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Inhalt

1. Komplexe Wirbelsäulendiagnostik

Klinische Diagnostik mit Anamnese und Untersuchung

In der klinischen Diagnostik wird eine so genannte Anamnese (von griech. «Erinnerung») durchgeführt, bei der die Vorgeschichte eines Patienten in Bezug auf seine aktuellen Beschwerden erhoben wird. Eine sorgfältige Anamneseerhebung bezieht verschiedene Aspekte (biologische, psychische und soziale) ein. Die biographische Anamnese ist darüber hinaus erweitert auf die gesamte Lebens-geschichte des Patienten.

Bildgebende Diagnostik

In der bildgebenden Diagnostik kommen folgende Verfahren zur Anwendung

     • Röntgen
     • Computertomographie (CT)


Bei der Computer-Tomographie handelt es sich um ein spezielles Röntgenverfahren, das Querschnittsbilder und errechnete Rekonstruktionsbilder in diversen Ebenen von verschiedenen Körperregionen liefert. Die Untersuchung findet im Liegen statt. Zu Beginn der Untersuchung fährt die Liege in das CT-Gerät. Das Bedienungspersonal verlässt während der Untersuchung den Raum, bleibt aber über eine Gegensprechanlage verbunden. Das Gerät erzeugt einen schmalen Röntgen-strahl, der die gewünschte Körperstelle durchdringt und innerhalb des Körpers durch die verschiedenen Strukturen (z.B. Muskeln, Fett, Organe, Knochen) unterschiedlich stark abgeschwächt wird. Dank der guten Kontrastabstufung können verschiedene Gewebearten wie Knochen, Muskeln oder Fett besser unterschieden werden als beim herkömmlichen Röntgenbild. Durch den Einsatz von Kontrastmitteln lässt sich dies noch optimieren.

     • Magnetresonanztomographie (MRI)

Die Magnetresonanztomographie (auch MRI oder MRT genannt) ist ein bildgebendes Verfahren, welches insbesondere in der medizinischen Diagnostik zur Darstellung von Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper eingesetzt wird. Mit der MRT können Schnittbilder des Körpers erzeugt werden, welche eine Beurteilung der Organe und vieler krankhafter Organveränderungen erlauben. Die MRT beruht auf sehr starken Magnetfeldern, weshalb es bei implantierten Herz-schrittmachern nicht und bei Shunt-Ventilen nur nach Rücksprache eingesetzt werden darf. Im Gerät wird keine Röntgenstrahlung erzeugt oder genutzt. Die Organe können mittels MRT gut darge-stellt werden. Zudem kommt das Verfahren ohne potenziell schädliche Strahlung aus.

     • Myelographie

Die Myelographie ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem ein Kontrastmittel in den Wirbelkanal gespritzt wird. Anschliessend wird eine Röntgenaufnahme durchgeführt. Zwischen den Wirbelbögen des dritten und vierten Lendenwirbels wird eine Spezialkanüle eingeführt (Lumbalpunktion), die bis in den Duralsack (Liquorraum) reicht. Die Bedeutung der Myelographie in der Humanmedi-zin hat dank der Verfügbarkeit nicht-invasiver Schnittbildverfahren (MRT und CT) abgenommen. Bei spezifischen Fragestellungen und als dynamische Untersuchung hat die Myelographie jedoch immer noch eine grosse Bedeutung, ebenso bei der Nichtdurchführbarkeit von MRT oder CT. Prinzipiell dient die Myelographie vor allem der Diagnostik von Raumforderungen im Spinalkanal.

Interventionelle Diagnostik

Den Methoden der interventionellen Diagnostik kommt eine hohe Bedeutung zu, um beispielsweise die Herkunft eines unspezifischen tiefen Rückenschmerzes eingrenzen zu können. Zumeist werden die Diagnose-Methoden mit Hilfe eines Röntgen-Bogens, eines Ultraschalls oder der Computertomographie (CT) durchgeführt und können grösstenteils ambulant mit kurzem Aufenthalt in der Ta-gesklinik erfolgen. Zu den interventionellen Massnahmen, die im Schweizer Wirbelsäulen- und Rückenmarkzentrum zur Anwendung gelangen, zählen diagnostische und/oder therapeutische In-terventionen mit Infiltrationen von:

     • Triggerpunkten
     • Facettegelenken
     • Nervenwurzeln
     • peridural/epidural
     • Illiosakralgelenk
     • Diskographie-Provokation der Bandscheiben

Neurourologie mit Restharnbestimmung und -kontrolle

Unter Restharn versteht man das nach der Miktion (= Harnlassen) in der Blase verbleibende Harnvolumen in Millilitern. Es handelt sich dabei um eine Folge gestörter Blasenentleerung. Bei normaler Blasenfunktion ist die Blase nach der Miktion leer oder annähernd leer. Zunehmende Restharnbildung kann zur Erschöpfung der Blasenmuskulatur führen. In der Folge können z.B. Harnwegsin-fekte oder eine Überlaufinkontinenz auftreten. (Kennzeichen der Überlaufinkontinenz ist eine überfüllte Blase, aus der häufig kontinuierlich und unkontrolliert tröpfchenweise Urin abgeht. Obwohl die Blase gefüllt ist, und die Betroffenen einen starken Harndrang verspüren, können sie die Blase nicht entleeren).

Urodynamikmessungen

Bei der Urodynamik handelt es sich um ein Messverfahren, welches mit Hilfe von Drucksonden und Elektroden die Funktionsweise der Harnblase untersucht. Es wird in der Urologie und Kinder-chirurgie verwendet. Bei der Untersuchung wird ein spezieller Katheter in die Blase eingeführt. Nach anfänglicher Entleerung der Blase wird diese anschliessend durch den Katheter mit warmer Infusionslösung gefüllt. Gleichzeitig wird der Druck innerhalb der Blase gemessen. Ein weiterer Drucksensor wird in den After eingeführt und misst den Druck, der von aussen auf die Blase ein-wirkt, z.B. wenn der Patient hustet oder presst. Die gesamten Messwerte werden kontinuierlich do-kumentiert und aufgezeichnet. Die Daten werden meist über ein Computersystem ausgewertet und vom Arzt interpretiert.

Sportmedizinische Leistungsdiagnostik

In der Leistungsdiagnostik werden für Patientinnen und Patienten Kraft- und Ausdauertests unter Aufsicht von Sportmedizinern durchgeführt. Mit Labor-Lungenfunktionsmessungen, evtl. Asthmaabklärung, Rumpfkrafttestung, Belastungs-EKG und Körperfettmessung, wird eine medizinische Leistungs-Standortbestimmung vorgenommen. Die Ergebnisse der verschiedenen Testverfahren dienen der Beurteilung der aktuellen Leistungsfähigkeit und zur Beratung des zukünftigen Trai-ningsaufbaus. Durch solche Standortbestimmungen können bei Bedarf gezielte Trainingspläne, speziell für den Aufbau der Rumpfmuskulatur, erstellt werden. Diese Trainingsform geht deutlich wei-ter als die übliche Medizinische Trainingstherapie MTT.

 

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Zusatzinformationen

Kontakt

Schweizer Paraplegiker Zentrum
Wirbelsäulenchirurgie / Orthopädie
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6207 Nottwil

Leitung:
Dr.med. Martin Baur

T +41 41 939 57 88
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