und Urologie.

    Behandlungsangebot

Fachgruppen

Zur Qualitätssicherung und Implementierung neuer evidenzbasierter Erkenntnisse bestehen im Therapiebereich Fachgruppen mit folgenden Schwerpunkten:

  • Querschnittgelähmte haben eingeschränkte Atemfunktionen. Sie haben weniger Kraft in der Atemmuskulatur und können teilweise nicht selbstständig Husten. Die Fachgruppe Atemtherapie stellt die korrekte Durchführung der individuellen Atemtechniken sicher und schult das Therapieteam regelmässig. Ebenso implementiert sie evidenzbasierte Erkenntnisse in der Anwendung von Atemtherapiegeräten.

  • Querschnittgelähmte haben je nach Verletzungshöhe eingeschränkte Funktionen in den Schultergelenken. Für die Fortbewegung im Rollstuhl oder zu Fuss sind sie jedoch stark auf die Funktionsfähigkeit der Schultern angewiesen. Die Schultergruppe sensibilisiert sowohl die Patienten, als auch die Therapeuten auf die besondere Rolle der Schultergelenke bei Querschnittgelähmten. Sie schult das Therapieteam regelmässig und unterstützt aktiv den Austausch zwischen Schulteroperateur, Patient und Therapieteam.

  • Roboter, die gelähmte Muskeln in Bewegung setzen, Gehhilfen, welche den Rollstuhl ersetzen: Assistenztechnologien sind auf dem Vormarsch, die Erwartungen an bahnbrechende Erfindungen gross. Ziel: Die Technologie soll Menschen mit einer Behinderung möglichst optimal unterstützen und ihnen dadurch das Leben erleichtern.

  • Die Abteilung für Handchirurgie ist ein europaweit einzigartiges Kompetenzzentrum für Patienten mit neurologischen Grunderkrankungen. Das Handteam hat sich darauf spezialisiert Patienten mit Tetraplegie (Halsrückenmarklähmung) die Arm- und Handfunktion ganz oder teilweise zurückzugeben. Dabei werden operativ Muskeln, Sehnen oder Nerven verlagert und neu zusammengefügt. Das interdisziplinäre Team besteht aus Chirurgen, Rehabilitationsmedizinern und Handtherapeuten.

  • Die FES wurde 1992 am SPZ als Behandlungsmethode eingeführt. Seitdem ist sie fester Bestandteil in der Rehabilitation von stationären als auch ambulanten Patienten. Es werden alle Anforderungen, der funktionellen Elektrostimulation im muskuloskeletalen Bereich, die in den Richtlinien der internationalen Gesellschaft für Funktionelle Elektrostimulation (IFESS) aufgeführt sind, umgesetzt.

    2018 eröffneten wir das internationale FES Zentrum für stationäre und ambulante Patienten im Bereich der neurologischen und muskuloskeletalen Rehabilitation.

  • Die Hippotherapie ist eine anerkannte medizinische Behandlungsmethode der Physiotherapie mit Hilfe eines Kleinpferdes. Bei der Hippotherapie werden die rhythmischen, dreidimensionalen Bewegungen des Pferdes auf den Patienten übertragen und so therapeutisch genutzt, ohne dass der Patient dabei aktiv auf das Pferd einwirkt. 

Informationen

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  • Die Einarbeitungszeit dauert zwischen drei und zwölf Monaten. Eine individuelle persönliche Betreuung durch fachkompetente Mitarbeiter wird gewährleistet. Während der ersten zwei Monate findet zusätzlich ein modular aufgebauter täglicher Unterricht von einer Stunde statt. Das Ziel des Unterrichts ist die interdisziplinäre Vermittlung von praxisnahem Wissen und Anwendungen in der Behandlung von Querschnittgelähmten. Zusätzlich findet ein Angebot von Kleinteam- und Grossteamfortbildungen zu aktuellen paraplegiologischen Themen statt. Das Hospitieren in hausinternen Fachabteilungen ist möglich.

Unsere Fachpersonen

  • Pirmin Oberson

    Co-Leiter Therapiemanagement

  • Jessica Decker

    Co-Leiterin Therapiemanagement

Kontakt

Öffnungszeiten Sekretariat

Montag bis Donnerstag:
08.00 - 12.00 Uhr
13.00 - 17.00 Uhr

Freitag:
08.00 - 12.00 Uhr
13.00 - 16.00 Uhr

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