Menschen im Therapiegarten SPZ

Ein Stück Alltag kommt in die Rehabilitation zurück

Nach Abschluss der Bauarbeiten am Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) darf er nun vollends erblühen – der Therapiegarten. Das Besondere daran: in der Gartentherapie trainieren Patient*innen unbewusst Fertigkeiten, in dem sie alltägliches tun, wie sähen oder jäten.

Text  Brigitte Hächler
Fotos: Adrian Bär/Gabi Bucher

An den Hochbeeten und im Gewächshaus hinter dem SPZ haben fleissige Hände Kräuter, Salat, Blumen, Chili und einiges mehr angesät. Für Gabi Bucher, Verantwortliche Gartentherapie, die zusammen mit Susanne Gfeller, Verantwortliche Therapiegarten, das Ganze leitet, haben sich damit spannende Therapiemöglichkeiten aufgetan. «Schon in einigen Schweizer Rehakliniken gibt es Therapiegärten und somit die Gartentherapie. Beispielsweise in der RehaClinic Zurzach. Dort habe ich 2012 das Konzept an einer Fachtagung kennengelernt und war sofort begeistert.» Ebenso die Geschäftsleitung SPZ, die das Konzept Gartentherapie in der Rehabilitation bereits 2013 genehmigte. Die Realisierung des Therapiegartens musste jedoch warten, bis die Vergrösserung der Klinik und die Umgebungsarbeiten 2020 abgeschlossen waren. 

Alltagstraining

Hinter der Gartentherapie steckt ein wohldurchdachtes Konzept und ist nicht einfach «Beschäftigungstherapie». Die Basis dazu bildet das bio-psycho-soziale Modell, wie es auch der International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) der WHO zugrunde liegt.

«Während der Gartenarbeit trainieren die Patient*innen etwa beim Säen unbewusst die Feinmotorik ihrer Hände oder Kräftigen beim Stehen am Hochbeet die Bein- und Rumpfmuskulatur. Dies kommt dem Alltag näher, als Übungen im Therapieraum, die jedoch als Vorbereitung ebenso wichtig sind», erklärt Gabi Bucher.

Neues kennenlernen

Zudem fördert und unterstützt diese Therapie die Patient*innen darin, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben oder es zu erhalten. Es geht darum, neues kennenzulernen und zu erfahren, was auch im neuen Alltag möglich sein kann. «Beispielsweise erkennt eine Patientin dadurch, dass sie auch mit ihrer Einschränkung ihre Gartenleidenschaft weiterhin pflegen kann. Etwa mit angepassten Werkzeugen oder am Hochbeet.» So kommen bei Gabi Bucher und Susanne Gfeller einmal wöchentlich Patient*innen querbeet aus allen Abteilungen, mit unterschiedlichen Diagnosen und Vorkenntnissen zusammen. Vorerst jeweils in Zyklen von vier Wochen. Entweder zu viert in einer Gruppe oder in Einzeltherapie.

«Die Patient*innen wollen natürlich wissen, was mit ihren Produkten passiert.»

Ein Kreislauf

Die Gartentherapie umfasst den ganzen Prozess vom Säen, Pflegen, Unterhalten, Ernten, bis hin zur Verarbeitung der Produkte. Dieser Kreislauf soll auch in der Gartentherapie am SPZ entstehen. «Die Patient*innen wollen natürlich wissen, was mit ihren Produkten passiert», lacht Gabi. Schon jetzt wird die Ernte aus dem Therapiegarten teilweise in der Kochgruppe im gemeinsamen Kochtraining weiterverwertet. Doch da geht noch mehr und die beiden Gartenverantwortlichen haben noch einiges vor. Sie möchten jedoch alles langsam wachsen lassen und dann das Angebot erweitern.

«Wir unterstützen die Patient*innen darin, so selbstständig wie möglich zu werden, und erleichtern ihnen den Übertrag in den Alltag. Etwas zu säen, es wachsen zu sehen, es zu ernten und dann zu kochen, ist ein Erfolgserlebnis für alle und motiviert», sagt Gabi. So bringt der Therapiegarten ein Stück Alltag in die Reha zurück und ist gleichzeitig ein Begegnungsort für Herz und Seele.


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