Integrationsmassnahmen (IM)

Das IM-Angebot setzt sich aus einem Belastbarkeitstraining und einem Aufbautraining zusammen und richtet sich in erster Linie an Menschen, welche von einer Querschnittsthematik oder Mobilitätseinschränkung betroffen sind. Nach erfolgter medizinisch-therapeutischer Rehabilitation wird die Belastbarkeit kontinuierlich aufgebaut und gefördert. Die Integrationsmassnahmen stellen die Vorbereitung auf Massnahmen beruflicher Art dar.

  • Das Belastbarkeitstraining beginnt bei minimal zwei Arbeitsstunden an vier Wochentagen, mit dem Ziel die Anwesenheit innerhalb von drei Monaten auf vier Arbeitsstunden an vier Wochentagen zu steigern.

  • Wenn die Präsenz des Belastbarkeitstrainings erreicht ist, erfolgt die Steigerung auf fünf Arbeitstage. Dies entspricht einem 50% Pensum und bildet die Grundlage für Massnahmen beruflicher Art.

Neben der Steigerung der Präsenzzeit werden während der Integrationsmassnahmen die folgenden weiteren Ziele verfolgt:

  • Stabilisierung der Kontextfaktoren (bspw. Mobilität, Blasen- und Darmmanagement, Umgang mit Spastik und Schmerzen usw.)
  • Belastbarkeit steigern und Resilienz aufbauen
  • Psychophysische Leistungsfähigkeit fördern

Durch die regelmässige Teilnahme an der IM-Massnahme wird die Gewöhnung an eine arbeitsbezogene Tagesstruktur erreicht. Motivationsbezogene Inhalte stehen betreffend Gestaltung des Angebotes im Zentrum. Ebenso hat der Aspekt der sozialen Kompetenzen einen bedeutenden Stellenwert. Die wirtschaftlich verwertbare Leistungsfähigkeit spielt in dieser Phase der Integration noch eine untergeordnete Rolle. Selbstwirksamkeitsüberzeugung und Selbstwertgefühl der Klienten*innen werden gezielt gefördert. Im Rahmen der IM werden keine Abklärungen über kognitive Leistungen durchgeführt.

Angebotsinhalte

Im Gegensatz zum stationären Aufenthalt im SPZ (bei welchem in der Regel Individualunterricht stattfindet) handelt es sich während der IM um begleitenden Unterricht sowie um Gruppenunterricht. Dieser findet in den folgenden Bereichen statt:

  • Im selbst organisierten Lernen (SOL) können individuelle Schwerpunkte festgelegt werden:

Sprachen/KV/Mathematik:

Deutsch, Französisch, Englisch, Mathematik,

KV, Buchhaltung, Korrespondenz, Tastaturschreiben, Allgemeinbildung

Individuelle Werkgruppe:

CAD, Technikbausätze, 3D-Holzbausätze, Bau- und Forstmaschinensimulator,

MS Flugsimulator, Kreatives, Handschrifttraining mit Hilfsmitteln

Nach einer Einführung erfolgt die Erarbeitung der Themen selbständig mit der Möglichkeit für eine punktuelle Unterstützung durch eine Fachperson im begleitenden Unterricht.

 

Weiter Angebote im Gruppensetting sind:

  • Individuelle Lern- und Trainingsgruppe (ILTG)
  • Peertalk
  • Atelier für Gestaltung
  • Musik
  • Kognitive Trainingsgruppe
  • English Discussion Group
  • Psychologische Beratung (Einzelsetting)

Peertalk

Im Peertalk werden Themen aus verschiedenen Lebensbereichen unter Betroffenen ausgetauscht und diskutiert. Begleitet durch Fachinputs werden Alltagsthemen reflektiert, mit dem Ziel, dass jede*r Betroffene selbst zum Experten, bzw. zur Expertin im Umgang mit dem eigenen Handicap wird.

Begleitung durch eine*n Coach*in berufsorientierte Integration

Der/die Coach*in ist während der Massnahme Ihre persönliche Bezugsperson. Die Coaches haben folgende Aufgabengebiete:

  • Bezugsperson für die Klient*innen bei Schwierigkeiten, Wünschen etc.
  • Organisation und Koordination der Massnahme
  • Regelmässige Auswertungsgespräche mit den Klienten*innen
  • Ansprechperson für die auftraggebende Stelle inklusive Berichterstattung (Versicherungen wie IV, MF, UV)
  • Koordination mit weiteren involvierten Stellen (SPV, Ambulatorium SPZ, ambulante Therapien SPZ, usw.)

Infrastruktur und Wohnen

Die ambulanten ParaWork Massnahmen finden im SPZ statt. Neben einer barrierenfreien Umgebung stehen Ihnen auch mehrere Möglichkeiten zur Verpflegung im Restaurant Centro sowie zur sportlichen Betätigung zur Verfügung.

Nach Absprache mit der zuweisenden Stelle steht jungen Erwachsenen das Angebot der ParaWG zur Verfügung. Dieses umfasst unterschiedliche Betreuungsintensitäten mit dem Ziel, das eigenständige Wohnen zu fördern. Bei langen Anfahrtswegen besteht, ebenfalls nach Absprache mit der zuweisenden Stelle, die Möglichkeit auf dem Campus in Nottwil zu wohnen.

Die erste ParaWG der Schweiz in Schenkon (LU) (paraplegie.ch)

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