Pierre-Alain Tercier beim Leistungstest mit Fabian Ammann
Pierre-Alain Tercier beim Leistungstest mit Fabian Ammann

Kompetenz für alle Leistungsstufen

Die Spitze fördern, die Breite motivieren: Die Sportmedizin ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Leistungsnetzes von Nottwil geworden.

Text: Peter Birrer
Fotos: Sabrina Kohler, Walter Eggenberger, Nicole Rubitschon

Der Widerstand wächst, aber Pierre-Alain Tercier beweist Durchhaltevermögen. Der Rollstuhlathlet investiert, was seine Oberarme an der Handkurbel hergeben, während Leistungsdiagnostiker Fabian Ammann den Bildschirm im Blick hat. «Weiter so!», ruft er. «Die Frequenz halten!» – «Gib nochmal alles!» Die Motivation wirkt. Der Sportler mobilisiert seine Reserven.

Pierre-Alain Tercier beim Leistungstest mit Fabian Ammann

Pierre-Alain Tercier beim Leistungstest mit Fabian Ammann.

Schauplatz des Leistungstests ist die Sportmedizin des Schweizer Paraplegiker-Zentrums (SPZ) in Nottwil. Das Kader des Schweizer Rollstuhl-Curling-Teams, zu dem der Freiburger Pierre-Alain Tercier zählt, absolviert hier sogenannte Testing Days, bestehend aus diversen Untersuchungen in Form eines Parcours von einer Fachperson zur nächsten. Aus den Daten werden gemeinsam individuelle Entwicklungsschwerpunkte definiert, damit die Athletinnen und Athleten am Tag X ihre Höchstleistung erbringen können. Ein möglichst effizientes Training ist dabei die wichtigste Voraussetzung.

Sportmedizin SPZ pro Jahr

  • 2600

    Sportärztliche Sprechstunden

  • 1350

    Leistungstests

  • 600

    Ernährungsberatungen

Das Ziel: Weltklasse

Was 1995 in Nottwil als kleines Labor für Lungenphysiologie anfing, hat sich zu einem nationalen Kompetenzzentrum für Sportmedizin entwickelt. Dieser Fachbereich des SPZ ist kontinuierlich gewachsen. Chefarzt Phil Jungen ist seit 2015 dabei. «Wir leisten einen Beitrag, damit sich der Schweizer Rollstuhlsport auch langfristig auf Weltklasse-Niveau bewegen kann», sagt er. «Denn ohne eine fokussierte Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen gewinnt man heute keine Olympiamedaille mehr.»

Elf Fachpersonen bilden ein Team, das sich nicht nur mit Hingabe um den Leistungssport kümmert. Zu ihrem Alltag gehört auch die Arbeit mit Betroffenen, für die der Sport einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit leistet. Dabei kommen Erkenntnisse aus dem Spitzensport den Patientinnen und Patienten des SPZ zugute – und umgekehrt.

Bewegung steigert Lebensqualität

In Nottwil werden die Patientinnen und Patienten nach zwölf Wochen stationärer Behandlung zu einem Basis-Ausdauertest aufgeboten. Dies geschieht nicht, um neue Sportkarrieren zu lancieren, es geht vielmehr um eine Bestandsaufnahme der körperlichen Verfassung und um aufzuzeigen, welche positiven Auswirkungen Bewegung im Alltag eines Menschen mit Querschnittlähmung hat. «Bewegung steigert die Lebensqualität und erhöht die Selbstständigkeit», sagt Robert Werder, leitender Arzt der Sportmedizin in Nottwil.

In der Sporttherapie der Reha-Klinik werden die sportmedizinischen Trainingsempfehlungen zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit mit den Patientinnen und Patienten umgesetzt. Vier Wochen vor Abschluss der Erstrehabilitation absolvieren sie das gleiche Testprogramm noch einmal – und sehen dabei, welche Fortschritte sie bereits erzielt haben.

Gefragtes Ärzteduo

Chefarzt Phil Jungen betreut im Auftrag der Sportverbände die Schweizer Delegation an den Paralympics. Und Robert Werder ist der verantwortliche Mediziner des Schweizer Teams an den internationalen Universiaden. In der Sportmedizin in Nottwil wird viel Fachwissen erarbeitet und die Expertise des Ärzteduos ist entsprechend gefragt.

Das nationale Leistungszentrum für den Rollstuhlsport, das ebenfalls von der Sportmedizin des SPZ betreut wird, ist als Swiss Olympic Medical Center anerkannt. Das heisst: Es erfüllt auch alle Auflagen im Bereich des Spitzensports für Fussgängerinnen und Fussgänger. «Für uns ist das eine Auszeichnung und zugleich eine schöne Anerkennung», sagt Robert Werder. «Wir haben in der Branche einen sehr guten Ruf.»

«Ohne interprofessionelle Zusammenarbeit gewinnt man heute keine Olympiamedaille.»

Phil Jungen, Chefarzt Sportmedizin

Erfolg ist eine Teamleistung

Das Team in Nottwil betreut rund hundert Athletinnen und Athleten der Schweizer Rollstuhl-Elite aus vierzehn verschiedenen Sparten. Zudem prüft es Aspiranten des Grenzwachtkorps Basel auf ihre sportmedizinische Tauglichkeit ebenso wie Feuerwehrleute oder Berufstauchende.

Neben Fachpersonen für die Leistungsdiagnostik sind am SPZ auch zwei Athletiktrainer sowie eine Fachfrau für die Ernährung tätig. Sie kümmert sich um Themen wie Energie- und Kalorienmanagement, Nahrungs- und Ergänzungsmittel, Leistungsoptimierung oder verkürzte Regenerationszeiten. Ein weiterer wichtiger Fachbereich ist die Sportpsychologie, die ebenfalls von einer Spezialistin betreut wird.

Sportmedizin SPZ pro Jahr

  • 450

    Psychologische Beratungen

  • 900

    Laboranalysen

  • 3400

    Athletik/Kraft-Trainingsstunden

Positive Resultate

An den Testing Days des Para-Curling-Nationalteams hat Pierre-Alain Tercier alle Anstrengungen an der Handkurbel gemeistert. Leistungsdiagnostiker Fabian Ammann signalisiert mit einem Kopfnicken: Alles o. k. Die Resultate fallen positiv aus. Der Sportler atmet tief durch und hebt lächelnd den Daumen. «Alles gut gegangen», sagt er. Die Daten sind erfasst. Und die nächste Station wartet bereits.

Pierre-Alain Tercier begrüsst es, in fokussierter Form auf ein ganzes Netzwerk von Fachpersonen zugreifen zu können. Am Ende des Tages hat er eine umfassende Standortbestimmung zu allen relevanten Parametern und kann gemeinsam mit der Sportmedizin Nottwil die koordinierte Optimierung seiner sportlichen Leistung angehen.

Der Para-Curler, Pierre-Alain Tercier, trainiert mit voller Konzentration.

Der Para-Curler trainiert mit voller Konzentration.

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