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Querschnittlähmung als Behinderung

Es gibt viele verschiedene Formen einer Behinderung. Grundsätzlich lassen sich Behinderungen einteilen in Sinnesbehinderungen, Sprachbehinderungen, psychische Behinderungen,  Lernbehinderungen, geistige Behinderungen und körperliche Behinderungen. Einige dieser Behinderungen können aber auch kombiniert auftreten. Die Ursachen, die dazu führen können, sind sehr unterschiedlich. Behinderungen können angeboren oder erworben sein, respektive durch eine Krankheit oder durch einen Unfall verursacht werden.

Körperliche Behinderung
Eine spezifische Form der Behinderung ist die Querschnittlähmung. Diese Behinderung wird durch eine unfall- oder krankheitsbedingte Schädigung der Wirbelsäule/des Rückenmarks verursacht und zieht eine körperliche Einschränkung nach sich. Je nach Läsionshöhe sind die Extremitäten sowie der Rumpf teilweise oder komplett gelähmt. Zudem fehlt den Betroffenen meist die Kontrolle über ihre Darm- und Blasenfunktion. Infolge der Lähmung ihrer Extremitäten, können die Patienten nicht mehr gehen und sind aus diesem Grund auf einen Rollstuhl angewiesen. Dank diesem sind die meisten Querschnittgelähmten trotz ihr Behinderung sehr mobil. Die Rollstühle werden individuell auf die Bedürfnisse der Patienten angepasst, was besonders wichtig ist, um Druckstellen (Dekubitus) vorzubeugen und eine möglichst mühelose Fortbewegung zu gewährleisten. Allerdings gibt es im Alltag immer noch zahlreiche Hindernisse, die Menschen mit einer solchen Behinderung bewältigen müssen. Treppen, Parkplätze, Randsteine und hohe Regale sind nur ein paar wenige davon. Es erfordert viel Training und Durchhaltevermögen, damit Herausforderungen dieser Art gemeistert werden können.

Wahrnehmung von Menschen mit einer Behinderung
Querschnittgelähmten Menschen ist es wichtig, im Alltag möglichst selbstständig zu sein. Gerade weil sie „lediglich“ an einer körperlichen Einschränkung leiden, möchten sie nicht anders wahrgenommen werden als ihre gehfähigen Mitmenschen. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Personen mit einer Behinderung in Form einer Querschnittlähmung negativer eingeschätzt werden. Bezüglich ihrer Intelligenz und ihrer Leistungsfähigkeit werden sie häufig schlechter eingestuft als gehfähige Menschen. Diese Wahrnehmung kann aber durch verschiedene Massnahmen positiv beeinflusst werden. Dies hat eine aktuelle Studie erwiesen, die von der Schweizer Paraplegiker-Forschung (SPF) in Zusammenarbeit mit der Universität Luzern und der ETH Zürich durchgeführt hat. Verschiedenen Probanden wurde eine Filmsequenz gezeigt, in der eine Person im Rollstuhl einen Kriminalbeamten mimt. Vor und nach Abspielen dieser Sequenz wurden die Probanden zu ihrer Einstellung bezüglich der Leistungsfähigkeit und Berufseignung von Querschnittgelähmten befragt. Ergebnis: die Befragten schätzten Leistungsfähigkeit und Berufseignung von Menschen im Rollstuhl positiver ein, nachdem sie die Filmsequenz gesehen hatten. Es ist daher wünschenswert, dass in den Medien ein positives Bild von Menschen mit einer Behinderung vermittelt wird.


Karriereplanung ohne Kompromisse
Sehr viele Menschen mit körperlicher Behinderung sind trotz Einschränkungen ihrer Mobilität immer noch in der Lage, ihren Lebensunterhalt selber zu bestreiten. Zwar lässt die körperliche Behinderung die vorher ausgeübte Erwerbstätigkeit öfter nicht mehr zu, aber es gibt fast immer eine Chance für erfolgreiche Wiedereingliederung ins Berufsleben . Eine entsprechende Statistik des Instituts für Berufsfindung (IBF) im Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) Nottwil zeigt, dass für etwa 60% aller Patienten, die zur Erstrehabilitation dort weilten, eine sogenannte Anschlusslösung gefunden werden konnte. Das heisst: Es wurden bereits vor Klinikaustritt diverse Massnahmen getroffen, um eine Umschulung, Weiterbildung oder die Weiterführung einer Ausbildung einzufädeln. Das IBF leistet Beratung sowie Unterstützung in diesem Bereich und vermittelt auch Stellen. Alles in allem machen sich die Bemühungen, Menschen mit einer Behinderung den Weg in wirtschaftliche Unabhängigkeit zu ebnen, mehr als bezahlt.

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