

Isolde Kunde ist Pflegefachfrau auf der Intensivstation des Schweizer Paraplegiker-Zentrums.
Text: Peter Birrer
Bilder: Sabrina Kohler
Die langen Stunden haben an den Kräften gezehrt, doch Isolde Kunde geht zufrieden in den Feierabend. «Ich schätze jeden Tag, an dem ich hier arbeiten darf», sagt sie. «Ich habe eine erfüllende Aufgabe, die mich immer wieder von Neuem fordert.»
Seit sieben Jahren leistet die 58-Jährige als Pflegefachfrau auf der Intensivpflegestation (IPS) ihre Dienste am Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ). Sie kümmert sich um Menschen in einer Notsituation und kann sich dabei auf ihr Fingerspitzengefühl verlassen. Wenn sie ein Zimmer betritt, versucht sie als Erstes, die Atmosphäre richtig einzuordnen: «Ich scanne den Raum. Danach weiss ich, welche Worte angebracht sind.» Anfang 2025 wurde sie zur Gruppenleiterin IPS befördert.
«Ich habe eine erfüllende Aufgabe, die mich immer wieder von Neuem fordert.»
Isolde Kunde lebt ihre Berufung. Die gebürtige Hessin bringt Berufserfahrung aus 23 Jahren an der Universitätsklinik Mainz mit. Sie bekam im Schockraum aufwühlende Schicksale mit und lernte, in der Hektik einen kühlen Kopf zu bewahren. Sie kämpfte um Leben und erlebte die Ohnmacht, wenn ihr Team machtlos war. «Ich war da, wo es brannte», sagt sie. In Nottwil versteht sie sich auch als Mutmacherin.

«Gestern hatten Sie Glück …»
Die Basis einer erfolgreichen Zusammenarbeit ist für die Gruppenleiterin das gegenseitige Vertrauen. Ihr Antrieb ist es, einen Beitrag zu leisten, damit Menschen mit Querschnittlähmung eine möglichst hohe Selbstständigkeit erlangen. Und sie bemüht sich, eine gute Stimmung zu erzeugen. Manchmal klappt es mit einem Spruch: «So, gestern hatten Sie das Glück, einen netten Kollegen zu haben. Heute bin ich für Sie da.»
Sie tröstet, motiviert, witzelt. Mal ist sie feinfühlig, mal geradeheraus, mal unbequem. Nur auf eines verzichtet sie: auf Mitleid. «Das hilft nichts. Das Leben geht weiter, und wir setzen alles daran, damit es möglichst gut weitergeht.»
Isolde Kunde ist regelmässig nachts oder an Feiertagen im Einsatz, zuletzt an Heiligabend. Immer wieder hat sie mit Angehörigen zu tun, die auf der Intensivstation aufgewühlt sind und Emotionen nicht zurückhalten können. Sie sei in belastenden Situationen einfach «der Blitzableiter», sagt sie. «Ich nehme das nie persönlich.»
«Höchstleistungen sind nur möglich, wenn das Team funktioniert.»
Fasnächtlerin und Fussballfan
Sie schafft es gut, sich abzugrenzen. Den Rosenmontag in Mainz lässt die leidenschaftliche Fasnächtlerin nie aus. Als Fussballfan feuert sie ihren Lieblingsclub Mainz 05 auch im Stadion an. Und an Festen ist sie meist bis zum Schluss dabei. «Es darf auch mal krachen», erzählt Isolde Kunde.
Ihre Batterien lädt sie beim Reiten auf oder auf Abenteuern. Sie bestieg schon den Kilimandscharo, und zuletzt kehrte sie aus der Antarktis zurück. Die Energie nach solchen Reisen hilft ihr im Alltag. Doch sie betont: «Höchstleistungen sind nur möglich, wenn das ganze Team funktioniert.» Am SPZ ist das der Fall. Deshalb schätzt sie es so, hier arbeiten zu dürfen.
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