Schulterchirurgie Schweizer Paraplegiker-Zentrum

Schulterchirurgie

Schulterschmerzen querschnittsgelähmter Personen sind weit verbreitet. Da Rollstuhlfahrer zur selbstständigen Bewältigung der alltäglichen Aktivitäten auf ihre Arme angewiesen sind, wird das Schultergelenk in sehr starker und teilweise unphysiologischer Art und Weise belastet.

Schaut man sich den Alltag eines Rollstuhlfahrers an, liegt die Vermutung nahe, dass die Schultermuskulatur aufgrund der Überbelastung vor allem beim Transfer und Rollstuhlfahren ermüdet und dadurch die dynamische Zentrierung des Oberarmkopfes während der Bewegung nicht mehr gewährleistet ist. So kommt es zu rasch fortschreitenden Gelenkschäden.

Zum Zeitpunkt einer Konsultation sind leider die Schmerzen dann oft schon dauernd und durch konservative Therapieformen nicht mehr beherrschbar, oder es ist bereits ein wesentlicher Funktionsverlust eingetreten. Meistens bedeutet das eine Behinderung beim Körpertransfer, dem Vorgang, der eine Unabhängigkeit einer gelähmten Person bestimmt.
 

Langjährige Erfahrung

Seit 2005 bietet die Wirbelsäulenchirurgie / Orthopädie am Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) Nottwil eine autonome Gelenksprechstunde durch Dr. med. Jacek Kerr an. Es werden sämtliche konservative und operative Massnahmen durchgeführt. Zu den Operativen gehört eine arthroskopische („Schlüssselloch-Technik“) Rekonstruktionen der Sehnen und Bänder, die Knochenbruchversorgung, Implantation von Endoprothesen sowie die Behandlung sonstiger Verletzungen und Erkrankungen der oberen und unteren Extremitäten. Eine vollumfängliche Unterstützung und ein konstanter Austausch finden mit der Orthopädie der Uniklinik Balgrist in Zürich statt. Die Sprechstunde, die konservative und operative Therapie im SPZ sind auch für nicht gelähmte Patienten offen. Sie können von den besonderen Erfahrungen in der Behandlung „anspruchsvoller“ Schultern aber auch anderer Gelenke profitieren.

Behandlungsangebote

  • Behandlung
    Schwerpunkte unserer Behandlung umfassen sowohl die operative Versorgung akuter Verletzungen des Bewegungsapparates als auch die Behandlung von degenerativen Schäden grosser Gelenke. Hierfür werden an Knie-, Schulter-, Ellbogen und Sprunggelenk überwiegend minimal invasive operative Techniken eingesetzt.
    Im Gegensatz zu den offenen Techniken ist das Operationstrauma bei arthroskopischen Eingriffen sehr gering. Daraus ergeben sich mehrere Vorteile. Die für ein intaktes Gelenk wesentliche propriozeptive Funktion bleibt erhalten, so dass die sportliche Leistungsfähigkeit rasch wieder auf altem Niveau erreicht werden kann. Weiterhin ist eine frühere Mobilisierung möglich, und der stationäre Aufenthalt wird deutlich kürzer. Durch das minimal-invasive Vorgehen wird die Morbidität geringer, es werden postoperativ weniger Schmerzen empfunden und das kosmetische Ergebnis ist besser.


    Diagnostik
    Die Diagnose und Behandlung erfolgt nach den neuesten Erkenntnissen medizinischer Forschung. Aufgrund der engen Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Sarnen und dem Schweizer Paraplegiker Zentrum können modernste Verfahren der Bildgebung genutzt werden. Dazu gehört beispielsweise die Kernspintomographie, die für die Diagnostik von Verletzungen der Schulter, des Knies sowie des Sprunggelenkes besonders hilfreich ist.

  • Ellenbogen
    Insbesondere die Ellenbogenarthroskopie hat sich in den letzten Jahren durch technische Fortschritte in besonderem Masse weiterentwickelt. Hierdurch ergaben sich verbesserte Behandlungsmöglichkeiten und ein breiterer Anwendungsbereich. Was vor Jahren nur mit multiplen Hautschnitten möglich war - nämlich die Darstellung sämtlicher Gelenkabschnitte - ist durch die diagnostische Ellenbogen-Arthroskopie möglich geworden. Am Ellenbogen machen meist Einklemmungen durch freie Gelenkkörper und Belastungsschmerzen bei Arthrose eine arthroskopische Behandlung notwendig. Weitere Behandlungsmöglichkeiten bestehen bei Knorpel- und Knochendefekten (sogar die Beurteilung von Knochenbrüchen), insbesondere am Radiusköpfchen, aber auch in den übrigen Gelenkabschnitten des Ellenbogengelenks. Auch die Lösung von Verwachsungen bei starker Bewegungseinschränkung und die Entfernung einer entzündeten Gelenkschleimhaut (Synovialitis), besonders bei einer rheumatischen Erkrankung, stellen häufig eine gute Indikation zur Ellenbogengelenkspiegelung dar.


    Hand
    Das Karpaltunnelsyndrom wird auch Medianuskompressionssyndrom genannt. Es ist das häufigste Engpass-Syndrom. Es macht etwa 20 Prozent aller vorkommenden peripheren Nervenschädigungen aus. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, wobei das Alter zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr liegt. Die Häufigkeit des Karpaltunnelsyndroms nimmt zu. Ein Grund für diesen ständigen Anstieg ist die vermehrte Arbeit am Computer und dem damit verbundenen Betätigen von Tastatur und Maus. Wenn mit anderen Therapiemethoden keine Heilung oder Linderung erreicht wurde oder die Erkrankung sich im fortgeschrittenen Stadium befin-det, sollte operiert werden. Besonders wenn schon erste Lähmungserscheinungen aufgetreten sind, ist eine Operation notwendig und sollte nicht zu lange hinausgezögert werden. Die Funktionseinbussen des geschädigten Nervs bilden sich nur langsam zurück und können auch nach einer erfolgreichen Operation noch einige Zeit anhalten. Bei schweren Nervenschäden kann nicht immer eine vollständige Wiederherstellung der Nervenfunktion erreicht werden.

  • Behandlungsangebot:

    • Rotatorenmanschette
    • Impingement-Syndrom
    • Tendinitis calcarea (Kalkschulter)
    • Schulterinstabilität
    • Pathologien der langen Bizepssehne (SLAP-Läsion)
    • Arthrose des Schultergelenkes
  • Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose)
    Häufigste Ursache einer Hüftgelenkserkrankung ist der Knorpelverschleiss, aus der sich die Hüft- bzw. Coxarth-rose entwickeln kann. Das Gelenk verliert zunehmend seine Passform, der Knochen bildet an den Rändern Ablagerungen, und Abriebprodukte verursachen wiederholt Schmerzen. Der Knorpelverlust führt zu einer zu-nehmenden Einsteifung des Gelenkes. Gleichzeitig treten Anlauf- und Belastungs-, später Nacht- und Ruhe-schmerzen auf, die zu einer Reduzierung der Gehstrecke und letztlich einer Einschränkung der Lebensqualität führen.


    Hüftgelenks-Endoprothese (Hüft-TEP)
    Wenn konservative Behandlungsmassnahmen (Physiotherapie, physikalische Massnahmen, Massagen, ent-zündungshemmende Medikamente) nicht mehr helfen, die Schmerzen zu stark geworden sind, ist der Zeitpunkt für eine Operation gekommen.
    Hüftendoprothese ist mit der älteste sich regelmässig in der Verwendung befindende Gelenkersatz. Dennoch seit nicht mehr als 20 Jahren wurden die Operationstechniken und das Material dermassen verbessert, dass die Lebensdauer einer Hüftprothese in Jahrzehnten gemessen werden kann. Bei der Hüftarthrose muss sowohl der Hüftkopf als auch die Hüftpfanne ersetzt werden.
    So ist dieser Eingriff einer der häufigsten und erfolgreichsten Routineoperation (europaweit ca. 400.000 /Jahr) in der orthopädischen Chirurgie geworden.
    Die Prothese ist der menschlichen Natur nachgebildet, d.h. sie besteht aus einer Pfanne und einem Schaft auf den ein Kugelkopf aufgesetzt wird. Mit Hilfe der präoperativen Planungsskizze werden Prothesengrösse und -stellung bestimmt, wobei hier individuelle Bedürfnisse berücksichtigt werden (Alter, Geschlecht, Knochenform, Körpergewicht, etc.).

  • Das Kniegelenk ist das grösste Gelenk des menschlichen Körpers. Es wird von drei Knochen: dem Oberschenkel-, Unterschenkelknochen und der Kniescheibe gebildet. Stabilisiert wird es von den umliegenden Muskeln und Bändern (Kreuz- und Seitenbänder). Weiterhin führen die Meniski das Gelenk, stabilisieren es, dienen als Stossdämpfer und verteilen den Druck. Wie jedes andere Gelenk wird auch das Kniegelenk von einer Knorpelschicht bedeckt. 

    Behandlungsangebot:

    • Bänder
    • Knorpelschäden
    • OATS (Osteochondral Autologuos Transfer System)
    • MACI / ACT
      (Matrix Associated Chondrocyte Implantation / Autologuos Chondrocyte Transplantation)
    • Mikrofrakturierung (sog. Pridie-Bohrung)
    • Umstellungsosteotomie
    • Arthrose
  • Behandlungsangebot:

    • Hallux valgus
    • Hallux rigidus
    • Hammerzehen / Krallenzehen / Klauenzehen
    • Schneiderballen / Bunionette (Kleinzehenballen)

Unsere Spezialisten

  • Dr. med. Martin Baur

    Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie und Orthopädie
    martin.baur@paraplegie.ch

    Lebenslauf Dr. med. Martin Baur

    seit 2014
    Schweizer Wirbelsäulen- und Rückenmark-Zentrum (CH) an den Standorten SPZ Nottwil und LUKS Luzern, Chefarzt


    seit 2014
    Schweizer Paraplegiker-Zentrum (CH), Wirbelsäulenchirurgie/Orthopädie, Chefarzt


    seit 2014
    Kantonsspital Nidwalden (CH) Wirbelsäulenchirurgie/Orthopädie, Konsiliar- und Belegarzt


    seit 2013
    Luzerner Kantonsspital (CH), Interdisziplinäre Wirbelsäulenchirurgie (Prof. Babst), Chefarzt


    seit 2011
    Zuger Kantonsspital (CH), Wirbelsäulenchirurgie/Orthopädie, Konsiliar- und Belegarzt


    2011
    Luzerner Kantonsspital (CH), Neurochirurgie und Interdisziplinäre Wirbelsäulenchirurgie (Prof. Babst), Co-Chefarzt


    2007
    Kantonsspital Luzern (CH), Interdisziplinären Wirbelsäulenchirurgie, Leitender Arzt


    2004
    Kantonsspital St. Gallen (CH), Neurochirurgie (Prof. Hildebrandt), Oberarzt


    2003
    Landeskrankenhaus Klagenfurt (A), Neurochirurgie (Prof. Lanner), Oberarzt


    2003
    Zentralklinikum Villingen-Schwenningen (D), Neurochirurgie (Dr. Oeckler), Assistent und Oberarzt


    2002
    Facharzt für Neurochirurgie, Freiburg i.Br. (D)


    2000
    Städtisches Krankenhaus München-Harlaching (D), Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie (Prof. Hertlein), Fellowship


    1997
    Facharzt für Chirurgie, Freiburg i.Br. (D)


    1992
    Klinikum Singen (D) und Rottweil (D), Allgemein-, Thorax und Gefässchirurgie (Prof. Rühland/Dr. Rehbein), Assistent, zusätzlich Luftrettungs- und Leitender Notarzt


    1989
    Zentralklinikum Villingen-Schwenningen (D), Unfallchirurgie (PD Henkemeyer), Assistent


    1988
    Universität Freiburg im Breisgau (D), Staatsexamen

     

    Mitgliedschaften

    - SGS (Schweizerische Gesellschaft für Spinale Chirurgie)
    - SGN (Schweizerische Gesellschaft für Neurochirurgie)
    - DGW (Deutsche Gesellschaft für Wirbelsäulenchirurgie)
    - DGWF (Deutsche Gesellschaft für Wirbelsäulen-Forschung)
    - BDC (Berufsverband Deutscher Chirurgen)
    - AO Spine (Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen)
    - NASS (North American Spine Society)

     

  • Dr. med. Jacek Kerr

    Konsiliararzt Schulterchirurgie

    Dr. med. Jacek Kerr

    seit 2014
    Ortho-Care Praxis Kriens


    seit 2006
    Praxis Zofingen - selbständig


    seit 2005
    Leitung der Schulterchirurgie SPZ Nottwil

    2004-2008
    Wirbelsäulenchirurgie: Oberarzt der Abteilung Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie, Schweizer Paraplegiker-Zentrum, Nottwil


    2002-2004
    rthopädie Oberarzt / Chefarztvertreter der Sportklinik- Stuttgart


    1999-2002
    Unfallchirurgie: Rechbergklinik Bretten, Lehrkrankenhaus der Universität Heidelberg


    1998-1999
    Orthopädische Rheumatologie Juniorpartner in einer orthopädisch-rheumatologischen Praxis-Klinik, Städtisches Klinikum Lüneburg

     

    1993-1998
    Orthopädie: St. Marien-Krankenhaus, Siegen, Lehrkrankenhaus der Universität Marburg


    1989-1993
    Chirurgie: Allgemein- und Gefässchirurgie: St. Josef-Hospital, Oberhausen

     

    Fellowships

    2003 Steadman-Hawkins Clinic, Foundation
    2001 New York Medical Collage, Orthopedic Departament Saint Vincence Hospital
    1999, 2000, 2006 Abteilung für Sportorthopädie der TU München (Prof. A. B. Imhoff)

     

    Fachbezeichnungen und Zusatzqualifikationen

    2009 Fähigkeitsausweis Schweizerischer Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (SGUM) - Bewegungsapparat
    2006 Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates (CH)
    2002 Abschlusszertifikat Kernspinntomographie Curriculum
    1998 Sportmedizin (D)
    1997 Facharzt für Orthopädie (D)
    1996 Chirotherapie (D)
    1996 Fachkunde Sonographie der Stütz- und Bewegungsorgane
    1995 Fachkunde im Strahlenschutz und Röntgendiagnostik
    1995 Promotion Uni Essen

     

Kontakt

Publikationen

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