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«Meine Sorgen waren unnötig»

Wer sich nach einer Auszeit überlegt, wieder in den Pflegeberuf zurückzukehren, hat unter Umständen Bedenken, den Anschluss verpasst zu haben. Jasmin Supersaxo hat den Schritt gewagt. Ein Entscheid, den die 36-Jährige nicht bereut. 

Text: Andrea Neyerlin 
Bilder: Adrian Baer 

Jasmin Supersaxo ist mit ganzem Herzen Pflegefachfrau. Dass sie in der Pflege arbeiten möchte, war für sie schon als Kind klar. «Mit neun Jahren musste ich meine Mandeln operieren. Als ich damals im Spital lag, wusste ich: Hier will ich später auch einmal arbeiten», erzählt die 36-Jährige, die seit sechs Monaten am Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) arbeitet. «Ich habe das einfach in mir drin gespürt.». Und tatsächlich: Als es um die Berufswahl ging, entschied sie sich für die Ausbildung zur diplomierten Pflegefachfrau.

Familie und Beruf vereinbaren

Nach ihrer Diplomierung arbeitete sie zunächst vier Jahre im Zürcher Stadtspital Triemli und konnte dort auf der Inneren Medizin viele Erfahrungen sammeln. Damals war das Schweizer Paraplegiker-Zentrum für sie noch kein Thema. Sie wollte in einem Akutspital arbeiten. Der Fachbereich Rehabilitation hatte ihr aber schon bei einem Praktikum während ihrer Ausbildung am Luzerner Kantonsspital gefallen. «Entwicklungen und Fortschritte im Rehabilitationsprozess zu sehen, hat mir Freude bereitet», so Jasmin Supersaxo.

Nachdem sie mit Zwillingen schwanger wurde, war für die diplomierte Pflegfachfrau klar: Sie möchte sich ganz auf die Kinderbetreuung konzentrieren und eine berufliche Pause einlegen. Gemeinsam mit ihrem Mann kümmert sie sich um ihre mittlerweile drei Kinder. Die Zwillinge sind acht Jahre alt, der Jüngste fünf. «Ich wollte ganz für die Kinder da sein, wusste aber immer, dass ich irgendwann in die Pflege zurück möchte», erzählt sie.  

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«Niemand hat von mir erwartet, dass ich von Anfang an alles kann.» 

Jasmin Supersaxo

Fehlende Paraplegiologie-Erfahrung ist kein Hindernis

Zunächst zögerte Jasmin Supersaxo, sich im Schweizer Paraplegiker-Zentrum zu bewerben. «Ich hatte keine Erfahrung im Fachbereich Paraplegiologie», erzählt sie und ergänzt: «Doch bereits kurze Zeit nach meinem Wiedereinstieg zeigte sich, dass meine Sorgen diesbezüglich unnötig waren.» Sie habe im Team viel Rückhalt und Verständnis erfahren. «Niemand hat von mir erwartet, dass ich von Anfang an alles kann.» 

Die 36-Jährige arbeitet in einem 30 Prozent-Pensum und ist vor allem im sogenannten «Nachtfalterdienst» tätig, wo sie sich abends auf der Bettenstation D um die Bedürfnisse der Patient*innen kümmert. Ausserdem ist sie an einem Wochenende pro Monat im Einsatz. «Am SPZ erleben wir tagtäglich schwere Schicksalsschläge. Aber das Schöne ist, dass wir die Patientinnen und Patienten dabei begleiten dürfen, neue Perspektiven in ihrem Leben zu finden», erzählt sie über ihre Arbeit.  

Der eigenen Passion vertrauen

Ihren persönlichen Ausgleich im Spagat zwischen Familie und Beruf findet Jasmin Supersaxo in der Natur: Wenn sie joggend oder mit dem Velo rund um ihren Wohnort Sempach unterwegs ist, kann sie abschalten. Die engagierte Wiedereinsteigerin hat einen Erfahrungstipp für alle, die den Pflegeberuf nach einer Pause wieder aufnehmen möchten: «Macht euch nicht zu viele Gedanken. Vertraut eurer pflegerischen Passion und den hilfsbereiten Teams, die euch am Schweizer Paraplegiker-Zentrum begleiten. Es wartet eine äussert sinnhafte Arbeit auf euch.» 

Angebot für Wiedereinstieg in die Pflege

Alle Informationen zum Wiedereinsteiger*innen-Programm und zum Stelleninserat gibt es hier.

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