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«Sagen Sie mal, sind Rollstuhlfahrer eigentlich ansteckend?»

Das Leben von Querschnittgelähmten ist schwierig. Aber vor 40 Jahren war es noch viel schwieriger. Erfahren Sie im folgenden Text, mit welchen alltäglichen Hindernissen Querschnittgelähmte vor noch nicht allzu langer Zeit konfrontiert wurden.

Der Gründer des Schweizer Paraplegiker-Zentrums Nottwil während einer Weihnachtsfeier in seiner früheren Schaffensstätte dem Schweizerischen Paraplegikerzentrum in Basel.

Unablässiger Einsatz: Der Gründer des Schweizer Paraplegiker-Zentrums Nottwil während einer Weihnachtsfeier in seiner früheren Schaffensstätte dem Schweizerischen Paraplegikerzentrum in Basel.

Sind Rollstuhlfahrer ansteckend?
Bevor Guido A. Zäch die Schweizer Paraplegiker-Stiftung gründete, arbeitete er im Schweizerischen Paraplegikerzentrum in Basel. An seinem ersten Arbeitstag als Chefarzt dort nahm Herr Zäch ein Taxi. Im Laufe der Fahrt fragte der Taxifahrer: «Manchmal muss ich Rollstuhlfahrer dorthin chauffieren. Sagen Sie mal, sind diese eigentlich ansteckend?».
Das tönt absurd oder? Vor gut 40 Jahren allerdings, waren Missverständnisse und Vorurteile gegenüber Querschnittgelähmten allgegenwärtig. Gastwirte weigerten sich Rollstuhlfahrer zu bedienen. Allerdings nicht, weil die Wirte sie nicht bedienen wollten, sondern weil mindestens 30 Prozent der Gäste demonstrativ gegangen wären. Man wollte nicht gemeinsam mit einem Behinderten in einem Raum sitzen.

Ein Rollstuhlfahrer auf einem Lift, der ihn in einen Zug befördert.

Heute wird Querschnittgelähmten der Einstieg in einen Zug nicht mehr mit Stapler, sondern mit speziellen Liften ermöglicht.

Eine Nacht im Postwagen
Aber auch für Querschnittgelähmte, die mittels öffentlichem Verkehr reisten, waren die Strapazen gross. In den 70er-Jahren existierten noch keine rollstuhlgängigen Bahnwagen. Querschnittgelähmte Zugpassagiere mussten sich deshalb im Postwagen transportieren lassen. Eingeladen wurden die Fahrgäste mit dem Stapler und die Reise fand dann zwischen Postsäcken und Paketen statt. Es gibt Erzählungen über Rollstuhlfahrer, die «vergessen» gingen und sogar über Nacht im Postwagen ausharren mussten.

Nicht nur der Gründer der Schweizer Paraplegiker-Stiftung, sondern auch ihr heutiger Präsident Daniel Joggi weiss von den Hindernissen zu erzählen. Er reiste als aktiver Sportler oft mit der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung an verschiedene Veranstaltungen und Trainingslager in aller Welt.

Allein das Flugzeug zu erreichen war schon problematisch, da die meisten Flughäfen nicht rollstuhlgängig waren. Hatte man das Flugzeug einmal mühsam erreicht und den Flug so komfortabel wie möglich überstanden, steckte man womöglich im Flugzeug fest. An der Mehrzahl der Flughäfen waren nämlich keine geeigneten Fahrzeuge für den Weitertransport vorhanden. Selbst wenn es Fahrzeuge hatte, waren diese nicht dafür ausgelegt, bis an den Platz im Flugzeug zu fahren. So mussten die Rollstuhlsportler von starken Helfern aus dem Flugzeug getragen werden. Daniel Joggi schmunzelt bei der Erinnerung an ein Erlebnis. Vor Jahren wurde er von zwei aussergewöhnlich kleinen Helfern aus dem Flugzeug getragen. Einer packte die Beine, der andere hielt ihn unter den Achseln – und sein Gesäss schleifte bis zum Bus am Boden entlang.

Guido A. Zäch bei einer sommerlichen Feier, inmitten von Rollstuhlfahrern.

Seit Beginn seiner Karriere hat sich Guido A. Zäch stets für die Belange Querschnittgelähmter eingesetzt.

Schnelle und unbürokratische Hilfe für Querschnittgelähmte
Nicht nur die gesellschaftliche Ignoranz und sozialen Missstände, sondern auch ungenügende medizinische Angebote, fehlende Hilfsmittel und extrem lange Behandlungszeiten von Querschnittgelähmten bewogen 1975 Guido A. Zäch, die Schweizer Paraplegiker-Stiftung zu gründen. Querschnittgelähmte schnell und unbürokratisch zu unterstützen ist auch heute noch das oberste Ziel.

Fundament der Stiftung war die Gönner-Vereinigung, die als Besonderheit jedem Mitglied im Fall einer unfallbedingten Querschnittlähmung einen Sofort-Unterstützungsbeitrag zusicherte. Der Erfolg dieser Idee war phänomenal. Schon im allerersten Jahr zählte die Stiftung 50 000 Mitglieder, heute sind es 1,8 Millionen, also mehr als ein Drittel aller Haushalte in der Schweiz. Mittlerweile ist Nottwil international zum Inbegriff für ganzheitliche Rehabilitation von querschnittgelähmten Menschen geworden. Die Rehabilitation stellt sicher, dass Betroffene heute ein würdevolles Leben führen können.

Ein Golfer, der von einem speziellen Roboter aufgerichtet wird.

Früher waren Querschnittgelähmte und ihre Belange an den Rand der Gesellschaft verdrängt. Heute können Sie mit Hilfe von hochmoderner Technik wieder diverse Sportarten treiben.

Den Schwung mitnehmen
Vieles hat sich für Querschnittgelähmte in den letzten 40 Jahren verbessert. Sowohl in der medizinischen Versorgung, in der Forschung als auch in der Therapie sind grosse Fortschritte gemacht worden. Auch die Haltung der Menschen gegenüber Querschnittgelähmten, wie man den Anekdoten entnehmen kann, hat sich dank dem Engagement der Paraplegiker-Stiftung zusammen mit der Solidarität der Bevölkerung geändert.

Trotzdem ist noch viel zu tun. Da der durchschnittliche Auslastungsgrad des Paraplegiker-Zentrums nahezu 100% beträgt, haben letztes Jahr in Nottwil die Arbeiten für einen Erneuerungs- und einen Erweiterungsbau begonnen. Ziel ist es, dass 2019 rund 175 Betten zur Verfügung stehen (heute: 150) und somit auch in Zukunft nie ein Mensch mit Querschnittlähmung abgewiesen werden muss.

Ein Skifahrer in einem speziellen Sitz für Querschnittgelähmte.

Sogar das Skifahren ist Querschnittgelähmten wieder möglich.

Jeder Beitrag hilft mit, Querschnittgelähmten die Rückkehr in Beruf, Familie und Alltag zu ermöglichen.

Traurig, aber wahr: Jeden zweiten Tag endet eine Unachtsamkeit mit einer Querschnittlähmung. Als Mitglied der Gönner-Vereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung erhalten Sie bei einer unfallbedingten Querschnittlähmung mit permanenter Rollstuhlabhängigkeit eine einmalige Zahlung von 200 000 Franken. Das gilt weltweit, unabhängig vom Unfall- oder Behandlungsort.

Werden Sie noch heute Mitglied unserer Gönner-Vereinigung und erhalten Sie ab sofort 200'000 Franken Unterstützung im Ernstfall.



1,8 Mio. Menschen in der Schweiz vertrauen uns bereits. Werden auch Sie ein Teil dieser einzigartigen Gemeinschaft.

Im Ernstfall CHF 200‘000 Gönner-Unterstützung

Eine Querschnittlähmung führt zu hohen Folgekosten, z.B. für den Umbau der Wohnung oder des Autos. Damit Betroffene nicht zusätzlich von Geldsorgen geplagt werden, erhalten unsere Mitglieder bei einer unfallbedingten Querschnittlähmung mit permanenter Rollstuhlabhängigkeit eine einmalige Zahlung von CHF 200 000.–.

Hier können Sie einen tieferen Einblick in die Tätigkeiten der Schweizer Paraplegiker-Gruppe gewinnen.

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