Kindernotfälle

Kurse: Notfallsituationen im Kindesalter

Einleitung und Nutzungshinweise

Wenn Sie Zeuge eines Kreislaufstillstands oder einer anderen akuten Notfallsituation sind: alarmieren Sie sofort den Rettungsdienst über die Notrufnummer 144 und beginnen Sie mit der Herzmassage, bzw. leisten Sie Erste Hilfe. Halten Sie sich nicht damit auf, die folgenden Informationen zu lesen. Diese sind als Kursmaterial konzipiert und nicht zur Anwendung im Akutereignis gedacht.

Notruf 144

Medizinischer Haftungsausschluss

Die folgenden Ausführungen werden in Abstimmung mit (inter)nationalen Leitlinien, sowie bei Bedarf aktualisiert und nach bestem Wissen überarbeitet. Sie ersetzen in keiner Art und Weise eine spezifische Ausbildung. Ihre Anwendung erfordert Sachkenntnis, Erfahrung und situative Flexibilität. Das beschriebene Handeln setzt explizit die Beherrschung der Massnahmen durch den Anwender voraus und darf nicht zu einem Ersatz oder Verzögerung der Alarmierung des Rettungsdienstes führen. In Zweifelsfällen konsultieren Sie Arzt oder Rettungsdienst.
An zwei Stellen werden in Übereinstimmung mit internationalen Empfehlungen Medikamente aufgeführt (Aspirin bei nicht traumatischem Brustschmerz und Adrenalin Autoinjektor bei schwerer allergischer Reaktion). Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass der Gesetzgeber in der Schweiz die entsprechende Medikamentenabgabe nur für medizinisches Fachpersonal legitimiert, weshalb der Einsatz, bzw. der Delegationsrahmen im Vorfeld und für die spezifischen Bedingungen von Anwender und institutionellem Rahmen zu klären ist. SIRMED vergibt diesbezüglich keine Kompetenzen für Ersthelfer.

Achtung: Trotz aller Sorgfalt bei der redaktionellen Ausarbeitung können Fehler nie gänzlich ausgeschlossen werden. Eine juristische Gewähr für die gemachten Angaben kann daher nicht übernommen werden. Der Anwender muss sich fachlich immer anhand der aktuellen Literatur auf dem Laufenden halten. Über konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge sind wir dankbar. Jegliche Haftungsansprüche, die sich aus der Verwertung der folgenden Aussagen ergeben werden abgelehnt.

Indem Sie an dieser Stelle weiterlesen, erklären Sie die Nutzungshinweise gelesen und verstanden zu haben und akzeptieren die Aussagen zu Haftungsausschluss und Verantwortlichkeiten in allen Punkten. 

Notfallsituationen im Kindesalter bei Säuglingen
Notfallsituationen im Kindesalter Erste Hilfe
  • Informationen:

    • Meist im Rahmen eines Virusinfektes der oberen Luftwege
    • Betrifft vor allem Kinder ab dem Schulalter 

    Erkennen:

    • Heiserkeit bis hin zur Stimmlosigkeit 
    • Räusperzwang, trockener Reizhusten
    • Kratzen im Hals

    Handeln:

    • Arztkonsultation, wenn nach 3 bis 4 Tagen keine Besserung eintritt 
    • Noch heute zum Arzt, wenn zusätzlich hohes Fieber besteht
    • Rettungsdienst alarmieren, wenn Schluckstörungen und/oder Atemprobleme auftreten
       
  • Informationen:

    • Die Epiglottitis (= Kehldeckelentzündung) trat früher regelmässig auf
    • Dank der HiB-Impfung heute sehr selten
    • Lebensbedrohliche Krankheit, vor allem bei Kindern zwischen 2. und 5. Lebensjahr

    Erkennen:

    • Hohes Fieber
    • Schlechtes Allgemeinbefinden
    • Halsschmerzen, Schmerzen beim Sprechen, Schluckbeschwerden, Nahrungsverweigerung
    • Starker Speichelfluss
    • „Klossige Sprache“ auch »Heiße-Kartoffel-Sprache«
    • Atemnot mit Pfeifen, »Karcheln« und Röcheln

    Handeln:

    • Alarmierung des Rettungsdienstes
    • Keine Manipulation zur Inspektion des Rachenraums
    • Kind beruhigen - Stress vermeiden
    • Aufrechte Sitzposition
       
  • Information:

    • Chronische Entzündung der unteren Atemwege
    • Immer wiederkehrende Atemnotanfälle
    • Häufigkeit: 5 bis 10 % aller Kinder
    • Allergien und Sport als mögliche Auslöser

    Erkennen:

    • Wiederholte Husten- oder Atemnotanfälle
    • Hörbares »Pfeifen« (sog. Giemen) beim Atmen und insbesondere erschwerte Ausatmung
    • Im Anfall typische Haltung zur Erleichterung der Atmung: sitzend, leicht nach vorne gebeugt und mit aufgestützten Armen
    • Bei Zunahme der Atemnot: Unruhe, Angst, Schwierigkeiten beim Sprechen, Blauverfärbung der Lippen und später der Haut sowie deutlicher Anstieg der Atemfrequenz


    Handeln:
    Asthma nicht bekannt:

    • Kind beruhigen und beim Einnehmen einer angenehmen Position unterstützen
    • Falls möglich Vermeidung des auslösenden Allergens (bei Pollenallergie Kind in die Wohnung bringen)

    Sofortige Arztkonsultation oder Rettungsdienst alarmieren, wenn:

    • Kind mit Atemnot nicht mehr sprechen kann
    • Haut um die Lippen sich blau verfärbt
    • Kind kraft- oder teilnahmslos wird


    Asthma bekannt:

    • Kind beruhigen
    • Kind zum Einsatz der Lippenbremse animieren
    • Unterstützung beim Einnehmen der Notfallmedikamente (Inhalation) 

    Sofortige Arztkonsultation oder Rettungsdienst alarmieren, wenn:

    • Medikamente nicht wie gewohnt wirken
    • Kind keine Kraft mehr hat und wird teilnahmslos 
       
  • Information: 

    • In Herbst- und Wintermonaten sehr häufig
    • In aller Regel durch Viren verursacht 
    • Bei grösseren Kindern meist nach ein paar Tagen von selbst wieder vorbei
    • Bei Säuglingen betrifft die Bronchitis oft auch die ganz kleinen Bronchien = Bronchiolitis
    • Krampf der Muskeln der Bronchialwand führt zu obstruktiver oder spastischer Bronchitis

    Erkennen:

    • Schnupfen, Husten, meist trockener Reizhusten
    • Möglicherweise (leichtes) Fieber
    • Bei Kleinkindern möglicherweise uncharakteristische Bauchbeschwerden
    • Erschwerte Atmung bis Atemnot
    • Erhöhte Atemfrequenz
    • Einziehungen
    • Hörbare Atemgeräusche (»Pfeifen«) bei der Ausatmung

    Handeln:
    Arztkonsultation oder Alarmierung des Rettungsdienstes, wenn:

    • Kind Zeichen einer Atemnot zeigt
    • Schnelles Atmen und blaue Lippen
    •  Kind beim Atmen hörbar »pfeift«
    • Verschlucken eines Fremdkörpers nicht ausgeschlossen werden kann (plötzlich starker Husten beim Kleinkind)
       
  • Informationen:

    • »Spitzenreiter« kindlicher Erkrankungen der Atemwege
    • Lästig, aber i.d.R. harmlos
    • Können das ganze Jahr über auftreten
    • »Saison« ist in den Herbst- und Wintermonaten
    • Bei Kindergartenkindern gelten 8 bis 10 Erkältungen jährlich durchaus als normal

    Erkennen:

    • Schnupfen (zuerst wässrig-klar, später schleimig-eitrig, z. B. gelb oder grün)
    • Niesen
    • Kratzen im Hals, leichte Halsschmerzen
    • Husten, Heiserkeit
    • Möglicherweise Fieber und beeinträchtigtes Allgemeinbefinden mit Kopf- und Gliederschmerzen

    Handeln:
    Ärztlichen Rat einholen, wenn:

    • Erkältung länger als 7 Tage besteht
    • Fieber nach drei Tagen nicht sinkt
    • Die Beschwerden und das Fieber nach ein paar Tagen eher schlimmer als besser werden
    • Starke Ohren- oder Kopfschmerzen bestehen
    • Atemprobleme auftreten

    Ihr Kind mit einer »Erkältung«, hohem Fieber und starken Kopfschmerzen 

    • einen steifen Nacken bekommt 
    • sich erschöpft und/oder teilnahmslos und schläfrig wird
    • punktförmige Hautblutungen (Petechien) zeigt
       
  • Information:

    • Erstickungssituationen z.B. Wasser, Fremdkörper/Spielsachen, Insektenstich im Mund/Rachen
    • Nüsse sind bei Kindern unter 4 Jahren oftmals Auslöser für Erstickungsnotfälle
    • Kauen und Schlucken ist eine Fähigkeit die sich langsam in den ersten 3 Lebensjahren entwickelt
    • Kleine Kinder Schlucken und Atmen gleichzeitig. Aus diesem Grund verschlucken sie sich auch leichter

    Vorhersehbares ist vermeidbar!

    • Nicht unbeaufsichtigt baden lassen
    • Gegessen wird am Tisch
    • Wassersammelstellen wie z.B. Regenwassertonne abdecken
    • Kinderschutz für den Gartenteich
    •  usw.


    Erkennen:

    • Plötzlich anfallsartiger oder anhaltender Husten 
    • Deutliche Atemnot mit Blauwerden der Lippen / des Gesichtes
    • Ringen nach Luft 
    • „Pfeifendes" Atemgeräusch
    • Einziehungen über dem Brustkorb beim Atmen
    • Kind spricht nicht mehr
    • Kind wird bewusstlos


    Handeln:

    •  Alarmierung des Rettungsdienstes
    • Kind zum Husten auffordern
    • Keine Manipulationen im Mund- und Rachenbereich
    • Bei Kindern ab dem 1. Lebensjahr: Wiederholtes Heimlich Manöver, solange der/die Betroffene wach ist
    • Kleinkinder bis zum 1. Lebensjahr erhalten jeweils 5 Schläge zwischen die Schulterblätter im Wechsel mit 5 Thoraxkompressionen 
    • (Kleinkindern unbedingt den Kopf stützen bei den Schlägen auf den Rücken)
    • Atemstörung bleibt weiterhin bestehen und Kind wird bewusstlos: Beginn mit Herzmassage und Beatmung (BLS Massnahmen)
    • Massnahme führt zum Erfolg, normale Atmung erkennbar: 
    • Stabile Seitenlagerung und regelmässige Kontrolle der Atmung bis Eintreffen Rettungsdienst
    • Kind nach einem Erstickungsnotfall immer im Spital abklären lassen
       
  • Information:

    • Entzündung des Lungengewebes  
    • Ursächlich meist eine Infektion 
    • Kann in jedem Lebensalter auftreten
    • Ausheilung meist ohne Komplikation, eine rechtzeitige und konsequent durchgeführte Therapie ist hierfür jedoch wichtig


    Erkennen:

    • Husten, anfangs trocken, später oft mit Auswurf (möglicherweise blutig)
    • In der Regel Fieber
    • Schnelle und/oder schmerzhafte Atmung bis hin zur Atemnot
    • Schlechtes Allgemeinbefinden
    • Trinkunlust bis zur Nahrungsverweigerung
    • Oft rasche Atmung mit atemsynchronen Bewegungen der Nasenflügel und/oder Einziehungen über dem Brustkorb

    Handeln:
    Arztkonsultation, wenn:

    • das Kind blutigen Auswurf aushustet
    • der Säugling Husten und Fieber hat
    • der Säugling nicht ausreichend trinkt
    • das Kind Atemnot aufweist
    •  generell wenn das Fieber nach drei Tagen nicht sinkt
       
  • Information:

    • Kehlkopfentzündung mit starker Schwellung der Schleimhäute und Einengung der oberen Atemwege (bevorzugt Luftröhre unterhalb der Stimmbänder)
    • Der echte »Krupp« ist die Diphtherie, welche bis zum Ersticken führen kann. Mit den heutigen Impfungen ist die Diphtherie sehr selten geworden.
    • Das Krupp Syndrom (Pseudokrupp) sieht ebenfalls dramatisch aus, ist in der Regel aber harmlos und ohne Gefahr für das Kind 
    • Tritt meist im Rahmen eines vorbestehenden Virusinfektes der oberen Luftwege auf
    • Fast immer sind Kinder zwischen 18 Monaten und fünf Jahren betroffen

    Erkennen:

    • Vorbestehender Infekt der oberen Luftwege
    • Allenfalls leichtes Fieber
    • Beschwerdebeginn meist plötzlich, typischerweise abends oder nachts
    • Heiserkeit und Schluckbeschwerden
    • Trockener, bellender Husten
    • Möglicherweise Atemnot
    • Möglicherweise hörbare, oft pfeifende Geräusche beim Einatmen


    Handeln:

    • Kind (und Eltern) beruhigen
    • In eine warme Decke hüllen und an ein offenes Fenster oder raus an die frische Luft gehen 
    • Kalte, feuchte Luft lässt die Schleimhäute abschwellen
    • Kinderzimmer gut lüften, Raumtemperatur eher niedrig halten (18 Grad) 
    • Luft ausreichend feucht halten

    Arztkonsultation, wenn:

    • die Symptome erstmals aufgetreten sind
    • die anfangs leichte bis mässige Atemnot auf Selbsthilfemassnahmen nicht besser wird

    Rettungsdienst alarmieren, wenn:

    • schwere Atemnot vorliegt und/oder das Kind eine grau-bläuliche Gesichtsfarbe aufweist
    • eine Fremdkörperaspiration nicht ausgeschlossen werden kann
       
  • Information:

    • Fieberkrämpfe treten typischerweise bei Kindern mit Fieber auf
    • Gelegentlich geht der Krampfanfall einem Fieberanstieg voraus
    • Als Infekte kommen besonders Virusinfektionen der oberen Luftwege, sowie Mittelohrentzündungen und Durchfallerkrankungen in Frage
    • Oft werden die Angehörigen vom Fieberkrampf überrascht und sind entsprechend verunsichert
    • Einfache Fieberkrämpfe sind meist harmlos, sehen aber für Bezugspersonen oft sehr dramatisch aus
    • Es gibt keinen Zusammenhang zwischen erlittenen Fieberkrämpfen und Störungen des Verhaltens oder der intellektuellen und motorischen Entwicklung der Kinder

    Erkennen:

    • Plötzliche Bewusstlosigkeit 
    • Anspannung und Versteifung der gesamten Körpermuskulatur
    • Atmung kann zeitweise aussetzen und unregelmässig sein. Dabei können besonders die Lippen blau anlaufen 
    • Die Augen blicken starr und werden oft nach oben verdreht
    • Rhythmische Zuckungen von Armen und Beinen in erst rascher, dann zunehmend langsamer Folge
    • Stöhnen, Schmatzen, Gurgeln, Japsen, auch Speichelfluss, Röcheln und Schaum vor dem Mund sind möglich
    • Einnässen kann vorkommen
    • Der Anfall dauert in der Regel nicht länger als 2 bis 3 Minuten
    • Danach noch einige Minuten bewusstlos, erschöpft und müde, bevor Kind allmählich aufwacht oder schläft

    Handeln:

    • Ruhe bewahren 
    • Kind weich und sorgfältig lagern, damit es sich nicht verletzen kann
    • Auf die Dauer des Anfalls achten 
    • Kein Festhalten der Gliedmassen!
    • Das bewusstlose, erschlaffte Kind auf die Seite legen, damit es keinen Schleim einatmet
    • Nach dem Anfall: Fiebersenkung mit Fieberzäpfchen 

    Vorstellung beim Kinderarzt, wenn:

    • Erstmaliger Anfall
    • Fieber sehr hoch und/oder seit mehr als 3 Tagen bestehend
    • Kind in einem schlechten Allgemeinzustand

    Was ist wichtig?

    • Der Arzt wird sich nach der Art und Dauer des Krampfes erkundigen, nach Anfallserkrankungen - auch Fieberkrämpfen - in der Familie, nach Vorerkrankungen und der bisherigen Entwicklung des Kindes

    Rettungsdienst alarmieren, wenn:

    • Krampfanfall länger als 5 Minuten dauert
    • Kind innerhalb 24 Stunden wiederholte Anfälle hat
    • Kind nach dem Anfall nicht weckbar ist
    • Kind jünger als 6 Monate oder älter als 6 Jahre ist
    • Kind nach dem Anfall ausser Müdigkeit andere Auffälligkeiten zeigt (z.B. starke Kopfschmerzen, steifer Nacken, punktförmige Hautblutungen, schlechter Allgemeinzustand)
    • Anfall nach einem Sturz auf den Kopf auftritt
       
  • Information:

    • Entzündung der Schleimhäute der Nasennebenhöhlen 
    • Meist im Rahmen eines vorbestehenden Infekts 
    • Entzündung der Siebbeinzellen (= Sinusitis ethmoidalis) können schon Neugeborene bekommen
    • Kieferhöhlenentzündung (= Sinusitis maxillaris) ist ungefähr ab dem fünften Lebensjahr möglich
    • Stirnhöhlenentzündung (= Sinusitis frontalis) tritt meist erst ab dem zehnten Lebensjahr auf


    Erkennen:

    • Vorbestehender Infekt der oberen Luftwege
    • »Verstopfte« Nase, meist schleimiger gelb-grüner Schnupfen
    • Beeinträchtigtes Allgemeinbefinden 
    • Gelegentlich Fieber
    • Kopfschmerzen, meist an typischer Stelle: 
    • Um Auge und Nasenwurzel 
    • In Stirn- und Oberkieferregion 
    • In der Stirn und möglicherweise um das Auge 
    • Schmerz nimmt bei Erschütterung (z.B. Hüpfen) zu

    Handeln:
    Arzt- Konsultation, wenn:

    • Dauerkopfschmerzen mit Verschlechterung des Allgemeinzustand auftreten
    • Die Haut im Bereich von Nasenwurzel, Augen oder Stirn anschwillt und sich rötet.
    • Generell wenn das Fieber nach drei Tagen nicht sinkt

    Rettungsdienst alarmieren, wenn:

    • Kind sehr starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Lichtempfindlichkeit, Reizbarkeit, Nackensteife oder Teilnahmslosigkeit und Schläfrigkeit aufweist
  • Information:

    • Stromquellen befinden sich oftmals auf Augenhöhe 
    • Haben auf Kleinkinder eine magische Anziehungskraft
    • Gefährlich sind vor allem Steckdosen, Kabel und Haushaltgeräte
    • Besondere Gefahr in Zusammenhang mit Wasser
    • Strom kann lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen
    • Je stärker der Strom und je länger die Einwirkung, umso schwerer die Folgen

    Erkennen:

    • Angstzustände, Unruhe und Schwitzen
    • Muskelkrämpfe (Gefahr: Stromquelle kann ev. nicht mehr losgelassen werden) 
    • Atemnot, Druckgefühl in der Brust
    • Verbrennungen
    • Strommarken an den Ein- und Austrittsstellen
    • Bewusstseinsstörungen
    • Herzrhythmusstörungen bis zum Kammerflimmern 

    Handeln:

    • Selbstschutz!!!
    • Unterbrechen Sie den Stromkreis (Stecker ziehen oder die Hauptsicherung ausschalten und gegen Wiedereinschalten sichern)
    • Gelingt das nicht, ziehen oder stossen Sie das Kind von der Stromquelle weg (Kind nicht direkt anfassen, isolierenden Gegenstand benutzen wie Besenstiel, Stuhl o.ä.)
    • Bei Bewusstlosigkeit und nicht normaler oder ganz fehlender Atmung:
      Rettungsdienst alarmieren, AED anfordern, BLS-Massnahmen starten
    • Bei Bewusstlosigkeit und normaler Atmung: 
      Rettungsdienst alarmieren, Kind in stabile Seitenlage bringen und überwachen
    • Kind wach:
      Kind zur Kontrolle immer zum Arzt bringen oder Rettungsdienst alarmieren
    • Strommarken trocken abdecken

    Prävention:

    • Defekte oder alte Elektrogeräte mit abgenutztem Kabel oder Stecker reparieren lassen oder ersetzen
    • Kabel nicht lose in der Wohnung (Sichern mit Schienen aus Plastik oder Sockelleisten)
    • Steckdosen mit einem Kinderschutz ausrüsten (ideal sind abschliessbare Systeme)
    • Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) verwenden oder einbauen
    • Elektrogeräte kindersicher aufbewahren, besonders in feuchten Räumen
       
  • Information:

    • Kinder fallen schnell, vor allem auch auf den Kopf (Kopf ist im Verhältnis gross und schwer)
    • Meist beim Spielen, Springen, Turnen, Klettern oder anderweitiger motorischer Betätigung 
    • Gefürchtet sind Hirnblutungen durch den Schlag auf den Kopf
    • Innere Verletzungen sind schwer zu erkennen
    • Knochenbrüche eher seltener als bei Erwachsenen, da Knochen noch „weicher“ (typisch sind „Grünholzfrakturen“)

    Verletzungen vielfältig:

    • Blutungen
    • Quetschungen
    • Verstauchungen
    • Ausrenkungen
    • Knochenbrüche

    Erkennen:
    Waches Kind / keine Bewusstlosigkeit nach dem Sturz:

    • Kopf vorsichtig auf äussere Verletzungszeichen wie Schwellungen oder Platzwunden untersuchen
    • Blutung im Schädelinneren können noch Stunden (Tage) nach dem Unfall auftreten = Kind wird teilnahmslos und schläfrig oder gar bewusstlos
    • Ein Schädelbruch kann sich mit einem kräftigen Bluterguss im Bereich des Aufpralls oder einer anhaltenden Blutung aus Ohr oder Nase präsentieren
    • Ev. Erinnerungslücken an das Geschehen

    Handeln:
    Zustandsverschlechterung erkennbar durch:

    • Mehrmaliges Erbrechen
    • Wesensveränderung
    • Appetitlosigkeit, Nahrungsverweigerung
    • Teilnahmslosigkeit und Schläfrigkeit
    • Schmerzzunahme
    • Bewusstlosigkeit
      Grosszügige Arzt-Konsultation
       Im Zweifelsfall immer Rettungsdienst alarmieren

     

    Knochenbruch

    Erkennen:

    •  Schmerzen und Angst 
    • An der gebrochenen Stelle/ Extremität tut jede Bewegung weh
    • Schwellung 
    • Fehlstellung 
    • Abnorme Beweglichkeit 
    • Schonhaltung (soll unterstützt werden)

    Handeln:
    PECH- Regel:

    • P - für Pause: keine aktive Bewegung
    • E - für Eis: Gegen die Gewebeschwellung
    • C - für Compression: Kompressionsverband zur Unterstützung der Immobilisation
    • H - für Hochlagerung: Weiteres Anschwellen vermeiden
      Auch Kleinkinder spüren, was ihnen hilft und was nicht.
      Keine Massnahmen gegen den Willen des Kindes.

     

    Ausrenkungen (Luxationen):

    • Ausrenkung des entsprechenden Gelenkkopfes aus der Gelenkpfanne 
    • Beim Kleinkind häufig Ellbogengelenk betroffen 
    • Kind hält den Arm in einer Schonhaltung angewinkelt und nach innen gedreht 
    • Bewegung im Gelenk sehr schmerzhaft oder nicht möglich

    Handeln:

    • Schonhaltung unterstützen, eventuell Schienung der betroffenen Extremität (wenn es das Kind zulässt)
    • Sofortige Arzt-Konsultation
    • Bei sehr starken Schmerzen Rettungsdienst alarmieren

    Erkennen:
    Stumpfe Verletzungen der inneren Organe des Bauches:

    • Gewalteinwirkung auf das Abdomen (Bauchraum) durch zum Beispiel Lenkrad vom Fahrrad
    • Ausmass der Verletzung oft schwer beurteilbar
    • Äusserlich ev. keine groben Verletzungen, oftmals „nur“ Prellmarken  (z.B. durch das Ende eines Fahrradlenkers)
    • Bauchschmerzen, ggf. zunehmend
    • Appetitlosigkeit, Verweigerung Nahrungsaufnahme

    Handeln:
    Arzt- Konsultation, wenn:

    • Eine starke Kraft auf den Bauch eingewirkt hat
    • Kind über starke oder zunehmende Bauchschmerzen klagt
    • Die Nahrungsaufnahme verweigert wird

    Rettungsdienst alarmieren, wenn:

    • Der Bauch an Umfang zunimmt, oder hart wird
    • Das Kind sich im Allgemeinzustand verändert (Unruhe, blasse, kühle Haut, Bewusstseinsveränderung usw.)
  • Information:

    • Einnahme oft aus Neugierde 
    • Bunte Pillen oder Reinigungsmittel aus einer vermeintlichen Saftflasche sind interessant 
    • Medikamente
    • Haushaltschemikalien
    • Drogerieprodukte
    • Pflanzenteile oder Zigarettenstummel
    • Bei älteren Kindern oder Jugendlichen Alkohol- und Drogenmissbrauch

    Erkennen:

    • Ungewöhnliches Verhalten
    • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
    • Kopfschmerzen, Schwindel
    • Unruhe und Erregungszustände
    • Koordinationsschwierigkeiten, Zittrigkeit
    • Gangunsicherheit
    • Müdigkeit
    • Krampfanfälle
    • Erhöhter Speichelfluss
    • Krampfartige Bauchschmerzen 
    • Bewusstseinstrübung bis hin zu Bewusstlosigkeit
    • Atemstörung
    • Herz-Kreislauf-Versagen

    Handeln:
    Kind ansprechbar und in gutem Allgemeinzustand:

    • Kind zum Ausspucken der Reste im Mund animieren
    • Auf keinen Fall Erbrechen provozieren (besonders bei ätzenden oder schäumenden Substanzen wie Säuren, Laugen, Haushaltsreinigern)
    • Reste und Erbrochenes aufbewahren und mit zum Arzt bringen
    • Abschätzen was und wie viel das Kind zu sich genommen hat
      Rücksprache mit dem Tox-Zentrum (Telefon 145)

    Rettungsdienst alarmieren bei:

    • Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit
    • Krampfanfällen
    • Atemnot
    • Herz-Kreislaufversagen
    • Schlechtem Allgemeinzustand des Kindes
    •  Im Zweifelsfall immer Rettungsdienst alarmieren 
Notfallsituationen im Kindesalter Erste Hilfe

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