Close

Sprachauswahl

Hauptnavigation

Hauptnavigation

Verlauf

Inhalt

3. Unfallverletzung der Wirbelsäule und des Rückenmarks

Das Schweizer Wirbelsäulen- und Rückenmarkzentrum betreibt einen 24-Stunden-Notfalldienst. Dabei werden die Ressourcen des Luzerner Kantonsspitals und des Schweizer Paraplegiker-Zentrums gemeinsam optimal genutzt:

Wirbelkörperfrakturen
Wirbelkörperfrakturen können durch direkte (z.B. Sturz) oder indirekte Gewalteinwirkungen auf die Wirbelsäule ausgelöst werden. Wirbel können aufgrund pathologischer Ursachen, wie z.B. Osteoporose oder einen Befall durch Tumoren oder Metastasen, brechen. In den meisten Fällen sind die Halswirbelsäule sowie die untere Brust- und die obere Lendenwirbelsäule betroffen. Die verletzlichsten Abschnitte sind die Übergänge der unterschiedlichen Krümmungen der Wirbelsäule, auf die besonders grosse Hebel wirken. Traumen mit grosser Gewalt und hoher Rasanz führen häufig zu Begleitverletzungen. So weisen Schwerverletzte in bis zu 20 Prozent Verletzungen des Achsenorgans auf und bedürfen einer Notfallbehandlung in einem multidisziplinären Akutversorgungshaus. Je nach Ausmass der Fraktur ist auch der Spinalkanal (schützender Kanal innerhalb der Wirbelsäule, in dem das Rückenmark verläuft) betroffen, was oft schwerwiegende Folgen wie etwa Teillähmungen oder Querschnittslähmungen hat. Häufig sind durch schwere knöcherne Stoffwechselschäden sogar ganze Wirbelsäulenabschnitte frakturiert und am Einbrechen. Dies führt zur schmerzbedingten Immobilität und Invalidität der oftmals schon älteren Patienten.

Diskoligamentäre Verletzungen
Bei den diskoligamentären Verletzungen sind sowohl die Bänder als auch die Bandscheiben ver-letzt. Die MRI-Untersuchung ist die diagnostische Methode der Wahl, um vor erforderlichen Repo-sitionen auch das Vorliegen eines traumatischen Bandscheibenvorfalls oder eines Rückenmark-schadens auszuschliessen. Gegebenenfalls können auch dynamische Röntgenfunktionsaufnahmen bei wachen und klaren Patienten die Diagnose sichern. Ein Beispiel für diskoligamentäre Verlet-zungen sind vollständige Luxationen, d.h. ein vollständiger Kontaktverlust gelenkbildender Kno-chenenden. Umgangssprachlich wird das Luxieren eines Gelenkes als «Auskugeln» oder «Ausrenken» bezeichnet.

Verletzungen des Atlas (1. Halswirbel)
Bei einer Verletzung des Atlas wird dessen ringförmige Struktur gesprengt. Je nach Art der Sprengung ist auch der Schweregrad der Verletzung unterschiedlich. Bei einer kompletten Sprengung des vorderen und hinteren Atlasbogens spricht man von einer so genannten «Jefferson Fracture».

Verletzungen des Axis (2. Halswirbel) und Dens axis
Ein auffälliges Merkmal des Axis ist der Dorn oder Zahn des Axis (Dens axis). Bei einer Verletzung des Axis bricht entweder der Dens (Zahn) ab. Es kommt zu einer so genannten «Hangman Fracture» mit traumatischer Abscherung des hinteren Wirbelbogens, namensgebend nachgewiesen bei obduzierten Erhängten.

Verletzungen untere Halswirbelsäule, Brust- und Lendenwirbelsäule
Im Bereich der Halswirbelsäule werden die weitaus häufigsten Erkrankungen durch Unfälle - hauptsächlich Verkehrsunfälle - verursacht. Die häufigsten Verletzungen im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule entstehen in deren Übergangsbereich. Über die Hälfte der Wirbelsäulenverlet-zungen treffen diesen Bereich. Hier wirkt der grosse Hebel der Brustwirbelsäule mit stabilem knöchernem Brustkorb (Thorax) ein, insbesondere bei grossen Beschleunigungs- und Kompressionskräften. Je nach Schwere der Verletzung, des entstandenen Defekts und erhaltener oder verlorener Stabilität kommen konservative oder operative Behandlungsmethoden in Frage.

Konservative Massnahmen
Funktionelle Übungsbehandlung, Ruhigstellungsorthesen/Korsett, Gipskorsett, Halo-Fixateur, verschiedene rigide Halsstützungs-Orthesen und -kragen.

Operative Massnahmen
Operative Massnahmen beinhalten Notfallstabilisationen, -dekompressionen und Rekonstruktionsoperationen, Wirbelkörperersatz durch Knochen, Cages aus Titan oder Kunststoff. Hierbei können auch minimal-invasive oder endoskopische Operationsmethoden zur Anwendung kommen. Posttraumatisch können weitere Eingriffe notwendig sein bei Deformität, Neurokompression, Syringomyelie.

________________________________________
zurück
________________________________________

Zusatzinformationen

Kontakt

Schweizer Paraplegiker Zentrum
Wirbelsäulenchirurgie / Orthopädie
Postfach
6207 Nottwil

Leitung:
Dr.med. Martin Baur

T +41 41 939 57 88
T +41 41 939 59 00
F +41 41 939 58 80

Webdesign by nextage.ch