Orthotec Rollstuhlsport FOXX im Windkanal

OT FOXX Story

«Lasst uns den schnellsten Rennrollstuhl der Welt bauen. Da geht noch mehr!»

Das ist er, der zündende Gedanke, der Orthotec Geschäftsführer Stefan Dürger im Sommer 2017 veranlasst, die neuartige Rennrollstuhllinie OT FOXX zu entwickeln.

Er hat ihn, als er der Rennbahn entlang spaziert, die sich gegenüber seinem Büro befindet. Hin und wieder holt sich Stefan Dürger eine Prise Frischluft und ordnet seine Gedanken. Dabei beobachtet er die Athletinnen und Athleten, die ihre Trainingsrunden auf den Sportanlagen der Schweizer Paraplegiker-Stiftung in Nottwil absolvieren. Orthotecs Kerngeschäft sind Hilfsmittel für Menschen mit Querschnittlähmung. Auch Sportgeräte wie Rennrollstühle gehören dazu. Nur gibt es auf dem Markt keine, wie er, als Maschinenbauingenieur, sie im Kopf hat: aerodynamisch perfekt, leicht und steif zugleich, pfeilschnell und präzise wie eine Schweizer Uhr.

Orthotec Rollstuhlsport Stefan und Foxx auf der Rennbahn

Swiss Made

Aus der Gedankenflamme wird ein loderndes Feuer: Ein Schweizer Rennrollstuhl, Swiss Engineering, Swiss Made, gefahren von Schweizer Rennrollstuhlsportlern! «Können wir den schnellsten und besten Rennrollstuhl der Welt bauen?», fragt Stefan Dürger sein Entwicklerteam. «Das können wir. Nicht alleine. Aber das können wir.»

Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung unterstützt das Vorhaben und auch die Schweizer Paraplegiker-Forschung wirkt mit. Weil von Anfang an ist klar, dass der Spitzensport als Innovationstreiber auch Erkenntnisse für den Alltag der Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer hervorbringen soll. Für die Schlüsselrolle des Athleten, der mit seiner Erfahrung die Entwicklung begleitet, kann Rollstuhl-Topathlet Marcel Hug gewonnen werden. Das ‘Swiss Project, so der Arbeitstitel, ist geboren. Und die Freude ist übergross, als die Sauber Group als zentraler Technologie-Partner mitmacht. Mit Begeisterung und einem Engagement weit über den zu erwartenden Rahmen hinaus. Damit hat Orthotec nicht nur Zugang zu Weltklasse Engineering-Know-How, sondern auch zum Windkanal, den unter anderem das Formel-1 Team Alfa Romeo Racing ORLEN nutzt. Denn Faktoren wie Aerodynamik oder Spurtreue sind nicht nur im Motorsport zentral, sondern auch im Rollstuhlrennsport.

Orthotec Rollstuhlsport The-Swiss-Project Grafik

 

 

Orthotec Rollstuhlsport Foxx im Windkanal

Zwei auf einen Streich

Orthotecs Mission ist die #Bewegungsfreiheit für Menschen mit Querschnittlähmung und ähnlichen Einschränkungen. Das Commitment für den Rollstuhlsport ist gross. Darum lanciert der Hilfsmittelspezialist sogleich zwei Modelle: Den OT FOXX M1 als top-end Produkt und den OT FOXX P1 als higher-end Variante, die in der Grösse noch vielseitiger an die Athlet*innen anpassbar ist. Beide Rennrollstühle verfügen über ein Vollcarbon-Fahrgestell, aerodynamisch optimiert mit neusten Berechnungsmethoden und Tests im Windkanal der Sauber Group und in Immenstaad. Auch die Aerodynamik-Experten von Swiss Side wirken mit und entwickeln passende Laufräder. Triathlongrössen wie Patrick Lange, Daniela Ryf oder Jan van Berkel optimieren ihre Geschwindigkeit und reale Leistung mit Swiss Side.

Orthotec Rollstuhlergometer mit Rennrollstuhl

Innovation, die vielen hilft

Die Bestimmung der optimalen Sitzposition im Rollstuhl ist grundlegend für den Erfolg der Neuentwicklung. Die Abstimmung beeinflusst die Kraftübertragung, die Aerodynamik, aber auch die längerfristige Belastung des Körpers der Athletin, des Athleten. Gerade die Schulter wird beim Rollstuhlfahren meist überbelastet. Nicht nur im Spitzensport, sondern vor allem im Alltag. So entsteht eine Messeinrichtung, das sogenannte Ergometer, mit dem sich sehr schnell verschiedene Sitzpositionen und deren Effekt auf die Kraftübertragung messen lassen. Die Schweizer Paraplegiker-Forschung arbeitet hierbei eng mit der ETH Zürich und dem Team von Orthotec zusammen. Das Ergometer ist bewusst so konstruiert, dass es nicht nur individuelle Messungen für den Rennsport ermöglicht, sondern auch die Sitzposition im Alltagsrollstuhl abstimmen hilft. Damit stiftet das ‘Swiss Project’ einen direkten Nutzen für die Community der Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer.

Orthotecsports OT FOXX Sportlerin Patricia Eachus und Sportler Marcel Hug Portraits

Gemeinsam mit den Athleten entwickelt

Neben Marcel Hug gesellt sich später die Athletin Patricia Eachus zum Team. Die beiden spielen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der OT FOXX Rennrollstühle. Ihr Feedback optimiert die Passform und die Eigenschaften der Rollstuhlmodelle. Dabei stellen die Ingenieure viele Fragen und hören aufmerksam zu. So paradox es klingt: Sie müssen fast selbst spüren können, wie es ist, wegen der Querschnittlähmung mancherorts nichts zu fühlen. Mut, Neues zu wagen und gegenseitiges Vertrauen prägen die Zusammenarbeit aller Partner. Der Einsatz lohnt sich: Im Juni 2021 werden der OT FOXX M1 sowie der OT FOXX P1 der Öffentlichkeit präsentiert und sind für alle interessierten Athletinnen und Athleten unter orthotecsports.com erhältlich. Bereits beim ersten Renneinsatz an den Paralympischen Spielen in Tokyo holt Marcel Hug mehrfaches Gold und bricht den Weltrekord über 1500 Meter in der Kategorie T54. Mensch und Maschine im Einklang.

OT FOXX Logo

Schlau wie ein Fuchs

Wie die Rennrollstühle zu ihrem Namen kamen? Ein 4 Meter grosser Fuchs ziert als Wandbild die Rollstuhlsport-Trainingshalle auf dem Campus Nottwil. Der Fuchs verkörpert fabelhaft die geforderte Schlauheit, die Sportlerinnen und Sportler an den Tag legen müssen. Taktisch geschickt muss man vorgehen, seine Energie einteilen, den richtigen Moment erkennen. Inspiriert vom Wandbild und seiner Aussage tragen die Orthotec Rennrollstühle den Fuchs (englisch ‘fox’) im Namen.

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