Sympo­sium Retten und Lernen

7. Symposium Retten und Lernen 27.-28. November 2020

Immer Ende Jahr findet in Nottwil in Kooperation von SIRMED und der Höheren Fachschule für Rettungsberufe Zürich das Symposium «Retten und Lernen» statt. Referenten aus unterschiedlichen Institutionen bearbeiten in Workshops und Referaten eine breite Themenpalette. 

An dieser Veranstaltung treffen sich Personen, die im Rettungswesen mit Bildungsthemen befasst sind, um aktuelle Inputs für eine engagierte Bildungsarbeit auszutauschen und Möglichkeiten zum Netzwerkausbau zu nutzen. Adressaten sind insbesondere Berufsbildner, Lehrpersonen an Höheren Fachschulen, aber auch Studierende. 

Das provisorische Programm ist unten angehängt, das definitive erscheint jeweils im Spätsommer. Aus organisatorischen Gründen ist das Symposium nur als Zweitagesveranstaltung buchbar. 

Anmeldung vor dem 01.08.2020 
CHF 290.- Teilnahmekosten

Anmeldung nach dem 01.08.2020
CHF 360.- Teilnahmekosten

Optionales Abendessen am Freitag kann für CHF 45.00 dazu gebucht werden.

Kooperation zwischen der SIRMED und der Höheren Fachschule für Rettungsberufe Zürich 

Programm Retten und Lernen 2020

Programm 2020

Die vorläufige Themenübersicht ist nun online.

Auch für die diesjährige, siebte Durchführung erwartet Sie ein abwechslungsreiches, praxisorientiertes Programm.

Keynotes 2020

  • Dargestellt wird anhand aktueller Forschungsprojekte, welche digital geprägten Lehr- und Lernformen in den Bildungsgängen an höheren Fachschulen zum Einsatz kommen. Es lassen sich Grade der Digitalisierung auch je nach Branche erkennen. Vor diesem Hintergrund können Fragen bezogen auf die Qualitätssicherung insbesondere im Rahmen der Anerkennungsverfahren und der kantonalen Aufsicht diskutiert werden.

  • Das Potential, dass in den rund 150 Abschlussarbeiten von dipl. Rettungssanitäter*innen pro Jahr steckt ist gross – der Anteil daran, der vergeudet wird erheblich. Dass es auch anders geht, zeigen Lea Meier und Jan Bauer an einem Beispiel aus der Medizininformatik.

    "In unserer Bachelorthesis konzipierten wir Möglichkeiten der zukünftigen Entwicklung der Dokumentationspraktiken im Rettungswesen. Unser Prototyp ELIAS - Electronic Language Interface for Ambulance Services - ermöglicht eine sprachbasierte Dokumentation in Echtzeit und bietet somit das Potential, die Genauigkeitsrate der Protokollierung zu erhöhen. ELIAS bildet die Grundlage, die Dokumentationspraktiken im Rettungswesen zu revolutionieren." Wir werden uns die Arbeit vorstellen lassen und mit den beiden diskutieren, wie sie sich für die lästige Prüfungsaufgabe motiviert haben.

  • Der Begriff Patientensicherheit hat im Gesundheitsbereich in den letzten 20 Jahren an Popularität gewonnen. Auch im Schweizer Rettungsdienst ist Patientensicherheit ein wichtiger Bestandteil geworden. Patientensicherheit ist jedoch ein weiter Begriff und es kann schnell zu Verwirrung führen, was genau damit gemeint ist. In diesem Referat werden Ergebnisse aus einer schweizweiten Umfrage präsentiert. Es wird aufgezeigt, was im Allgemeinen unter «Patientensicherheit» verstanden wird, welche Massnahmen im Rettungsdienst verbreitet sind und wo Handlungsbedarf besteht.

  • Die Teilnehmenden setzen sich auf Basis einer vom Forum Berufsbildung Rettungswesen durchgeführten Studie mit zukünftigen Anforderungen an den Rettungsdienst und die rettungsdienstliche Ausbildung auseinander.

    Die Studie umfasste drei Phasen: Auseinandersetzung mit Fachliteratur, Expertenbefragung, Online-Befragung bei Leitungen und Mitarbeitenden von Rettungsdiensten in der ganzen Schweiz. Welche Trends sind erkennbar? Welche sind die Konsequenzen für die Ausbildungen? Konkret: sind die Kompetenzprofile der bestehenden Abschlüsse (RS, TS, Disponent/innen, Führungspersonen und Rettungsorganisationen) aktuell oder ist eine Überarbeitung erforderlich? Braucht es neue Abschlüsse, z.B. CAS, DAS, MAS? Oder einen (konsekutiven) BSc/MSc-Ansatz?

     

Workshops 2020

  • Vor 30 Jahren entwickelte die Fa. SoftArc die erste Software für eine Lernplattform. Deren Kernfunktionen, ein Foren- und Mitteilungssystem für die Interaktion der Lernenden unterei-nander sind auch heute noch in jeder Lernplattform enthalten.

    Bis zum Coronalockdown nutzten viele Bildungsanbieter ihre Lernplattform in erster Linie begleitend zum "normalen" Unterricht als "Dokumentenschleuder" für das Verteilen von Handouts und Skripten. Welche Potentiale aber in diesen Systemen lange Zeit vor sich hin schlummerten wurde uns in jenen Monaten des Lockdowns schneller bewusst als wir dies gewünscht hätten. Dass man auch online gemeinsam und erfolgreich lernen kann ist eine Erkenntnis, die Einfluss auf die Gestaltung zukünftiger Bildungsangebote haben wird.

    Welche Erfahrungen durften wir in dieser Zeit gezwungenermassen machen? Haben diese Erfahrungen das Lernen und Lehren verändert? Was davon wird bleiben?

  • Die Teilnehmenden setzen sich mit anspruchsvollen formativen (Bsp. Einsatznachbesprechungen) und summativen (Bsp. Qualifikationsgespräche) Gesprächen mit RS-Studierenden auseinander.

  • In der rettungsdienstlichen Ausbildung wird häufig an Puppen trainiert. Die Teilnehmenden des Workshops diskutieren, warum das oft nicht die beste Lösung ist, und welche Möglichkeiten im Einsatz von Simulationspatienten stecken.

  • In so manchem Rettungsdienst ist die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiten eher ein Zufallsprodukt, als das Ergebnis einer betrieblichen Planung. Das es auch anders geht, ist Gegenstand dieses Workshops.

  • Der Workshop thematisiert die Fragen: Was sind die Aufgaben von Prüfungen? Welche Anforderungen sind an Prüfer zu stellen? Was sind die Gütekriterien von Prüfungen und was bedeuten Fehlentscheidungen? Wie gehen wir mit Borderlinern um?

    Es werden Übungen zu Validität und Reliabilität durchgeführt.

  • Die unterschiedlichen Portfolios der Studierenden erfordern eine bedürfnisorientierte Herangehensweise der Begleitung durch die Ausbildungsbetriebe während der Ausbildung. Diese Thematik startet bereits mit der Selektion und zieht sich über die Einführungszeit bis hin zum Abschluss der Studierenden. In diesem Workshop werden die verschiedenen Einflussfaktoren auf den Lernerfolg, sowohl im Betrieb, als auch in der Schule der Studierenden beleuchtet und daraus mögliche Reaktionen abgeleitet. Im persönlichen Austausch können Erfahrungen und Erkenntnisse im Bereich der Lernbegleitung besprochen werden.

  • Wie kann ein Lernen durch Fehler am Objekt „Patient“ aussehen? Stehen Lernen und Fehler aus Sicht der Patientensicherheit im Konflikt zueinander?

    Der Workshop behandelt die Frage, ob Patientensicherheit und Fehler in der Versorgung als Lernchance verstanden werden können, ob und wo eine kritische Grenze verläuft und welche Möglichkeiten es gibt Fehler als Lernchance zu verstehen und diese aufzugreifen.

  • In einer handlungsorientierten und konstruktivistischen Lernumgebung sind wir umgeben von komplexen Situationen mit allerhand Herausforderungen. Hierbei kann es passieren, dass wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Ziel dieses kurzweiligen Zusammentreffens ist das Erreichen eines planvollen Vorgehens sowohl im RTW, wie auch im Unterricht oder Homeoffice. Strukturiertes Arbeiten sorgt dafür, den roten Faden festzuhalten und trotzdem, oder gerade dadurch, Raum für Kreativität zu lassen. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf den einzelnen Phasen des Modells der vollständigen Handlung und vor Allem der hohen Relevanz von Handlungsprodukten. In Form eines Think-Pair-Share werden Merkmale der einzelnen Punkte besprochen, unterschiedliche Störquellen und Stolperfallen gesammelt und im Anschluss Lösungen dafür gefunden.

  • Verschiedenste digitale Angebote sind Realität und der Erwerb von digitalen Kompetenzen sollte Teil jeder notfallmedizinischen Ausbildung sein. Die kritische Auseinandersetzung mit neuen Angeboten und ihren Möglichkeiten aber auch potentiellen Problemen ist für jeden in der Akutmedizin wichtig. In einem interaktiven Workshop wollen wir diese Angebote kennen lernen und ausprobieren und ihre sinnvolle Anwendung diskutieren.

    Wo sind die Chancen und Grenzen der Digitalisierung in der Akutmedizin? Was gibt es an neuen Gadgets und wie können diese sinnvoll eingesetzt werden?

  • Die Reflektion von Trainingszenarien oder realen Situationen der Patientenversorgung ist eine effiziente Methode um die Leistung eines Behandlungsteams zu verbessern. Gerade in Hochleistungssystemen wie dem Rettungsdienst oder einer Notfallstation ist das Lernen aus der gemeinsamen Erfahrung im Hinblick auf kommende Ereignisse besonders nützlich. Die Schwierigkeit liegt darin, die relevanten Fakten zu identifizieren und die Erkenntnisse nachhaltig in die persönlichen und organisationalen Abläufe zu implementieren. Wie können solche Prozesse strukturiert werden damit am Ende mehr steht als die blosse Erkenntnis was gut oder schlecht gelaufen ist? Welche Techniken gibt es, um ungewollte Emotionen unter den Beteiligten zu vermeiden? Der Workshop stellt anerkannte Debriefingtechniken vor und verschafft den Teilnehmenden die Möglichkeit diese selbst anzuwenden um das eigene Methodenrepertoire zu erweitern.

  • In diesem Workshop wird der Fokus auf die Persönlichkeit, Einstellung und Kompetenzen von zukünftigen Mitarbeitern im Rettungsdienst gelegt. Welche Rolle spielt eine fundierte Personalauswahl, nach welchen Kriterien werden Personen ausgewählt und welche positiven Auswirkungen bringt diese mit sich. Wir betrachten den Ist- Zustand und den Soll-Zustand und lernen von den Erfahrungen aus der Luftfahrt.

  • Virtual Reality - für viele ist dieser Begriff hauptsächlich im Kontext von Gaming ein Begriff.

    Doch lässt sich VR auch als Methode in die Ausbildung integrieren? Was ist möglich und was existiert schon? Worin kann der Mehrwert für die Studierenden und die Institution liegen? Bietet VR die Möglichkeiten für interdisziplinäres Teamtraining?

    Anhand eines aktuellen Projektes aus dem Bereich des taktischen Trainings werden diese Fragen bearbeitet. Zusammen mit einem VR Entwickler wollen wir uns Gedanken machen, inwieweit VR die Aus- und Weiterbildung in den Bereichen Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei unterstützen könnte.

Referenten und Workshopleitende sind Experten aus Rettungsdiensten und Rettungsschulen aus der Schweiz und Deutschland sowie einschlägige Experten aus Spitälern, der ETH und pädagogischer Hochschulen.

Impres­sionen vom letzten Sympo­sium

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