Zu Besuch beim Kundendienst der Active Communication in Steinhausen

Manchmal wird sogar gezaubert

Elia Di Grassi kennt sich als Berater von Active Communication in der Welt der Kommunikationshilfsmittel bestens aus. Doch im Zentrum seiner Arbeit steht immer der Mensch.

Elia Di Grassi öffnet die Heckklappe seines Autos, setzt sich in den Kofferraum, der gefüllt ist mit Kisten voller Kabel, Demogeräten und technischen Hilfsmitteln. Der Wagen ist für ihn mehr als ein Fortbewegungsmittel. Er dient als Büro und Werk-statt, auch als «Hotel», wie er scherzhaft bemerkt. Er mag es unkompliziert.

Der 30-Jährige aus Muhen AG ist täglich unterwegs, legt Tausende Kilometer zurück, um seine Kundschaft zu beraten. Er versteht sich als «Problemlöser» bei Fragen rund um technische Hilfsmittel. Auf Achse ist er im Auftrag von Active Communication, einer Tochtergesellschaft der Schweizer Paraplegiker-Stiftung. 

Die Kommunikation ermöglichen

Active Communication (AC) ist darauf spezialisiert, Menschen mit einer Beeinträchtigung Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, die ihnen die Kommunikation ermöglichen. Computer, die sich mit den Augen steuern lassen und das Sprechen übernehmen, sind in diesem Bereich besonders gefragt.

Ein anderes zentrales Thema ist die Umfeldkontrolle. Hochgelähmte Menschen mit kaum oder nicht mehr vorhandener Handfunktion können so via Handy die Haustür öffnen, das Licht anmachen, den Lift bestellen oder den Fernseher anstellen.

Oft stellt sich die Frage, wie eine betroffene Person ihr Handy bedienen soll. Dank seinem Fachwissen über alternative Bedienmethoden findet Elia Di Grassi dafür massgeschneiderte Lösungen.

«Wir wollen den Betroffenen zu möglichst grosser Selbstständigkeit verhelfen.»

Elia Di Grassi

Experten wie er leisten technischen Support, rüsten die Kundschaft mit passenden Geräten aus oder leiten die Umsetzung einer Umfeldsteuerung. «Das ist eine der grössten Herausforderungen», sagt er. In solche Projekte sind mehrere Parteien involviert, darunter Elektriker oder Schreiner. Elia Di Grassi sammelt die Offerten und reicht sie der Invalidenversicherung ein.

Gefragt ist seine Kompetenz zudem im Bereich der Schul- und Arbeitsplatzanpassungen. Im Sortiment hat er eine Vielzahl spezieller Tastaturen, Computermäuse sowie andere Hard- und Software.

Soziale Prägung dank der Eltern

Elia Di Grassi interessiert sich zwar für technische Geräte und Entwicklungen, aber im Zentrum seiner Arbeit steht für ihn stets der Mensch. Sein soziales Denken hat viel mit den Eltern zu tun, die sich nicht nur um ihn und seine zwei Schwestern kümmerten, sondern auch regelmässig benachteiligte Kinder aufnahmen. Elia Di Grassi selbst arbeitete nach seiner Lehre als Fachmann Betreuung jahrelang in einer Stiftung für Menschen mit Beeinträchtigungen, bevor er im Februar 2019 zu AC ins Technik-Team wechselte.

Dort muss er auf dem Gebiet der Technik sattelfest sein. Aber eine andere Gabe ist ebenso wichtig: der gute Umgang mit den Betroffenen. Das beherrscht Elia Di Grassi. Der Familienvater mit süditalienischem Blut ist ein guter Zuhörer. Sein Ziel ist es, einen Einsatzort erst dann zu verlassen, wenn das Problem für die Klientinnen und Klienten behoben ist. «Wir setzen alles daran, diesen Menschen zu möglichst grosser Selbstständigkeit zu verhelfen», sagt er

Seine Arbeit sei «extrem sinnstiftend» und ein wunderbarer Lohn die grosse Dankbarkeit, die er tagtäglich erfahre. Sagts, klappt den Kofferraum zu und fährt los. Der nächste Kunde wartet.

Text: Peter Birrer
Bild: Adrian Baer

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