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«Etwas Glück zurückgeben»

1986 erkämpfte sich Nicole Niquille als erste Frau in der Schweiz das Bergführerdiplom und erklomm die höchsten Gipfel der Welt. Nach ihrer Querschnittlähmung beim Pilzsammeln führte sie fünfzehn Jahre lang ein Bergrestaurant. 2005 baute sie mit ihrer Invaliditätsrente ein Spital in Nepal, wo sie noch immer Trekkings anbietet. Ihre Lebenseinstellung macht vielen Menschen Mut. 

Text: Aus dem Buch «Himmelwärts: Bergführerinnen im Portrait», Rotpunktverlag 2019
Bilder: Christian Jaeggi, Ephraim Bieri und Riccardo Götz

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Das Glück begleitet Nicole Niquille auch auf jener Reise im Frühling nach Nepal.

Himmelwärts: Nicole Niquille

Sie war die Erste: Nicole Niquille, 63, erhielt 1986 das Bergführerdiplom. Sie brach damit in eine Männerbastion ein und ebnete vielen Frauen den Weg zum Beruf als Bergführerin. Grenzen kennt die unerschrockene Greyerzerin aus Charmey keine. Sie lernte Gleitschirm- und Kleinflugzeugfliegen und erklomm die höchsten Gipfel der Welt, von den Alpen bis zu den Himalaya-Giganten. Nach acht Jahren jedoch wurde sie jäh aus ihrem Leben als Spitzenalpinistin herausgerissen: Beim Pilzsammeln fällt ihr ein nussgrosser Stein auf den Kopf, durchbohrt ihre Schädeldecke und zertrümmert ihr motorisches Zentrum. Seither ist sie querschnittgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Mit unbändigem Willen kämpfte sie sich zurück.

Vom Wallis nach Nepal

Am Lac de Taney in den Walliser Alpen bewirtschaftete sie das Chez Nicole, lernte dort Marco Vuadens, die Liebe ihres Lebens, kennen und führte gemeinsam mit ihm fünfzehn Jahre lang das Bergrestaurant. Bis es sie abermals zu neuen Ufern zog und sie das Restaurant verkaufte. 2005 baute sie mit ihrer Invaliditätsrente in Nepal, dem Land, in dem sie sich immer schon willkommen fühlte, ein Spital für die Bevölkerung. Selbst immer wieder auf Hilfe angewiesen, widmet sie ihr Leben heute anderen Menschen, die ein weniger gutes Los gezogen haben. Auch heute noch lässt sie sich durch nichts stoppen. Regelmässig reist sie nach Nepal, wo sie Trekkings anbietet. «Ich will andere ermutigen und freue mich an allem, was ich machen kann», sagt sie. «Mein Leben ist schön jetzt, ja. Ich bin glücklich!»

 

 

Für Bergbegeisterte: Buch bestellen

  • Knapp 40 Frauen zählt der Schweizer Bergführerverband. Und 1300 Männer. 1986 erhielt Nicole Niquille als erste Frau das Schweizer Diplom als Bergführerin. Einfach war das für die Pionierin damals nicht in einem Land, in dem fünf Jahre zuvor erst die Gleichstellung der Geschlechter in der Verfassung verankert worden war. Nicole Niquille legte damit eine Spur, der bis heute über drei Dutzend Frauen gefolgt sind. Sie sind wenige, aber sie wissen genau, wo sie hinwollen: himmelwärts. 

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