Chiara Schlatter auf dem Laufsteg der Mode Suisse 2023.

Mode für alle – das Projekt geht weiter

Stylische Mode ist für Menschen mit Querschnittlähmung oft unpraktisch. Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung ruft Modeschaffende und -studierende dazu auf, dem mit Ideen entgegenzuwirken. 

Auch Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung haben das Bedürfnis, Kleider zu tragen, die nicht nur funktional, sondern auch stylisch sind. Doch bis sie einen uneingeschränkten Zugang zu zeitgemässer Mode bekommen, muss sich noch vieles ändern. Stil und Funktionalität werden in unserer Gesellschaft nur selten zusammengedacht. 

Erfolgreiche Sensibilisierung

Deshalb hat die Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) im vergangenen Jahr zusammen mit Yannick Aellen, dem Gründer und Direktor von Mode Suisse, das Projekt ADAPT lanciert. Es setzt sich für eine Mode für Rollstuhlfahrende ein, die sowohl barrierefrei  als auch stylisch ist. In diesem Jahr wurde die zweite Runde des Projekts eingeläutet: ADAPT by SPF x Visual (ArchivesTM) Society. Victor Prieux vom Modelabel Visual (ArchivesTM) Society entwickelt mit Studierenden der Genfer Hochschule für Kunst und Design (HEAD – Genève) neue Modeideen.  

Das war ADAPT 2023

Preise und Awards

ADAPT will möglichst viele Modeschaffende für das Thema der adaptiven Mode sensibilisieren. Auch in der diesjährigen Ausgabe wirken wieder fünf Personen mit, die selbst im Rollstuhl sitzen. Nadia Dell'Oro, Angela Fallegger, Chiara Schlatter, Florian Bickel und Mike Lackner begleiten das Projekt sowie die einzelnen Phasen des Designprozesses. Und stellen zum Beispiel sicher, dass keine Nähte oder Knöpfe zu Druckstellen führen, die Hosenbeine nicht zu kurz sind oder der nötige Stoff oberhalb des Beckens nicht fehlt.

Einblicke in das laufende Modeprojekt

Das Projekt umfasst drei Phasen. Am Anfang stand der Austausch mit Designer Victor Prieux, den Studierenden und den Betroffenen. In der zweiten Phase werden nun die Kleidungsstücke entwickelt. In diesem Stadium sind die Feedbacks der Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer das A und O. Zum Abschluss werden die adaptiven Kleider am 2. September an der Mode Suisse einem breiten Publikum präsentiert.  

Der Start

Im April waren Victor Prieux und die Studierenden der Genfer Hochschule für Kunst und Design zu Besuch in Nottwil. An oberster Stelle stand der Austausch mit Menschen im Rollstuhl. Nadia Dell’Oro, von allen «Giordi» genannt, und Florian Bickel erzählten aus ihrem Alltag und worauf es bei adaptiver Mode ankommt. Natürlich durfte auch ein Besuch in unserem Besuchszentrum ParaForum nicht fehlen. Schliesslich ging es darum, dass das Mode-Team mit möglichst vielen wertvollen Inputs rund um das Thema Querschnittlähmung wieder nach Hause reist.   

Das Fitting

Nach einer intensiven und kreativen Zeit in Genf kam der Designer Victor Prieux wieder zurück nach Nottwil und hat die erarbeiteten Looks dem Projektteam vorgestellt. Die Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer waren begeistert. Dem Designer und den Studierenden ist es gelungen, die Inputs vom April optimal umzusetzen und adaptive Mode zu entwickeln, die stylisch und funktional ist. Die Betroffenen konnten nochmals hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben, wie z.B. hier hat es noch zu viel Stoff, da stört eine Naht oder der Druckknopf ist nicht optimal platziert. Die Mode-Experten wurden für die nächste kreative Phase gerüstet.

Der nächste Einblick in ADAPT folgt Mitte Juli.

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