Berufliche Massnahmen (BM)

Voraussetzung für die beruflichen Massnahmen ist eine Präsenzzeit 20 Stunden pro Woche (50%).  Bei ParaWork werden die folgenden beruflichen Massnahmen angeboten: 

 

  • Unser Angebot der beruflichen Abklärung richtet sich vorwiegend an Menschen mit einer Querschnittlähmung, aber auch an Personen mit einer anderen körperlichen Beeinträchtigung. Die Abklärung ist auf eine Dauer von 3 Monaten und eine Präsenzzeit von 50% ausgerichtet. Dies um der Tatsache gerecht zu werden, dass Personen mit einer Querschnittlähmung für die Verrichtung ihrer alltäglichen lebenspraktischen Aufgaben sowie für den Besuch der notwendigen Therapien deutlich mehr Zeit benötigen. Im Einzelfall kann die Präsenzzeit im 2. und 3. Monat mittels individuellen Aufgabenstellungen auf maximal 80% gesteigert werden. Die Abklärung ist in 2 Teile aufgegliedert:

    1. Berufliche Basisabklärung (1 Monat)

    Die berufliche Basisabklärung dient der Abklärung der beruflichen BasisFähigkeiten. Je nach Fragestellung bieten wir:

    - Ermittlung der schulischen Fähigkeiten, resp. der Fachkompetenzen in Sprache und Mathematik (z.B. mittels Basic-Check)

    - Erfassen von Neigungen und Interessen (z.B. mittels EXPLORIX®, BFT22-E)

    - Erfassen des kognitiven Potenzials mittels Testverfahren, die den erforderlichen wissenschaftlichen Gütekriterien entsprechen (z.B. I-S-T 2000 R) - Handlungsorientierte Erfassung berufsbezogener und berufsübergreifender Kompetenzen mittels HAMET 3

    - Begleitung in der Auseinandersetzung mit beruflichen Möglichkeiten - Erste Abklärung der praktischen Fähigkeiten in unseren internen Bereichen PC-Training, Werkstatt, technischer Bereich (Elektronik, CAD, CNC, 3DDrucktechnik und/oder KV)

    - Abklären von Finger- und Handfertigkeiten (Umgang mit PC-Hilfsmitteln)

    2. Umfassende berufsspezifische Abklärung (2 Monate)

    Unter Einbezug der ersten Erkenntnisse und Ideen aus der beruflichen Basisabklärung wird die Abklärung individueller ausgerichtet und den Interessen und Fähigkeiten entsprechend fortgeführt. Wir bieten

    - Vertiefung, Konkretisierung und wenn nötig Anpassung erster beruflicher Ideen

    - Weiterführung und Vertiefung der internen Abklärungen von praktischen Fähigkeiten (Elektronik, CAD, CNC, 3D-Drucktechnik und/oder KV), wenn möglich angepasst an Interessen und Fähigkeiten

    - Beratung, Anpassung und Einübung von allenfalls notwendigen Hilfsmitteln

    - Durchführung eines internen/externen Arbeitseinsatzes in der freien Wirtschaft

    - Unterstützung bei der Suche nach Schnupperlehre(n) in einer konkreten Tätigkeit

    - Erstellen von Bewerbungsunterlagen

    - allenfalls Empfehlung für als sinnvoll erachtete medizinisch-therapeutische Massnahmen

    - Erstellen eines Eingliederungsplanes unter Einbezug aller Beteiligten, resp. Vorschlag einer passenden Anschlusslösung in Zusammenarbeit mit der zuständigen IV-Stelle.

    Wohnen: Personen, die nicht von zu Hause aus anreisen können, haben die Möglichkeit in einem Studio auf dem Gelände selbständig zu wohnen oder in der betreuten ParaWG ein Zimmer zu beziehen. Therapien: Bereits bestehende Therapien können wie gehabt weitergeführt werden. Alternativ besteht die Möglichkeit Schmerztherapie, Physiotherapie, Ergotherapie und Psychotherapie ins SPZ zu verlegen.

  • Durch ein längerdauerndes arbeitsbezogenes Training vertiefen unsere Klienten*innen ihre spezifischen Fertigkeiten und Fähigkeiten. Im Zentrum dieser gezielten Trainingsmassnahme steht das Erreichen des geforderten psychophysischen Belastungsprofils. Die Vorbereitung auf die berufliche Ausbildung oder die Rückkehr in den Berufsalltag steht im Vordergrund. Bei regelmässigen Gesprächen werden die Leistungen der Klienten*innen betreffend Quantität und Qualität thematisiert und transparent in einen Bezug zum erwünschten Job-Profil gesetzt. Der Prozess einer Neuorientierung wird dadurch positiv unterstützt. Durch spezifische Trainingsmassnahmen lernen Klienten*innen ihre eigene Leistung besser einzuschätzen. In der Vorbereitung auf den ersten Arbeitsmarkt werden die berufsspezifischen Fähigkeiten mittels Unterricht in der ParaWork und externes Ausbildungspraktika mit Job Coaching im allgemeinen Arbeitsmarkt trainiert. Im Fokus ist auch die Unterstützung bei der Stellensuche und Stellenvermittlung. Die Präsenzzeit während der berufsspezifischen Vorbereitung liegt bei mindestens 50%.

  • Nach einer eng begleiteten und strukturierten Schulzeit fällt es Jugendlichen mit einer körperlichen Einschränkung oftmals schwer sich in den Bereichen der Berufswahl und der Stellensuche zurechtzufinden und die vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen. Die Auseinandersetzung mit der Berufswelt ist eine herausfordernde Lebensphase. Darum bieten wir mit dem Perspektivenjahr die Möglichkeit Jugendliche mit einer Behinderung und ihr Umfeld während einem Jahr darin zu unterstützen einen perspektivenreichen und passenden Ausbildungs- und Berufsweg zu finden.

     

    Zielgruppe:

    Das Perspektivenjahr richtet sich an Jugendliche mit körperlichen Einschränkungen, welche nach der obligatorischen Schulzeit in der Berufswahl Unterstützung und Begleitung benötigen. Wir ermöglichen eine vertiefte und eng begleitete Auseinandersetzung mit den eigenen Fähigkeiten, sowie den Möglichkeiten der Arbeitswelt.

     

    Ziele:

    • Auseinandersetzung mit den eigenen Interessen und Fähigkeiten
    • Kennenlernen der Berufswelt und der verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten
    • Überprüfen der Berufsideen im Arbeitsmarkt in Schnupperlehren oder Praktika
    • Eigene Fähigkeiten und Grenzen in Bezug setzen zu den Möglichkeiten des Arbeitsmarktes
    • Erarbeiten eines realistischen Ausbildungsweges
    • Erstellen eines aktuellen Bewerbungsdossiers, sowie Bewerbungstraining
    • Generieren einer Anschlusslösung an das Perspektivenjahr im Rahmen einer Lehrstelle, eines Praktikums oder einer schulischen Lösung
    • Schulische Lücken erkennen und schliessen
    • Schulische Vorbereitung auf die angestrebte Ausbildung

     

    Ablauf:

    Das Perspektivenjahr startet jeweils Mitte August und dauert bis Ende Juli. Das Jahr ist in zwei Teile gegliedert: Abklärung (3 Monate) und berufsspezifische Vorbereitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt (8 ½ Monate)

     

    1. Abklärung

    Die Abklärung dient zur Standortbestimmung. Im Fokus stehen die Persönlichkeitsentwicklung, Berufskunde, Bewerbungsdossier, Berufsberatung, Bewerben und nach Möglichkeit eine erste Überprüfung in der Arbeitswelt durch einen Schnuppereinsatz. Zusätzlich wird das kognitive Potential, wie auch der aktuelle schulische Stand erhoben. Dazu werden diagnostische Tests, aber auch gängige Verfahren wie Multicheck oder Basic Check eingesetzt. All dies wird anlässlich eines Gespräches nach drei Monaten mit den Jugendlichen, den Eltern und dem Kostenträger ausgewertet mit dem Ziel einen individuellen Förderplan für die berufsspezifische Vorbereitung zu generieren.

     

    2. Berufsspezifische Vorbereitung:

    Die individuellen Förderziele der Abklärung stehen in der berufsspezifischen Vorbereitung im Zentrum. Neben den fachlichen und methodischen Aspekten werden hier auch Schlüsselqualifikationen für die Arbeitswelt trainiert. Der Unterrichtsplan wird entsprechend an die Bedürfnisse der Jugendlichen angepasst. Eine individuelle Vertiefungsarbeit light (VA) wird in der zweiten Jahreshälfte in Angriff genommen. Das Thema soll mit den beruflichen Interessen im Zusammenhang stehen und wird abschliessend präsentiert. Ergänzend dazu wird nochmals eine Lernstandsmessung durchgeführt. Ein grosser Anteil in der berufsspezifischen Vorbereitung bildet die Praktikum- und Lehrstellensuche. Im Optimalfall sind die Jugendlichen bereits im Frühjahr in einem Praktikum. Dieses kann wöchentlich an bestimmten Tagen stattfinden oder als Block.

     

    Wohnen:

    Die Jugendlichen wohnen während dem Perspektivenjahr zu Hause. Alternativ besteht die Möglichkeit in einem Studio auf dem Gelände selbständig zu wohnen, oder in der betreuten ParaWG ein Zimmer zu beziehen.

     

    Therapien:

    Bereits bestehende Therapien können wie gehabt weitergeführt werden. Alternativ besteht die Möglichkeit Physiotherapie, Ergotherapie und Psychotherapie ins SPZ zu verlegen.

Personen welche berufliche Massnahmen absolvieren werden von folgenden Fachpersonen unterstützt:

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