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Rosa Zaugg und Marcel Hug sind die diesjährigen «Querschnittgelähmten des Jahres»

Seit 1993 zeichnet die SPS querschnittgelähmte Menschen aus, die seit mindestens fünf Jahren im Rollstuhl sitzen, ihr Schicksal beispielhaft gemeistert und zusätzlich ausserordentliche, überdurchschnittliche Leistungen für Dritte und für die Gesellschaft erbracht haben. Eine öffentliche Ehrung mit Laudatio erfolgt jeweils im Rahmen des traditionellen Adventskonzertes.

Die Geehrten und ihre Laudatoren: SPS-Ehrenpräsident Guido A. Zäch (l.), Rosa Zaugg, Daniel Joggi, Stiftungsratspräsident SPS, Marcel Hug und Heinz Frei.

Die Geehrten und ihre Laudatoren: SPS-Ehrenpräsident Guido A. Zäch (l.), Rosa Zaugg, Daniel Joggi, Stiftungsratspräsident SPS, Marcel Hug und Heinz Frei.

Rosa Zaugg: Mit viel Einsatz und Geduld hat sie Wege für Betroffene geebnet  

Es war ein Sturz vom Gerüst, der dem Leben der 19-jährigen Bernerin 1975 eine drastische Wendung verlieh. Nach der Rehabilitation in Basel, wo sie Guido A. Zäch kennenlernte, beendete sie erfolgreich ihre Lehre als Malerin. Daneben engagierte sie sich schon bald in der gesamten Schweiz für die SPS und mobilisierte zusammen mit anderen Betroffenen bei öffentlichen Auftritten Gönner für die Stiftung.

Sport war für Rosa bereits früh ein wichtiger Ausgleich. Dieser steckte noch in den Anfängen; so wog ein Rollstuhl durchschnittlich 34 kg! Motiviert durch Rollstuhlsportler wie Heinz Frei, Franz Nietlispach oder Rainer Küschall nahm sie zwischen 1980 und 1992 viermal an Paralympischen Spielen teil. Beim ersten Mal noch in der Kategorie Rollstuhl-Slalom, wechselte sie danach ausserordentlich erfolgreich in die Kategorie Tischtennis. Unermüdlich war und ist Rosa Zauggs Engagement weit über den sportlichen Rahmen hinaus. So hat sie am ersten Hotelführer für Rollstuhlfahrer mitgearbeitet, sich für die erste rollstuhlgängige Sauna in der Schweiz eingesetzt. 1992 übernahm sie die Betreuung von vier somalischen Flüchtlingskindern, zu welchen sie bis heute guten Kontakt pflegt. Mit ihrer Devise «Aussergewöhnliches möglich machen» habe sie viel und Markantes bewegt, ehrte Guido A. Zäch die bald 60-Jährige in seiner Rede.

 

Marcel Hug: Botschafter für das Selbstverständnis einer jungen Generation von Sportlern

Seit 20 Jahren ist er sportlich aktiv, dabei ist Marcel Hug dieses Jahr erst dreissig geworden! Der Thurgauer, als jüngster von vier Buben auf einem Bauernhof in Pfyn aufgewachsen, gehörte von klein auf immer mit dazu – stets mit Rollstuhl wegen des Geburtsgebrechens Spina Bifida. Als erster Rollstuhlfahrer besuchte Marcel Hug die Sportschule Kreuzlingen, wo er den Sport und die Ausbildung zum Kaufmann perfekt in Einklang bringen konnte. Mit nur gerade 18 Jahren holte Marcel Hug an den Paralympics in Athen 2004 eine Silber- und eine Bronzemedaille – und im Nachgang den Titel als Nachwuchssportler des Jahres.

2010 entschied sich der Ostschweizer, ganz auf den Sport zu setzen und startete seine Profikarriere. Nach zwei Silbermedaillen an den paralympischen Spielen in London erkämpfte sich Marcel Hug schliesslich diesen Sommer in Rio Gold über 800m sowie in der Königsdisziplin, dem Marathon.

«Er ist das internationale Aushängeschild der Schweizer Rollstuhlleichtathletik und dank seiner Medienpräsenz ein wichtiger Botschafter für Anliegen der Schweizer Paraplegiker-Stiftung. Und für junge Nachwuchssportlerinnen und -sportler ist ‹Mäsi› mit seinem Ehrgeiz und seiner Bescheidenheit, die er trotz all seiner Erfolge behalten hat, ein grossartiges Vorbild», so Laudator Heinz Frei.

Querschnittgelähmte des Jahres ab 1993
  Tetraplegie Paraplegie
2016   Rosa Zaugg und Marcel Hug
2015 Alois Arnold  Jean-Louis Page
2014 Hansruedi Fitze Monika Geesing-Beck
2013 Rolland Bregy Elisabeth Mettler-Kiener
2012 Walter Mehr Jean-Marc Berset
2011 Josef Jakober Eva Burgunder
2010 Sergio Caravatti Jon Pünchera
2009   Corinne Morel und Hansueli Bobst
2008 Eros Tomasini Verena Brönnimann
2007 Simone Mertl Peter Gilomen
2006 Max Brunner Julia Fischer
2005 Regula Huwyler Franco Erni
2004   Alfredo Battistini und Sandra Graf
2003 Ursina Greuter Paolo Pelli
2002 Heidi Anneler Victor Bisquolm
2001 Heinz Schmid Alain Rossier
2000 Rudolf Isler Christiane Droux
1999 Jost Steger Ida Frehner
1998 Xaver Anderegg Daniel Joggi
1997 Pia Schmid Hardy Landolt
1996 Monica Schuler Franz Nietlispach
1995 Hans Rosenast Werner Waldispühl
1994 Elio Giulielmetti Marc Suter
1993 Rainer Küschall Heinz Frei

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