

Sandra Affentranger ist Podologin im Schweizer Paraplegiker-Zentrum – und weiss, wie wichtig sorgfältig gepflegte Füsse sind.
Text: Peter Birrer
Fotos: Adrian Baer
Sie schiebt den mobilen Behandlungstisch in ein Zimmer, in dem ein Patient im Bett wartet. Sandra Affentranger hat alle sterilen Instrumente griffbereit, um ihre Arbeit zu verrichten: von Nagelzangen über Fräser und Scheren bis zu Desinfektionsmittel und Cremes.
Füsse sind die Welt der 35-Jährigen. Ihr halbes Berufsleben widmet sie ihnen bereits und die Leidenschaft lässt nicht nach. Dabei räumt sie rasch mit einem Vorurteil auf: «Oft haben die Leute eine falsche Vorstellung von meiner Arbeit. Ich mache weder Fussmassagen noch lackiere ich nur Nägel.»
«Der Fuss verdient Aufmerksamkeit. Man darf ihn nicht verwahrlosen lassen.»
«Ein faszinierendes Körperteil»
Sandra Affentranger nimmt sich am Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) Problemen an, die nicht nur Schmerzen, sondern auch Druckstellen verursachen können. Hauptsächlich kümmert sie sich um Nägel, die fachgerecht gestutzt oder mit einer feinen Titanspange versehen werden müssen, um das Wachstum zu korrigieren. «Eingewachsene Nägel können unangenehme Folgen wie eine Operation haben», sagt die Luzernerin. «Und zu lange Zehennägel erhöhen die Gefahr der Selbstverletzung bei Spastiken.» Sie betont: «Der Fuss verdient Aufmerksamkeit. Man darf ihn nicht verwahrlosen lassen.»
Manchmal staunen Kolleginnen und Kollegen über ihre Arbeit: «Sie könnten sich nie um die Füsse anderer Leute kümmern. Mich aber fasziniert dieses Körperteil. Und am Ende einer Behandlung ist das Ergebnis sichtbar.» Sandra Affentranger versteht sich als Handwerkerin am Fuss – in einem medizinischen Umfeld, in dem sie immer schon tätig sein wollte.
Bis zu einer Stunde kümmert sie sich pro Person um Zehennägel, Hühneraugen oder die Hornhaut. Sei es in ihrem Behandlungsraum, in den Patientenzimmern oder auf der Intensivpflegestation. Bei Bedarf kümmert sich die Podologin auch um Hände. Lange Fingernägel sind zum Beispiel für Menschen mit einer Tetraplegie ein grosses Hindernis, wenn sie einen Touchscreen bedienen wollen.


Fünf Tipps für gesunde Füsse von Sandra Affentranger
Enorm viel Dankbarkeit
Manchmal erzählen ihr die Patientinnen und Patienten ihre Geschichte. «Es wird nie eintönig», sagt Sandra Affentranger und betont, wie viel Wertschätzung sie im SPZ erfährt. Nicht nur von den Betroffenen, sondern auch von Pflegenden: «Oft schneiden sie die Nägel selbst. Sie sind jedoch dankbar, wenn wir Podologinnen Zeit dafür finden.» Mit ihrer Kollegin Viola Brunner bildet sie ein eingespieltes Duo. Dass das SPZ ein eigenes Podologieteam hat, ist für sie «überhaupt nicht selbstverständlich».
Sandra Affentranger schliesst die Behandlung des Patienten ab, räumt ihr Werkzeug zusammen und zieht weiter zum nächsten Termin. Nach Feierabend bleibt die Arbeit oft ein Thema – denn viele ihrer Freundinnen sind ebenfalls Podologinnen.
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