Monika Schneider lebt heute in einem Alterszentrum – obwohl sie erst 68 Jahre alt ist. Ihre Geschichte zeigt, wie wichtig spezialisiertes Wissen und Zusammenarbeit sind, damit Menschen mit Querschnittlähmung auch nach der Reha gut begleitet werden.
Text: Andrea Zimmermann
Fotos: Sabrina Kohler
Seit Ende Dezember 2025 lebt Monika Schneider im Alterszentrum Schiffländi. «Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass es anders kommt», sagt Monika Schneider. «Doch angesichts der Umstände hätte ich es hier nicht besser treffen können.» Im Juli des vergangenen Jahres ist sie auf einem Tagesausflug in Norditalien, in der Nähe von Verbania, unterwegs. Durch eine kurze Unachtsamkeit stolpert sie und stürzt mehrere Meter in ein Bachbett. «Ich merkte sofort, dass etwas nicht stimmt», erinnert sie sich. «Ich konnte mich nicht mehr bewegen.» Nach der Erstversorgung in einem italienischen Spital wird sie mit der Rega ins Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) nach Nottwil geflogen. Für ihre Familie ist das eine grosse Erleichterung. Doch gleichzeitig werden sie dort auch mit einer Diagnose konfrontiert, die ihr Leben für immer verändern wird: Tetraplegie.
Nach der Reha beginnt die Herausforderung
Im SPZ ist alles auf Menschen mit Querschnittlähmung ausgerichtet. Für Monika Schneider und ihre Familie bedeutet die Zeit in Nottwil deshalb zunächst Stabilität. Doch was kommt nach dem Austritt? Die Suche nach einer passenden Wohn- und Pflegelösung gestaltet sich anspruchsvoll – entsprechende Plätze sind rar, und nicht jede Einrichtung ist auf die komplexen Pflegebedürfnisse von Menschen mit Querschnittlähmung vorbereitet. Die Situation von Monika Schneider ist daher kein Einzelfall. Betroffene werden heute älter als früher und benötigen deshalb im Alter zunehmend passende Wohn- und Pflegeangebote. Gleichzeitig sind viele Einrichtungen noch nicht auf diese komplexen Anforderungen vorbereitet. Es fehlt an Erfahrung und spezialisiertem Fachwissen.

Momente, die Kraft geben: Tochter Natalie Kaufmann und Grosskind Lino besuchten Monika Schneider regelmässig in der Schiffländi.
Wissenslücken schliessen
Um eine bedürfnisgerechte Betreuung zu ermöglichen, war ParaHelp, eine Organisation der Schweizer Paraplegiker-Stiftung, von entscheidender Bedeutung. Fachspezialistin Ursula Bucher begleitete das Team der Schiffländi von Anfang an, schulte die Mitarbeitenden und stand auch den Angehörigen zur Seite. Dabei ging es nicht nur um Theorie, sondern ganz konkret um den Pflegealltag. «Gerade nach der Reha zeigt sich, wie wichtig die Begleitung ist», sagt sie. Denn was im SPZ selbstverständlich ist, muss andernorts erst aufgebaut werden.

Ursula Bucher von ParaHelp zeigt Marzena Duda, Teamleiterin im Alterszentrum Schiffländi, die Geräte, die für die Atemtherapie von Tetraplegikerinnen und Tetraplegikern wichtig sind.
«Ich weiss, dass meine Mutter gut aufgehoben ist.»
Erleichterung für die Angehörigen
Dass in der Schiffländi alles so reibungslos läuft, ist auch für Monika Schneiders Tochter Natalie Kaufmann eine grosse Entlastung. Für sie war die Zeit nach dem Unfall ihrer Mutter besonders belastend. Sie fühlte sich verantwortlich, vieles lastete auf ihr allein: «Ich konnte lange kaum loslassen und hatte viele schlaflose Nächte.»
Mit der Unterstützung durch ParaHelp veränderte sich die Situation. «Ich weiss, dass meine Mutter gut aufgehoben ist», sagt die 32-Jährige. Es war nicht nur das Fachwissen, das ihr Sicherheit gab, sondern auch die Gewissheit, jederzeit eine Ansprechpartnerin zu haben. «Ich konnte mich jederzeit melden», sagt sie. «Das hat mir enorm geholfen.»


Ihre Spende zählt
Um Menschen mit Querschnittlähmung auch nach der Reha die nötige Unterstützung zu bieten, ist spezialisiertes Wissen entscheidend. ParaHelp bringt dieses Wissen dorthin, wo es im Alltag benötigt wird:
in Pflegeeinrichtungen,
zu Fachpersonen,
und zu Angehörigen.
Mit ihrer Spende ermöglichen Sie Angebote, die die Gesundheit und die Lebensqualität bis ins hohe Alter fördern und tragen dazu bei, dass Menschen wie Monika Schneider auch nach ihrer Reha sicher begleitet werden.
Anfragen und Kontakt
Beck Franzisca
Schweizer Paraplegiker-Stiftung
6207 Nottwil
IBAN
CH14 0900 0000 6014 7293 5
BIC
POFICHBEXXX
Tax-Nummer: 1195279
(NPO-Steueridentifikationsnummer)

